KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 3-5 (22.5.1929)
- Date
- 1929-05-22
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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stärker als ich, denn die $. L.-Blätter sind nun einmal für den Alten Herren das Bindeglied mit seinem Verband. Durch die freundschaftliche Bereitwilligkeit der Kbr. Kbr. Rudolf Heymannsohn (Spr., Rh.-Pal.) und Curt Salinger (Ghib.), mich bei der K. C.-Rcdaktiou zu unterstützen, hofse ich aber Wandel für die Zukunft Zusagen zu können und die K. C.- Blätter und Mitteilungen wieder zum regelmäßig erscheinenden Sprachrohr aller K. C.er zu machen. Aber trotz dieser freundlichen Unterstützung erbitte ich darüber hinaus eine Mitarbeit aller K. C. er in doppelter Beziehung: Positive, ausbaucnde, anregende Kritik und aktive Mitarbeit. Aktive Mitarbeit: die K. C.-Blätter in Sonderheit erfordern sie. Mögen die K. C.-Mitteilungcu ein Organ f ü r den K. C. sein, so erfüllen die K. C.-Blätter nur dann ihre Aufgabe, wenn sie ein Organ des K. C. sind. Es kann und darf nicht Aufgabe des K. C.-Redakteurs sein, mit eigenen Geistesergüssen die Blätter zu füllen. Ja, noch mehr, ein Organ, das es sich zum Ziel setzt, die Probleme unseres Seins, des im deutschen Wesen verwurzelten, seines Judentums bewußten Akademikers zu behandeln, kann diese Aufgabe nicht einmal voll erfüllen, wenn der Redakteur der alleinige Anreger der zu behandelnden Themen ist. Vielmehr bedarf er der aktiven Mitarbeit eines jeden einzelnen. Viele unserer Freunde draußen im Lande können Helsen, aber wir kennen sie nicht, nicht ihre Neigungen, nicht ihre Fähigkeiten. Darum geht gerade an die Stillen im Lande der Ruf. Keiner darf warten, bis man ihn auffordert, denn jeder ist aufgefordert, jeder niuß um seiner K. L.-Aufgaben willen mithelfen. Tua res Ilm es einem jeden leichter zu machen, seien zunächst sechs Gebiete in Vorschlag gebracht, die jedes der Behandlung in einem besonderen Heft der K.C.- Blätter unter den verschiedenen in Frage kommenden Gesichtspunkten wert erscheinen, so daß jedes dieser Hefte etwa 4 bis 6 Aufsätze umfassen sollte. Drei dieser Hefte sollen noch 1929 erscheinen: 1. Der deutsche Jude auf der deutschen Hochschule. 2. Der deutsche Jude in der deutschen Politik. (Evtl. 1. und 2. znsammengefaßt als: „Student und Politik". 3. Gegenwartssorgen des Akademikers (allgemein und speziell), evtl, als Ilnterthema von 4. 4. Der deutsche Jude in der deutschen Umwelt. 5. Unsere Stellung zum Nationaljudentum und Palästinawerk. 6. Episoden und Beiträge aus der Geschichte des K.L. Die Reihe läßt sich leicht verlängern. Tut es! Oder noch wichtiger: Füllt sie aus mit Einzelaufsätzen, die Ihr übernehmt oder in Vorschlag bringt. Gern folge ich der auf dem K. C.-Tag gegebenen Anregung und füge eine Postkarte bei, auf der ich Eure Vorschläge erwarte. Helft mit am Aufbau unserer Blätter und sendet sie mir bald in allen Teilen ausgcfüllt zurück. Dabei bin ich dann schon bei dem anderen: der positiven, aufbauenden, anregenden Kritik. Sie ist neben der aktiven Mitarbeit für die K. L.-Blütter unerläßlich, für die K. <5.-Mitteilungen wird sie die Mitarbeit an Bedeutung sogar übertreffen. Gewiß auch hier bedarf es der Mithilfe vieler: Die Berichte der Verbindungen und auch der Landesverbände müssen heraus aus ihrer unlesbaren, langweiligen Schemaform,- diese und jene Frage bedarf des Fachmanns — nicht etwa nur bei Buchbesprechungen: aber noch wichtiger ist gerade hier der Hinweis, die Anregung, rechtzeitig, nicht ein vorwurfsvolles: Warum habt Ihr nicht?, wenn es bereits zu spät ist, sondern ein freundschaftliches: Ich halte es für erforderlich, daß Ihr.berichtet oder Stellung nehmt. Sollte ich Zahlen nennen, wie oft ich das in 6 Jahren der Redaktionsführung gehört habe? Wieviele, die absolut mit Recht im letzten Jahre kritisiert haben, daß wieder einen Monat die Mitteilungen ausgeblieben sind, hätten hier vieles bessern, dem Redakteur manches erleichtern können, helft mir jetzt. — Auch hierfür sind, wie für die aktive Mitarbeit, vielerlei Gebiete aufzuzählen: Personalien im weitesten Sinne werden von uns nicht gebracht. Warum nur die Grnndelemente des Berufes bringen: Staatsexamen und akademische Grade? Warum erfährt man nicht auch weitere berufliche Erfolge, die die Freunde der Jugend um vieles mehr interessieren. Warum erfährt die Redaktion so selten außergewöhnliche bürgerliche Ehrungen, mag es sich um die Wahl zum Stadtrat oder Parlamentsmitglied, zum Vorsteher der jüdischen Gemeinde oder was sonst haubeln? Ist es nicht sogar oft außerordentlich wichtig, hiervon zu wissen? lind was für das Persönliche gilt, gilt auch für das Sachliche. Aus die Berichte der Verbände wurde bereits hingewiesen. Auch die „Akademischen und allgemeinen Nachrichten" bedürfen oft der Anregung; auch hier ist es nicht gut, alles dem K. E.-Redakteur zu überlassen, wenn nicht vieles übersehen werden soll. Freilich eine Mitarbeit kann ich nicht brauchen, und ich warne einen jeden, der einmal das sicherlich einen jeden Arbeitsfreudigen mit Befriedigung erfüllende Amt des K. C.-Redakteurs übernimmt, die Mitarbeit jener stets Bereiten, alles Unternehmenden, aber nichts Vollendenden. Dann aber ans Werk. Wer hilit mit? Berlak (Spr., Fr.-Ghib.) lotsmi Akademische und öligem, nadiricfifen Gin Uachklarrg dev Tagung in Kievville. An der Tagung des Weltstudentenwerks in Vierville hat auch Herr Ernst Halitzki, Berlin (K. I. V.) teilgenommen. Herr Halitzki hat an verschiedenen Stellen über diese Tagung berichtet und schließlich den Kreis seiner Veröffentlichungen mit einem Aufsatz „Einkehr der akademischen Jugend" in der „Jüdischen Rundschau" vom 19. März '1929 geschlossen. Wir hätten uns mit diesem Aufsatz trotz mancher Abweichungen ebensowenig zu befassen gehabt wie mit seinen anderen Artikeln, wenn er es nicht für zweckmäßig gehalten hätte, Kbr. L e n n h o f f, der den K. C. auf dieser Tagung vertreten hat, zu apostrophieren und lächerlich zu 'machen. Allerdings beschränkt er sich dabei nicht auf Kbr. Lennhoff, sondern findet die gleiche vornehme Würdigung für jeden, der nicht Nationaljude ist. Merkwürdig ist freilich, daß dieses Urteil von Herrn Halitzki herrührt, obgleich dieser vor der Tagung der Auffassung war, daß