KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 1-2 (22.2.1929)
- Date
- 1929-02-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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5 Kundgebung für den K.C. in Ostpreußen! Das war die Losung. Zweifellos eine achtunggebietende, allseits warm empfundene Veranstaltung! Starke aus der Seele geborene, wohldurchdachte Worte gaben der Oeffentlichkeit, Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden, der Universität, i der Handelshochschule, der Stadt, der jüdischen " Gemeinde und vielen anderen den im K. C. wohnenden Willen kund. Ein donnernder Salamander bekräftigte das Treuegelöbnis des K.C. zu der vom Reich getrennten, schwer bedrängten östlichen Provinz. Der K.C. hat seine Pflicht getan. Er ist der Pflichten wegen da, er trägt sie gern. Er kämpft mit ungebrochener Kraft für das Deutschtum, für sein Deutschtum, für sein Judentum. Doch die Not des Landes ist zu groß. Sie beherrscht Volk und Behörden. Nichts kommt offenbar neben ihr auf. Was bedeutet die Not des K.C. im Vergleich zu der eignen! Darum wohl kein Wort für etwas, was nicht Ostpreußen gilt! Herzlicher, aufrichtiger Dank an den K.C. für seine Treue, herzliche Bitte um weitere Treue — unser Wunsch: Treue um Treue! Dr. Fritz Michaelis (Vis.,Thur.) Der 26. K. N.-Tag in Königsberg, Pr. Nicht immer ist es für den Arzt eine reine Freude, eine Epikrise über eine Erkrankung zu schreiben, und nur, wenn seine Kur gelungen, kann er mit Stolz durch eine kritische Würdigung seines Handelns den Erfolg seines Werkes krönen. Wenn ich die vielen lobenden Stimmen aus Kreisen unserer Kartellbrüder und unserer Philisterschaft höre, so geben sie mir den Mut, einiges von unseren Veranstaltungen beim letzten K. C.- Tag zu berichten. Mit einem freudigen und einem sorgenvollen Auge saßen eine Handvoll K. C.er, vom Fuxen bis zum leicht ergrauten A. H. viele Nächte zusammen und machten mehr oder minder weise Vorschläge zur technischen Durchführung des K. C.-Tages in Friburgien. Eine studentische Reichstagung hatte in Ostpreußens Hauptstadt bisher noch nicht stattgefunden, und wir waren uns klar darüber, daß wenn diese Tagung nicht den allerbesten Eindruck machte, die gesamte K. C.-Arbeit im Osten — in dieser feindlichsten Umgebung — vielleicht für Jahre hinaus vernichtet würde. Als dann plötzlich besonders aus Berlin und Breslau Nachrichten kamen: Wir kommen zu Euch, wir treffen Euch, lösten diese Botschaften etwa den Jubel und die Freude aus, die vielleicht viele von uns im Felde empfunden haben, wenn der erste krachende Einschlag in den feindlichen Linien das Nahen der helfenden Kameraden anzeigte. Im Augenblick straffte sich Friburgias wunder Körper, jeder fühlte sich als Gastgeber verpflichtet, sein Bestes herzugeben, und in wenigen Tagen wurde eine Organisation geschaffen, die einen würdigen Ablauf der Tagung und alles Nötige für die zu erwartenden K.C.er von ihrem Eintreffen bis zu ihrer Abfahrt gewährleistete. Tiefster ostpreußischer Winter, geradezu in seltener Luxusausführung, lastete über unserer Stadt und ließ ihr Leben im Sinne des Wortes einfrieren, als viele bunte Mühen in die alten Keller des Schlosses hineinströmten. Aber es war nicht der weinseelige xenius loci, der die peleringewickelten Gestalten so schnell wieder auftauen ließ, nein es war des Geist des K. C., der Geist der Freundschaft und Bundesbrüderlichkeit, der die noch vor wenigen Minuten einander z. T. unbekannten jungen und alten Männer zu einem einheitlichen Gebilde zusammenschweißte und das Gefühl der Zusammengehörigkeit erwachen ließ. Dieser intimste Abend war für uns Königsberger vielleicht der schönste, umwoben von den Resten eines romantischen Studentenlebens, wurden uns so viele Beweise der Sympathie, der Freundschaft und des Verständnisses für unsere isolierte Lage zuteil, daß das Gedenken an diesen Abend für jeden Friburgen ein Ansporn für weitere tatkräftige K. C.- Arbeit sein wird. Ein Festgottesdienst, der Kommers und ein auch von den K. C.-Freunden recht zahlreich besuchter Ball vervollständigten das Programm, und wenn die Zeit, die diese Veranstaltungen beanspruchten, zum Maßstab für die Zufriedenheit der Ansitzer genommen werden würde, so können wir sozusagen als Gastgeber erfreut sein, denn bis in das anbrechende Tageslicht hinein sah man Spreven, Thüringen, Licaren u. a. ihren Heimweg suchen. Die Tagung selbst brachte viel Erfreuliches und Neues, so daß wohl alle den Eindruck gewinnen mußten: Der Bund steht festgefügt und schreitet auf seinem Wege vorwärts. Ein ganz besonderes Gepräge erhielt der K.C.-Tag durch Anträge, die von Seiten der Aktiven eingebracht wurden und von ihnen mit viel Energie gegen die Altherren verteidigt wurden. Es ist dieses ein Zeichen dafür, daß unser Nachwuchs.sich sehr intensiv mit dem K.C. und seiner Umwelt beschäftigt; ganz besonders unsere jungen Friburgen planen Refyrmbestrebungen, die vielleicht noch nicht in ganz reifer Form die Gemüter bewegten. Dieser geistige Kampf im Verbände ist jedenfalls zu begrüßen, behütet er uns doch vor Stillstand und wird früher oder später Früchte tragen. Diejenigen, die glauben, in dem stattgehabten Meinungsstreit unterlegen zu sein, werden weiter arbeiten und werden an die Worte unseres Bbr.