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Die Kreatur · 1926-01-01 · Heft 1 · page 107

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
1 (1926-1927)
Issue
Heft 1
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 107)
Language
German
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walt des Geist-Uberwaltens, der Geist-Herrschaft, ist die Wurzel des Übels. Das ist, was Anarchie lehrt, gegen die Lehre des Anarchismus. Der den Bankrott der Ideen wieder zur Idee macht, das Entsetzen der Unmöglichkeit zu einer lieblichen Ordnung, - eine Frechheit des Geists, die seine Göttlichkeit zur Gottwidrigkeit macht. Und die einwohnt aller Art von Geist-Herrschaft; alle Geist-Herrschaft herrscht mit bankrotter Idee. Sie macht zur Verordnung, was Mißordnung ist, weil sie die Wahrheit nicht wahr haben will, daß es Mißordnung ist und solche Mißordnung, gegen die Denken nicht hilft. Denn denkend, von oben her, geben sich diese Ideen, die unsere Zeit organisatorische nennt, obwohl sie auch nicht das kleinste Organ im Leib eines Lebewesens damit organisiert. L nleiblich, geistig im Sinn der Weltflüchtigkeit, regieren die Kopf-Ideen von oben her - von oben auch bei den Klassen, die von unten aufstoßen; auch sie stoßen köpflings mit nichts-stoßenden Ideen, die je mehr sie sich bauend dünken, je mehr nur zerstoßen; kopfgedanklich auch bei denjenigen Ideen, die vom Herzen einst quollen; dann aber wurden auch sie Überlegenheit des Geists. Alle organisatorischen Ideen sind überheblich; von oben her weltordnend aufspielt Mensch sich als Gott. Ja verspielt Gott. Gott wird durch Idee Götze. Lebenlenkende Idee - auch wenn sie sich beschränkt auf Innen-Denken und -Wünschen - anmaßt Absolutheit. Bestand wird zu Zustand absolutiert, die Welt ihrer Erfüllung zugeführt, als ob Menschengeist des zuständig sei. Der darum die Überhebung auf Gott überwälzt: den Geistes-Bestand, drin der Mensch sich befindet und den er gedanklich als ihm rechtes befindet, erklärt er für den gottgerechten Zustand. Er fälscht damit Gott zur Gottes-Idee. Oder zu welcher anderen, die er nicht mehr Gott nennt. Aber diese wie jene, und gerade die Gottes-Idee, die höchste, zentrale, ist Gott-Lästerung, Vergötzung. Kein ärgerer Moloch hat noch das Maul aufgesperrt, als die Vergottung der Herrschsucht zur Geistes-Herrschaft. Die Welt wird zum Teig, draus der Geist Kuchen backt - so wie sie dem Gaurn des Geistes munden. Hier liegt der Frevel der reichischen Idee. Gottes Reich wird mit Geist zu errichten gesucht. Und jedes geschichtliche menschliche Reich, jede ausgedachte Menschheit-Organisation, trägt diesen Charakter eines Gottes-Reiches, das Gott zu nah tritt. Jedesmal soll Welt „civitas dei" werden, mit gewaltsamem oder mit geistsamem „coge intrare". Dann 107

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