Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 1 (1926-1927)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
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sehen wir aber, daß göttliches Pneuma grund-anderes ist. „Pneuma" ist einzig religiös zu verstehn; das Wort hat seinen Sinn nur im Kampf wider Gnosis - deren Geistigkeit den Gottgeist begreifen will. Ausgedrückt in der Sprache unseres Erkennens und Ahnens spricht in diesem Wort Pneuma, Geist, Gott selb-enthüllend Undenkbares, Unahnbares, - undenkbar, unahnbar soweit als er es nicht gibt zu denken und zu ahnen. Nur ihm selb, dem heiligen Geist, im prophetischen Wort und in dessen Urkunden verdankt unser Geist, was von Geistes Weg und Ziel sich läßt sagen. Daß er nämlich auf den Christus, auf den Messias, hinweist. Dahingestellt noch, was der Christus-Name besagt, außer: Nein! zur Idee als geistigem Prinzip, prinziploses Ja! der Leib-Schöpfung des Geists. Der Geist zielt auf die gottmenschliche Person, auf die gottweltliche Person. Nicht aber schafft sich die Geistigkeit in die Leiblichkeit ein, - so sagend lossagen wir uns aus den Schranken des Pneuma, und zusagen es und uns wieder der Gnosis. Rückfall in die Sünde wider den heiligen Geist! Nicht um.....keiten handelt es sich, nicht um Universalia, sondern um das, um den Singularis des Wunders. Um den Gott, der, was Gott sei, offenbart darin, daß er Fleisch wird, die Fülle und Enge seiner eigenen Schöpfung, und der ihr trotzdem die Frage abschlägt: Cur Deus homo? und so ganz allein bleibt, daß gerade sein Offenbaren uns den leiblichen wie geistigen Grund unter den Füßen wegzieht und die Welt in den Abgrund eines Geheimnisses versenkt, das weder Mystik bloßen Geheimnisses ist noch sich einem ordnenden Denken entrollt. Das auch nicht in der Schöpfung als aus ihr sich offenbart, als ihre Wesens-Mitgift. Sondern ist als ein Sonder-Ding in sie hereingegeben, so hart von Kontur, so sperrig gegen Allgemeinerung wie irgendein Erd-Ding oder eine Idee. Wie wir anfangen zu begreifen, daß die Zeit kein Gleichfluß, sondern verschiedene Dauern, daß der Raum keine Leerheit, sondern Krümmen und Felder, so heut auch vom Gottes-Geist, daß er in Formschaft sich gibt. Der Geist bläst sich nicht in Verblasenheit aus, der göttliche nicht. Was - wo er sei, darüber statthat keine Rede; sie machte ihn wieder Teil menschlichen Geists; der Logos wäre unter die Logik gebeugt. Es gibt keine Logik des heiligen Geists, keine Vergewisserung des Glaubens, keine Theo-Logie. Als welche Gottes Lästerung ist. Systematische Theologie. Die mehr sein will als Lernen an der Lehre des fest-umschriebenen Wortes. Das sich spricht, außerhalb von Sinn und Verstand, von Sittlich- 111