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Die Kreatur · 1926-01-01 · Heft 1 · page 108

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
1 (1926-1927)
Issue
Heft 1
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 108)
Language
German
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wird Welt geewigt, ihre Geschichtlichkeit gelöscht, ein inliegendes Wachstum vor der Frucht eingeerntet und die Zeit aus der Schöpfung herausgeworfen. Denn Zeit wird sinnlos, wenn ihr Verlauf zum Zeitpunkt eines Ziels führt, zu dem der Zeitlauf die Linie des Wegs: Zeit kann nicht beides sein, sowohl Punkt wie Linie. Die Ewigkeit eines gottesreichischen Zustands wird als Querschnitt vom Geist mitten durchs Leben gelegt; im Namen Gottes tötet Geist Welt und Gott: macht den Bestand einer Zeit, idealisch erträumt, zum Zustand und Schluß. Das gilt auch von denjenigen idealen Organisationen (verwirklichten oder im Geist einbehaltenen), die ihrerseits leugnen, absolut sein zu wollen, die nur einen Ausschnitt des Lebens wollen ordnen, zeitweilig vielleicht nur, aber eben „organisatorisch". Im Gegensatz von: „praktisch-verwaltend66 („philosophisch" gegen „künstlerisch66 - könnte man auch sagen). Sie haben ihre Kraft nur in Kraft der Idee, daß überhaupt Idee berufen sei, Welt zu erbaun, und nicht bloß Welt-Stücke. Welt wird durch ideale Entwicklung um ihre Entwicklung gebracht: um diejenige, die über aller Idee liegt, um ihre apokalyptische. Die das Wunder ist und die vor dessen Eintritt es nur durch Gleichnis prophetisch offenbart und verhüllt, Welt w ird, wenn Geist sie nach Idee formen will, wie immer ideale Welt, dennoch bloß Welt; sie bleibt in ihren Bedingungen; sie wird nicht grundneu. Im Geist wird sie betrogen um ihre Wiedergeburt. Um die Leiblichkeit der Auferstehung. Um den Gott, der aus nichts schaffen kann (die alten Formeln sind immer noch die besten), und nicht bloß sein selb Auswirkung ist. Im Hochmut des Geists, kraft Geists könne Mensch Welt schaffen, zurechtschaffen, abschneidet der Mensch seiner Welt die Neu-Schöpfung. Den anderen Äon. Darin Zeit und Ewigkeit sich als Wunder vereinen. ★ ★ ★ Wieder stehn wir am Kreuzweg pneumatischer und messianischer Deute. Die geistigen Ordner der Welt scheinen mit Leichtigkeit mich zu widerlegen mit dem Satz „Gott ist Geist66; ich verleumdete die Idee und die Lehre von ihr, als ob Idee menschliches Gedankengebild sei: da vielmehr sie in sich wese und die Gedanken erst bilde. Ich wrill mit Plato und Jesus antworten, gegen Aristoteles und Kirche. Von denen Schule, Schullehre und Schulmeisterung der Welt sind Ableger. „Gott ist Geist66, sagt nichts anderes als: „Welt ist Anarchie66, nach Jesu Spruch: „der 108

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