Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 1 (1926-1927)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
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keit und Vernunft (denen es bloß die Hoffnung gewährt, sich schließlieh anzusehließen), im festen prophetischen Wort, hie gesämt im Logos spermatikos, hie blühend aus prophetischem Mund, hie gekapselt als Frucht in Urkunden heiliger Schrift. Dies alles wieder denkfern umweht, verbunden, und doch nicht zu System, von dem Geiststrom der Uberlieferung, die wieder das Göttliche ins Menschliche verhüllt, ins Klein- Menschliche oft, ja ins Gottvergessene. Dies Pneuma, einzig dies, so prophetisch bedingt (im Vollsinn von bedingen binden an Dingform), sonst weder Geist noch Idee, spricht von der Christus-Person als Ziel der Welt. Pneumatische Deute, im falschen Sinn, sucht dies prophetische Wort zu übermeistern und den Geist-Weg der Menschheit ohne den Ein-Menschen zu deuten, muß darin aber wider Willen pneumatische Deute im echten Sinn sein, Prophet gegen sie selb: die das Werk des pneumatischen Zwischenreiches betreibt, wo Reich noch nicht ist und doch sich vorzeigt: der unerfüllten Leiblichkeit und also der vergeblich Leib-bilden-wollenden Versuche der Füllung. Dies Pleroma der Welt im Gottmenschensohn, auch es aber rückfällt zur Beute der Gnosis, wenn es mehr und anders verstanden wird, als innerhalb der prophetischen Lehrgrenze, innerhalb der Umrisse, bezeichnet von den heiligen Büchern. Uns aber sind heilig - zur Heiligung gegeben - ausschließlich die Israels; nur da hegt unsre Religion. Jede andere ist uns nur Mythos oder Philosophie. Hier stehn wir, Christen wie Juden, auf dem Boden der Thora für Verständnis der Schöpfung - alle anderen Weisheiten helfen uns nicht, mögen sie Schöpfung annehmen oder ablehnen - und aus der Legende des Buchs Genesis einzig ersehn wir die Zielrichtung der Welt-, Erd- und Mensch-Schöpfung. Ihre messianische. Gottes Reich prophezeit sich im Adam Gottes auf den Adam Gottes. Auf den anderen Adam, der derselbe doch ist, da Anderheit in Selbheit verschlungen sein wird. Schöpfung der Welt dürfen nach diesem Wort wir verstehn als die Bildung Gottes. Des Gottes, der jedem Bild sich entzieht, jedem Denkbild, jeder Idee auch (als reines Denken ist nur atheistisches fromm, und ehrliehe Wissenschaft muß gottlos verfahren!); der den „Gottesgedanken64 als Götzen zerschmeißt, und der in vollem Denk-Widerspruch dennoch sich ins Bild zieht - und wen sich zum Bild macht? (unbegreifliche Gnade!): uns erdhafte Menschen! Die wir dann aber verstehn: den Menschen darstellen wir, von dem und zu dem wir sind. Verstehn: nicht 112