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KC-Mitteilungen · 1930-01-10 · Heft 1 (10.1.1930) · p. Seite 4

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1930
Issue
Heft 1 (10.1.1930)
Date
1930-01-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Was der Semesterbericht einer Verbindung im K. C. sein soll? Kein Verschleiern und Verhüllen, sondern ein Aufdecken und Enthüllen, keine oberflächliche Darstellung eines Vcrgnügungsprogramms, sondern kritisch beobachteter und verantwortungserfüllter Rechenschaftsbericht, keine Schablone, sondern ein von Fall zu Fall verschiedencs Bekenntnis, das schon um seiner selbst willen lesenswert erscheint, das nicht durch seinen ewig gleichen Inhalt langweilt, das demjenigen K. E er, der um die Dinge _m seinem Verbände wissen will, Aufklärung verschalt, das also schließlich einen Bericht in diesem Sinne darstellt. IN. Ein Beispiel als Probe aufs Erempel- - Unser Semester nahm einen harmonischen Verlauf. Wir begannen es mit einem traditionellen Erbummel nach ryz, der uns in feuchter Fröhlichkeit mehrere Stunden vereinte. Außerdem hatten wir eine gelungene Semesterantrittskneipe. Zu dem schön verlaufenen Pauktag stellten wir r Parties und zeitigten ein günstiges Radelcrgebni's. Zu der Gründungsfeier unserer Universität chargierten wir vorne. Im übrigen wurde der Verbindungsbetricb stramm durchgeführt. Auch der Erbummel mit Damen und unser Stiftungsfest verliefen harmonisch und schufen bundesbrüderliche Gefühle. Befriedigt von unserer Verbindungsarbeit nahmen wir mit einer feuchtfröhlich verlaufenen Kneipe Abschied vom Semester." Aus! yuougque tsnclem? IV. Ein Vorschlag auc Abhilfe: Man teile die Verbindungssemesterberichte in Verbindungsstatistik und Verbindungsbcricht. In die Verbindungsstatistik gehören, was selbstverständlich erscheint, nur Zahlen und Namen. Sie soll abgedruckt werden in den K. E.-Blättern selbst. — Der Verbindungshericht soll Bericht in dem oben dargestellten Sinne sein, und. falls man Bedenken trägt, ihn in den K. E.-Blättern selbst abzudrucken, in der vertraulichen Beilage nur für die K. E er veröffentlicht werden. Der eigentliche Bericht kann unter diesen Amständen natürlich nicht mehr von einem ganz jungen Furen verfaßt werden, sondern muß von einem älteren Burschen oder Inaktiven, der genügend Aeberblick und ,kritische Objektivität" besitzt, angefertigt werden. — Im übrigen sei davor gewarnt, die Berichte anderer Verbände als Vorbilder zu benutzen. Oder besagt der Satz: »Wir wollen den Gegner mit seinen eigenen Waffen schlagen!' auch, daß wir borniert sein müffen. wenn unser Gegner es ist. um idn schlagen zu können? |p»=<nl flfeademilcfie und allgem. Dacfiricfiien Die Arvangsbeitrage der bayerischen Studenten gesperrt. Das bayerische Kuttusministerium eriäßr folgende amtliche Mitteilung: Die ..Deutsche Studentenschaft" besteht bekanntlich nur ru einem geringen Teile aus staatlich anerkannten, 'im übrigen aber ans freien Studentenschaften. Die letzteren sind nicht in der Lage. Zwangsbeiträge zu erheben, können also an den Borstand der „Deutschen Studentenschaft" und an die „Gefallenen- Gedenkstiftnng" verhältnismäßig viel weniger Mittel abfnhren. als den genannten stellen aus den Zwangs» beitragen der bayerischen (und württembergischeni Studentenschaften zuflicßen. Dieser Zustand bedeutet eine ans die Dauer nicht zulässige Belastung der bayerischen Studentenschaften^ Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat deshalb angeordnet, daß die nach den Haushaltsplänen der Einzel» sludentenschaften für den Borstand der Deutsche,! Stndenlenschast und für die Gefallenen.Gedenkstiftnng bestimmten Beiträge, die im Aabmen der Afta» Beiträge für das Wintersemester U>2stvon den Hochschul kaffen eingedoben worden sind, bis auf weitere Weisung dort verwahrt werden. Weitere Ber» fügung behält sich das Ministerium., das sich noch mir den Ht^chschnlen in Berdindung setzen wird. vor. D«e bayerischen Studentenschasten haben zu der neu geschaffenen Lage bereits Stellung genommen und dabei, wie wir der ..Korrespondenz der D. St." entnehmen, recht eigenartige Wege der Argumentation eingeschlagen. So heißt es u. a.. die bayerischen Sludenlenschaslen hätten „in Ausübung ihres durch Ministerialentschließung vom ttt. Januar lV22 ge» wahrten Selbstverwaltungsrechtes durch einhellige Zu» stimurnng zu dem Beschluß des StudeuteutageS tu Hannvver zur rteitragsleistung an die Deutsch« Stu» denteuschali iu Höhr von 0.7ä AM. je Studierenden sich verpfltchtet. Diese 'Verpflichtung wurde i n Kenntnis der geringen BeitragSmög» l i ch k e i t c u der freien Studentenschaften und deren Bedeutung übernommen, und die bayerischen Studentenschaften halten sich auch heute noch für daran gebunden." Die „geringe Beilragsmöglichkeit" der freien Stn» dentenfchaften könnte darauf schließen lassen, daß ihre guantitative Stärke wohl etwas hinter den sonst behaupteten Ausmaßen znrückbleibt. Wenn aber nicht, dann fitzt der Haken anderswo - eine glatte Ans» richtigkeit jedenfalls ist diese Erklärung nicht. „iUtint Gegenttän-e . . . Die ..Sozialistisch-Akademische Anndschan" berichtet von einem Aundschreiben. das an die Angehörigen der österreichischen Studentenvereinignngen „Schill" und „Schlageler" gesandt wurde, und zwar wenige Tage, bevor im Anatomischen Institut die berüchtigten Kräwallszenen ausdrachen. Diese liebliche Aufforde» rnng zum wilden Kriegstanz lautete folgendermaßen: ..Kamerad! Sie baden sich Donnerstag vor st Adr vormittags in der Aula der Universität zur Ber» fügung zu stellen. Kleine Gegenstände mithringen! Schlageter." ..Kamerad! Sie baden sich Donnerstag um st 'Uhr vor» mittags im Anatomischen Institut. Wädringer» straße. zur Berfügung zu stellen. Erscheinen nn» erläßlich. Kleine Gegenstände gut versorgt halten! Schill." Bon welcher Beschaffenheit und für welchen Zweck bestimmt die „lleinen Gegenstände" waren, haben diejenigen Kommilitonen zu spüren bekommen, deren friedliche Arbeit von andersgesinnten „Akademikern" brutal gestört wurde, und die schon deshalb im Hinter» tresfen waren, weil fie als anständige Leute im allgemeinen nicht „kleine ^genstände'' auf die Uni» versität mitbringen.

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