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KC-Mitteilungen · 1929-05-22 · Heft 3-5 (22.5.1929) · p. Seite 30

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1929
Issue
Heft 3-5 (22.5.1929)
Date
1929-05-22
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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i -.- — i \7erbandsnadfiriditen E (Die „Verbandsnachrichten" für die nächste Nummer sind einseitig beschrieben bis spätestens 5. Iuni/1929 an die Schriftleitung einzureichen., Sprevia, Berlin. Der Schlus; des Semesters verlief in der gewohnten Weise. Wir begrüßten ans unserer Verbindung Herrn Dr. Alfred Wiener vom Centralverein, der uns im Rahmen eines wissenschaftlichen Abends einen Vortrag hielt über das Thema: „Grundlagen der völkischen'Lehre". Der Vortrag fand in den Reihen der anwesenden Kartell- und Bundesbrüder lebhaften Widerhall, und eine rege Diskussion schloß sich an. Anser l. A. H. Lennhoff berichtete an einem anderen Abend über die Studententagung in Bierville. Er selbst hatte diese als Delegierter nutgemacht. So konnte er in besonders anschaulicher Weise seine Reiseeindrücke wiedergeben. Am 3. März fand der diesjährige K. C.-Ball statt, auf dem wir vollzählig vertreten waren. Unsere Semesterschlußkneipe vereinigte uns in feuchtfröhlicher Stimmung. Wir konnten die Vertreter eines verehrlichen Akad. Vereins für jüd. Geschichte und Literatur, wie die Vertreter einer verehr!. Dahlemia bei uns begrüßen. Wir rezipierten die Brander: Braun, Zelt, Karfunkelstein, Jacobsohn, Caro, hirschberg, Bloch, Witkowski, Schreiber, Kiwi, Scheyberg und Caspary. " Auf dem Schlußkonvent dechargierten Chargen und Wirtschaften. Wir beurlaubten zu einer l. K. V. Bavaria unseren a. B. Neu und uberwiesen unseren C. K. Katzenstein. Wir beurlaubten ferner zu einer l. K.V. Neo-Friburgia unseren a. B. Kiwi, zu einer l. K.V. Rheno-Guestphalia unseren a.B. Klein, zu einer l. K.V. Rheno-Silesia unseren a.B. Schreiber. Inaktiviert wurden die a. B. a. B. Vuckh, Kosak, Groß, Sachs, Heinemann, Gerber, Glaß, Pollak, Hene, Iacobi, Baruch, Martin Wolfs, Horwitz und Jonas. Generalurlaub erhielten die a. B. a. B. Rothschild und Mansbach. Philistriert wurde i. a. B. Kaldansli. Die Wahl der F. C. hatte folgendes Ergebnis: X Walter Braun (Sprev.) XX Gerhard Jacobsohn (Sprev.) XXX Heinz Albert Caro (Sprev.) Unsere Keiltätigkeit ist sehr rege, stößt aber auf große Schwierigkeiten. Sehr bemerkbar macht sich der Einfluß der Jugendbewegung, die ihre Mitglieder in durchaus antikorporativem Sinne erzieht. Leider werden wir aber auch durch unsere Alten Herren in bisher nicht genügender Weise unterstützt. Immerhin haben wir einige Aktivmeldungen zu verzeichnen. Bereits auf der Semesterschlußkneipe meldeten sich die Herren stud. oec. Martin Hotowsky und stud. jur. Achim Lewinthal aktiv. Inzwischen hat sich noch Herr stud. jur. Kauffmann aktiv gemeldet. Wir hoffen, daß die Keiltätigkeit dieses Semesters mit weitestgehender Unterstützung aller Berliner K.C.er zu einem guten Erfolge beitragen wird. Licaria, München. Das Wintersemester nahm weiterhin einen befriedigenden und erfreulichen Verlauf. Am 1. und 2. Dezember begingen wir unser Stiftungsfest mit einer großen Kneipe, deren starker Besuch der Anhänglichkeit der Münchener A. h. A. h. an die Verbindung das schönste Zeugnis ausstellte. Am nächsten Morgen vereinigte ein Frühschoppen mit Weißwürsten die Aktivitas in kleinerem feuchtfröhlichem Kreise. Der große Festball fand — wie gewöhnlich -- im Januar im „Cherubin" statt. In den zum Fasching herrlich geschmückten Räumen fand sich eine große Schar — es waren rund 200 Personen — in festlicher Stimmung zusammen und bewies von neuem die enge .Verbindung unsrer „Licaria" mit der Münchner Philisterschaft, auf deren Anerkennung und "Unterstützung wir bei unsrer Arbeit immer rechnen können. Neben diesem großen Ball veranstalteten wir noch zwei wohlgelungene Damenfeste auf unsrem Haus, deren „früher" Schluß wohl als ein sicheres Zeichen für das Vorhandensein einer guten Stimmung anzusehen war. Durch Einladungen, die an die Verbindung durch die 11. O. B. B.-Logen und die Gesellschaft „Concordia" ergingen und nicht zuletzt durch Privatbälle, kamen unsre Bbr. Bbr. mit der Münchener Gesellschaft in enge Berührung. — Zur sportlichen Ertüchtigung trug neben dem Fechten, das in diesem Semester ganz auf dem Fechtboden unseres Hauses abgehalten wurde, ein wöchentliches «vchwimmoffizium und zwei Turnstunden bei. Einige Bbr. Bbr. benutzten die idealen Schneeverhältnisse dieses Winters zu sonntäglichen Skifahrten in die herrlichen bayrischen Alpen und in den Weihnachts- und Faschingsferien auch nach Tirol. Seit langer Zeit wieder veranstalteten wir Mitte Februar in München einen Pauktag mit den l. K.V. l. K. V. Bavaria und Neo-Friburgia. Wir stellten 8 Partien, die sehr gut abschnitten. Zur Astawahl schlossen wir uns mit den anderen freiheitlich orientierten Verbindungen und Verbänden zusammen und konnten wie im Vorjahr wieder drei Sitze erreichen. Einen eigenen Vertreter haben wir diesmal noch nicht; für die nächste Wahl jedoch ist uns durch einen Zweckverbands-Vertrag der beteiligten Korporationen eiu Sitz sicher. Bei der Gedenkfeier für die Gefallenen am Totensonntag, zu der der bayrische Kriegerbund alle Korporationen eingeladen hatte, wurde nicht chargiert, da der Waffenring es öffentlich — im „Völkischen Beobachter" — ablehnte, „sich in eine Front zu stellen mit den Vertretern des Geistes, der unsere Toten verraten hat". Dadurch sahen wir uns zu einer Rechtfertigung in der Presse gezwungen; daß unsere Artikel beachtet und verstanden wurden, bewiesen uns Zuschriften von alten Soldaten, die sich unter Anführung von Heldentaten ihrer jüd. Untergebenen rückhaltlos auf unsere Seite stellten. Gerade dies und der beachtliche Amstand, daß bei der wenig später stattfindenden Rektoratsübergabe und der Rcichsgründungsfeier im Januar wieder gemeinsam von allen Korporationen in der Universität chargiert wurde, stärkt unsere Hoffnung auf Besserung der Verhältnisse. Im Laufe des Semesters wurden die Brander Doernberg, Feldheim, Goldmann, Hegerhausen, Jacobs, Kohn, Nördlinger, Treidel, Weickersheimer, Weis, Abraham und Schäfer rezipiert. Mitte Dezember wurde a. B. Simon XX auf sein Nachsuchen dechargiert und inaktiviert. XX wurde dann G. Wolfs XXX (Rhen.-Pal. sxx F.M.) i.a.B.), XXX a. B. Erich Kohn. Im Januar meldete sich stund, ing. M. Hecht aus Salzkotten (Wests.) aktiv. Die Rezeptionsvorträge über deutsche und jüdische Themata gaben zu interessanten Diskussionen Anlaß. Bei einem Diskussionsabend im C. V. hielt a. B. Goldmann ein wohlgelungenes Referat über das Thema „Die Jugend und der C. V.". Bei der sehr stimmungsvollen Semesterschlußkneipe konnten wir neben den ja erfreulicherweise immer zahlreich erscheinenden A. H. A. H. auch eine stattliche Zahl von Gästen aus der Münchner Philisterschaft und Kbr. Kbr. begrüßen.

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