KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 6 (25.6.1929)
- Date
- 1929-06-25
- Page
- Seite 47 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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47 zeichnen, der aber vorerst nur ein Anfang ist. Noch sind wir nicht so weit, daß auch die Studentenschaft, insbesondere die zu Bayerns Hochschulen gehörende, die Amkehr und den Anschluß an die demokratischen Ideale ihrer Vergangenheit gefunden hat. Vielleicht ist ein heilsamer Einfluß von der Haltung der Behörden zu erwarten. Die Erfahrung lehrt, daß die akademische Reaktion ihren Aebermut um so eher dämpfte, um so weniger sie hoffen durfte, bei den leitenden Behörden Verständnis für illoyales Verhalten zu finden. H. Girr Anthropologe, der sich onf Kndendorff nnd die „Weifen non Zion" stützt. (I. T. A.) Dr Walther Kruse, Geheimer Medizinalrat, ordentlicher Professor und Direktor des tygienischen Instituts in Leipzig, veröffentlicht im eipziger Verlag G. Thieme ein Werk „Die Deutschen und ihre Nachbarvölker", das er eine „neue Grundlegung der Anthropologie, Rassen-, Völker-, Stammeskunde und Konstitutionslehre nebst Ausführungen zur deutschen Rassenhhgiene" nennt. Es heißt dort: „Noch nicht ganz gelöst erscheint die Frage, welche Fäden das internationale jüdische Kapital mit diesen auf den Amsturz hinzielenden Bewegungen verbinden. Man hat in den „Geheimnissen der Weisen von Zion" Dinge vor sich, die mst zu abenteuerlich erscheinen, als daß sie wahr sein könnten. Aber freilich sind die Wege des Kapitalismus oft schwer erforschlich.... Wenn man dann hört, daß die Anklagen gegen die Freimaurer, die offenbar immer in engen Beziehungen zum Judentum gestanden haben, schon bald zwei Jahrhunderte alt sind, so wundert man sich kaum noch über jene obengenannte und viele andere neue Enthüllungen, die jüngst in den Veröffentlichungen Ludendorffs ihren Höhepunkt erreicht haben.Es liegen doch außerordentlich viele sich untereinander stützende Beweise für eine seit langer Zeit arbeitende, im wesentlichen jüdische Verschwörung gegen die Grundlagen unseres Politischen und völkischen Daseins vor." Die Enthüllungen des großen Meisters Ludendorff haben, in der Tat einen gewissen Höhepunkt erreicht. Sicherlich meint der Weise von Leipzig ebenfalls, daß hier bald nichts mehr zu überbieten geht. Aber freilich sind nicht nur die Wege des Kapitalismus schwer erforschlich — zuweilen sind auch die Gedankengänge der sonst so hellen Sachsen etwas dunkel. > > VerbcmdsnachricfiteD E (Die „Verbandsnachrichten" für die nächste Nummer sind einseitig beschrieben bis spätestens 6. August 1929 an die Schriftleitung einzureichen. > Licaria, München. Anser Semester eröffneten wir mit dem traditionellen Kaffee - in der Neuen Börse. Wir freuten uns, viele Bbr. Bbr. vom vorigen Semester bei uns wieder zu begrüßen, und schon auf dem Antrittskonvent verzeichnten wir 5 Aktivmeldungen. Infolge Examensarbeiten sah sich unser a. B. Müller leider gezwungen, seine 1. Charge niederzulegen. Das Fuxmajorat behielt er in dankenswerter Weise. Die definitiven Chargenwahlen ergaben: X a. B. Justin Weikersheimer XX a. B. Walter Goldmann XXX a. B. Edwin Jacobs F.M.f.C. i.a.B. Hans Gert Müller (XXX, X, F. M.) F.M.f.T. XXX S. W. a. B. Fred Hergershausen K *233 XX FW. und Sp. W. a. B. Erich Kohn (XXX) Hochschulpolitischer Vertreter: XX Bis jetzt meldeten sich folgende Herren bei uns aktiv: stud. jur. Paul Bensinger aus München, stud. jur. Fritz Cohn aus Waldenburg, stud. med. Max Hirschfelder aus München, stud. jur. Ernst Oettinger aus Riedlingen» stud. med. Kurt Richard aus Dillingen, stud. jur. Bernhard Sallinger aus Magdeburg, stud. med. dent. Ernst Spier aus Alsfeld, stud. med. Franz Stefan Steinitz aus Beuthen, stud. jur. Ernst Wolfs aus Beuthen. Wir verfügen über eine Aktivitas von 23 Bbr. Bbr., was gerade für München eine erfreulich große Zahl ist. Wir rechnen mit großer Sicherheit, daß sich noch einige Herren bei uns in kürzester Zeit aktiv melden. Die Semesterantrittskneipe bewies wieder einmal, in welch engem Verhältnis und gutem Einvernehmen unsere Verbmdung mit den hiesigen A. H. A. H. und der Philisterschaft steht. Besonderen Wert legen wir in diesem Semester auf dre straffe sportliche Ausbildung unserer Bbr. Bbr. Außer 3 wöchentlichen Fechtstunden nehmen wir noch an 3 Sportoffizien teil, die die Bbr. Bbr, mit regem Interesse besuchen. Wir beteiligen uns beim Hochschulsportfest und hoffen ebenfalls zum Stiftungs- und Sportfest unserer l. K. V. Vineta eine stattliche Anzahl von Bbr. Bbr. entsenden zu können. Wir chargierten beim Stiftungsfest einer l. K. V. Rheno-Palatra.. Auf Wunsch aller unserer Bbr. Bbr. veranstalteten wir schon in der zweiten Woche ein Damenfest in Grünwald, das einen wirklich schönen Verlauf nahm. Auch eine ganze Anzahl von A. H. A. h. mit ihren Damen, Kbr. Kbr. u. O. V. G. O. V. G. ließen es sich nicht nehmen, an dem Fest teilzunehmen. Hochschulpolitisch bemerkenswert ist, daß auf der letzten T. O. des Asta ein nationalsozialistischer Antrag auf Einführung des numerus clausus stand. Der Asta erklärte sich aber mit 16:4 Stimmen des Waffenrings, der C. V. und K. V.-Vertreter und der freien Hochschulgruppe nicht für zuständig. Der Waffenring erklärte zwar, daß er lediglich aus taktischen Gründen diese Stellung einnehme. Er befürchtet nämlich, daß, wenn der numecus clausus durchginge» die hier in Bayern noch anerkannte Studentengruppe aufgelöst würde. Zwischen uns und dem Waffenring besteht auch weiter ein äußerst gespanntes Verhältnis. Dies zeigen wieder die Vorfälle im Restaurant Hoftheater. Wir hatten daselbst täglich einen offiziellen Mittagstisch. Es war uns jedoch wegen des Verhaltens des Waffenrings nicht möglich, weiter dort zu essen. Der Waffenring besetzte jeoen Morgen mit mehreren Korporationen das ganze Lokal» so auch unfern Tisch» und empfing uns mit heftigem Scharren. Da es uns aus