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KC-Mitteilungen · 1930-01-10 · Heft 1 (10.1.1930) · p. Seite 11

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1930
Issue
Heft 1 (10.1.1930)
Date
1930-01-10
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 solche Feststellung wäre aber erforderlich gewesen, um zu einer Verurteilung im Sinne der Anklage zu gelangen. Der Ehrenrat hat angesichts der prinzipiellen Bedeutung der Sache alle ihm zu Gebote stehenden Erkcnntmsquellen erschöpft; wenn es trotzdem nicht möglich war, eine Feststellung im Sinne der Anklage zu treffen, so ist davon auszugehen, daß es sich hier um einen Kampf zwischen einander gegenübcrstehendcn Interessenvcrbänden handelt. Damit kann und will der Ehrenrat nun nicht etwa fcststellcn, daß die Politik der vom Beschuldigten vertretenen Organisation die richtige sei; einer solchen Feststellung bedarf es auch nicht. Vielmehr handelt es sich hier um Vorgänge in einer Sphäre, innerhalb deren für eine Billigung oder Mißbilligung durch den K. C. kein Raum ist, auch wenn man die Grenzen, innerhalb deren der K. C. seine Mitglieder wegen ihres Verhallens zur Verantwortung zu ziehen hat, noch so weit zu stecken geneigt ist. Gewiß hat der St. <5. darauf zu achten, daß seine Mitglieder auch im Berufsleben das Ansehen ihres Verbandes zu wahren wissen und keine Handlungen begehen, die gegen das Ansehen oder die Ehre des K. <S. verstoßen; das kann aber nicht ohne weiteres dazu führen, in wirtschaftlichen oder standespolitischen Kämpfen einseitig zugunsten der einen oder der andern Partei Stellung zu nehmen. Würde der Lhrenrat der Anklage folgen, so würde er einer Minderheit Icbtgltcf) deshalb Anrecht geben, weil sie die Minderheit »st. und würde damit gegen ein Grundprinzip der K. E.-Äendenz verstoßen. Was dem Beschuldigten zur Last gelegt wird, ist ein Verhalten, das er m Aebereinstimmung mit anderen Standesgcnossen aus seiner standespolitischen Aeberzeuoung heraus betätigt. Solange nicht festgestellt ist, daß der Beschuldigte sich hierbei irgendwelcher unlauterer Mittel bedient habe, hat der K. C. sich in diese Dinge nicht einzumischcn, sondern sich jeder Billigung oder Mißbilligung zu enthalten. And wenn seitens Außenstehender abfällige Meinungen über den Beschuldigten geäußert werden, so können solche Meinungen niemals die Grundlage einer Verurteilung bilden, sondern lediglich das vom Beschuldigten betätigte Verhalten. Gibt aber dieses Verhalten zu einer Mißbilligung keinen Anlaß, so ist es Aufgabe des Ehrenrats, seinen Kartellbruder gegen die abfälligen Arleile in Schutz zu nehmen. And auch diejenigen Kartellbrüder, die aus ihrer Aeberzeugung heraus den vom Beschuldigten eingeschlagenen Weg bekämpfen, haben nicht das Recht, diese Dinge in den K. E. hineinzutragcn, sondern haben innerhalb des K. C. den Beschuldigten genau so wie vorher als Kartellbrüder zu achten und zu behandeln. Deshalb stellt der Ehrcnrat fest, daß für ein unehrenhaftes oder K. E.-schädigendes Verhalten des Beschuldigten sich keinerlei Anhaltspunkt ergeben hat, und spricht ihn frei. Vorstehende Entscheidung des G.A.-Ehrenrats wird hiermit gcmäK § 2 Ziffer 5 der Ausführungsvorschriften zu den K. L.-Ebrenraksbestimmungen veröffentlicht. Berlin, den 21. Dezember 1929. Die G. A.»Ehr«nratskommission 2.A. Dr. Stern. > '\7erband5Dadiricfiten (Dis »Berbandsnachrichtenfür die nächste Nummer sind einseMg beschrieben bis spätestens 20. Januar 1980 an die Schriftleitung einzureichen.» VtneLa, Berlin. Wir eröffneten das Winter, semefier mit einer AktivitaS von drei Mann. Da unter diesen Umständen eine Aufrechterhaltung der Verbin. düng sehr schwierig wäre, beurlaubte eine l. K. B. .Sprevia" ihr« a. B. a. D. Dörnberg, Iaeobi. Wetzler zu un«. Dbr. Steffen mutzte leider seine Aktivmel. düng zurückziehen, nachdem er sich als interimistischer Erstchargierter für da« Weiterdestehen unserer l. Ver» bindung eifrig eingesetzt hatte. Nachdem sich Bdr. Schermann dankenswerterweise wieder aktiv gemeldet hatte, hatten die definitiven Chargenwahlen folgende« Ergebnis: X a. D. Waldemar Schermann (XXX) x\ a. B. Kurt Dörnberg (Lie., Sprev.) XXX a. D. 2tat« Wetzler (Nh.. Sil., Sprev.) F. M. f. C. i. a. D. Rudolf Samuel (x) F. M. f. T. i. a. B. Steffen Cohn Auf unsere intensive Keiltätigkeit meldete sich bisher £xnr ftan# Terner aktiv. Lerr ftan« Levv wurde al« Konkneipant ausgenommen. Da ferner unser l. a. B. Rodt nach Berlin zurückkehrte. können wir diese« Semester nicht nur mit der Aktivita« von acht Monn einen strammen Berbindungshetrieb durchführen, sondern auch hoffen, durch weitere Keilersolgr den Fortbestand der»Vinetazu kichern. Wir chargierten anlätzlich de« 25. Stistungssestkom» merse« einer l. K. U »Sprevla-, an dem sich auch eine sehr grotze Anzahl unserer l. alten Lerren beteiligte und zur Reuleauzseter in der Technischen Hochschule. Wir beteiligten un« geschloffen an der»Kundgebung deutscher Juden" gegen zionistische Propaganda und Iewish Agency und dem darauffolgenden DiSkuffionSabend der Sprevia, an dem Kbr Berlak über diese Institution referierte. Wir veranstalteten eine fröhlich verlaufene SemesterantrittSkneipe. Bei einem LauSoffitzium bei unserem l. a. Wertheimer fanden sich viele alte Zerren und selten gesehene Inaktive zusammen. Die gesamte Sprevenaktivita« beteiligte sich an einem Vortrag von a. B. LanS Iaeobi über »Psychologie de« Antisemitismus", der uns viele Anregungen zu weiterenVorträgen bot, undan einer recht feucht-fröhlichen §kneipe und verstärkte dadurch daS gute, kartelldrllderliche Einvernehmen der beiden Berliner Verbindungen. Al» letzte Veranstaltung diese« Jahre« fand unser bereit« traditionell gewordene Chanukkaseier statt, die un« nach der würdevollen Feier gesellige, heitere Sünden mit unseren Damen brachte. Aus dem Gebiet der Lochschulpolitik sind unsere Vbr. Bdr. recht eisrig tätig. In der freiheitlichen Studentenschaft ist Bdr. Samuel 2. Vorsitzender und Vbr. Lanne« Leiter de« sozialen Amte«. An einem Vortrag de« Lerrn Prof. Prion, den die Freiheitliche und die Grotzdeutsche Studentenschaft der T. L. gemeinsam (!) veranstaltete, beteiligten sich Aktivita« und Inaktive in Volleouleur. Personalia: Wir philistrierten unseren l t. a. V Alfred Iaeobi nach bestandenem Diplomezamen.

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