KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 1-2 (22.2.1929)
- Date
- 1929-02-22
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Schönheit einer Landschaft, die Liebe einer Frau -er fing sie in sich auf und strahlte sie zu* rück wie ein Spiegel die Sonnenstrahlen. Aber auch die Schatten zogen nicht spurlos an ihm vorüber: Die Sorgen und Nöte der Freunde, sie waren seine Sorgen, so wie anderseits jede kleinste Unaufrichtigkeit oder Feindseligkeit ihn tief betrüben konnte, wenn sie ihn unverdient und grundlos traf. Vor meinem geistigen Auge zieht jenes Heidelberger Semester vorüber, unlöslich verknüpft mit Franz Basch: seinein Suchen nach dem Freund, dem Leibbursch, der ihm. dem von Haus verwöhnten und verzärtelten Jungen, in der ihm nicht vertrauten, wenn auch anziehenden Sphäre des Verbindungslebens Richtung und Halt geben sollte; seiner Seelennot, als ihm der Arzt seines „jugendlichen" Herzens wegen zu fechten verbot, und er unter dieser Ausnahmestellung litt, die ihm den Anschein der Feigheit unter den Bundesbrüdern zu geben drohte. Wer von uns aber hätte damals geahnt, daß eben dieses zu schwache Herz so bald ganz versagen würde, am wenigsten sicher er selbst. Wie sind wir doch damals durch die Wälder gestreift, tagelang, und weiter bis in die malerischsten Winkel des Neckars und der Tauber, abseits von dem manchmal uns allzu laut und lärmend scheinenden Getriebe der Bundesbrüder. Wie haben wir ein andermal wieder mit ihnen in fröhlicher Sonnwendnacht gemeinsam gezecht, und wie haben unsere Augen geleuchtet, wenn vom Neckar herauf in die Schloßeinsamkeit aus lampiongeschmückten Booten, die tief unter uns wie Nußschalen lautlos den Neckar herunterglitten, ganz leise heraufzog: „Wo zwischen grünen Bergen munter.." Ja, da sind auch wir im tiefsten „jung gewesen"! Und als wir Abschied voneinander nahmen, da leuchtete als ein Fanal in unseren zukünftigen Lebensweg das eine Wort: Freundschaft, dies eine Wort, um deswillen allein es sich lohnt, K. C.er gewesen zu sein. Und hinter diesem Einen verblaßt alles andere: Examen, Heirat, weitere Jahre des Lernens und Volontierens, im Laufe deren wir uns in meiner rheinischen Heimat öfters sahen, endlich das lang ersehnte eigene — ja ganz und gar auch im Geistigen und Künstlerischen eigene — Heim mit der geliebten jungen Frau. Zu Weihnachten 1928 sollte es sein, da wollte ich Franz Basch besuchen, das erste Mal in seiner Heimat, in den acht Jahren unserer Freundschaft. „Du kommst, Leibbursch", so schrieb er mir kurz vorher, „und nicht irgendwann, sondern sobald Du Dich in Berlin nur ein wenig eingerichtet hast." Er hat keine Antwort mehr auf den Brief geben sollen, den er noch gelesen hat und in dem ich ihm — ahnungslos — schrieb, daß wir in den Weihnachtstagen zusammen sein wollten. Einen Berg von Blumen auf seinem frischen Grab, das war alles, was ich fand, als ich ihn das erste Mal besuchen wollte. Schlaf wohl, Leibsux! Dr. Fritz D r e y f u ß (Rhen.-Sil.) Dr. med. Isidor Henschke f (Sprev.) Unser Bundesbruder Henschke ist von uns gegangen, einer der Aeltesten unseres Bundes! Nicht Worte der Klage, sondern des treuen Gedenkens sollen unser letzter Gruß an Dich sein. Wie Du selbst als ein Aufrechter vor uns ge standen hast, Dich selbst und uns Treue bewahrend, so wollen wir Dein Lebensbild festhalten. Zu einer Zeit, als wahrlich ein Bekennermut dazu gehörte, K. C.er und Spreve zu sein, hast Du Dich unseren Reihen angeschlossen, und was Du als Jüngling für recht erkannt hast, sollte Recht für Dich bleiben Dein ganzes Leben. Nicht nur uns Aelteren, die wir mit Dir in früheren Jahrzehnten in jugendlichem Ueberschwang und Heller Begeisterung froh waren, sondern auch der Jugend des K. C. bist Du, allzu ftüh Vollendeter, entrissen. Auch die Jugend liebte Dich, weil Du mit ihr fühlen, weil Du mit ihr jung sein konntest! Aber auß außerhalb des K. C., in Deinem Beruf warst Du ein Vorbild treuester Pflichterfüllung. Aeberall, wo die Ideale des ärztlichen Berufes in Frage standen, warst Du ein Vorkämpfer für Recht und Gerechtigkeit. Und den Kranken, die sich Deiner liebevollen Fürsorge anvertrauten, ihnen bist Du zum Freunde geworden, mit Aufopferung Deiner Gesundheit hast Du ihnen gedient bis zum letzten Tage Deines Lebens. Wenn wir Deiner gedenken, so können wir die Worte aussprechen: „In servienclo alüs eonsumor". Dr. Josef Hirsch (Sprev.) vr. Ott» Kogel t (Sprev.) Worte seines Freundes Ludwig Simon (Sprev.) Du warst mein Leibsuchs. Wir haben im Leben nie viel von Worten gehalten und immer die Tat geliebt, so sollen meine Abschiedsgrüße an Dich auch nicht viel Worte sein und nur das Gelöbnis enthalten, Dir ein treues Andenken zu bewahren, Dir als einem der Besten unseres Bundes! „Furchtlos und treu!" ist unser Wahlspruch, Du hast ihn zur Wahrheit gemacht!