KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 11 (15.11.1928)
- Date
- 1928-11-15
- Page
- Seite 111 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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111 sehen und Achtung zu erkämpfen gewuszt. Die äußere Form, die wir einst schufen, ist zerfallen, aber der Kampf, den wir mit heißem Herzen und kraftvollem Arm geführt haben, war nicht vergebens, wenn wir die Ideale unserer Jugend hinausnehmen ins Leben und sie bewahren getreu den Worten, die unser Wappenspruch kündet: F ü r E h r e u n d R e ch t! Tagung dev Mivtschaftsliilfe dev Deutschen Studenteufchuft. D. St. — Die Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft hatte ihre diesjährige Iahrestagung für den 23. und 23. Oktober nach Berlin einberufen. Außer den Vertretern der Wirtschaftskörper als den studentischen Selbsthilfeorganisationen an den einzelnen Hochschulen des Reiches nahmen an den Besprechungen Vertreter der zuständigen Behörden des Reiches und der Länder, Vertreter der deutschen Hochschullehrer und weiterhin Vertreter der Altakademiker, insbesondere der Wirtschaft, teil. Ilm der weiten Öffentlichkeit Gelegenheit zu geben, die soziale Fürsorgearbeit der Wirtschaftshilfe kennen zu lernen, fand am 26. Oktober eine öffentliche Sitzung statt, in der der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftshilfe, Dr. Schairer, Dresden, in einem ausführlichen Referat die Lage des akademischen Nachwuchses unserer Hochschulen, die aus der wirtschaftlichen Not der Studentenschaft sich ergebenden Gefahren für die zukünftige Entwicklung des akademischen Standes und damit auch des ganzen Volkes behandelte, und an diesen Tatsachen die Notwendigkeit des Bestehens eines großzügigen Hilfswerkes, das im öffentlichen Interesse bestrebt ist, diesen Gefahren vorzubeugen, beleuchtete. Die internen Arbeitsbesprechungen selbst waren durch eine Sitzung des Vorstandes vorbereitet worden und brachten neben der Durchbesprechung des Standes der örtlichen Arbeit der einzelnen Wirtschaftskörper eine Stellungnahme zur augenblicklichen Lage der großen Arbeitsgebiete der Zentrale der Wirtschaftshilfe. Zn den Fragen des Baues von Studentenhäusern, der Tätigkeit der Studienstiftung des deutschen Volkes, des Amerika-Werkstudentendienstes und der Darlehnskasse wurden nach eingehenden Berichten der Geschäftsführung in Form von Anregungen die Richtlinien für die zukünftige Arbeit festgelegt. Als Ergebnis dieser Sitzung kann festgestellt 'werden, daß die immer noch vorhandene Notlage in den weitesten Kreisen der studierenden Jugend dringend eine Weiterführung und einen stärkeren Ausbau der örtlichen wie zentralen Fürforgeeinrichtungen erfordert, daß deshalb stärker wie bisher das Verlangen nach Unterstützung des Hilfswerkes durch öffentliche wie private Mittel aufrecht zu erhallen ist. Die Verwaltungsratssitzung der Wirtschaftshilfe hatte sich weiterhin mit einigen Satzungsfragen zu beschäftigen, die im Zusammenhang mit den hochschulpolitischen Verhältnissen an den preußischen Hochschulen standen und verursacht waren durch den Konflikt der Studentenschaften in Preußen mit der Unterrichtsverwaltung. Dank zahlreicher Vorverhandlungen über diese Frage im Vorstand der Wirtschaftshilfe, deren Beginn fast ein Jahr zurückliegt, wurde trotz des Vorhandenseins einer scharfen sachlichen Gegenstellung der Leitung der Deutschen Studentenschaft ein Bruch vermieden, der die Arbeit beider Organisationen hätte beeinträchtigen können. Die auf Vorschlag des Vorstaudes und Verwaltungsrates vorgenommeue Neuregelung des Verhältnisses zur Deutschen Studentenschaft wurde mit Einstimmigkeit ausdrücklich als Zwischenlösung bezeichnet, die nicht an den Grundsatz tasten dürfe, daß die Studentenschaft maßgebend au der Verwaltung des von ihr selbst geschaffenen Hilfswerkes der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft beteiligt sein müsse. Die als Ersatz für das bisherige Beuennungsrecht der Deutschen Studentenschaft vorgesehenen Wahlen studentischer Vertreter in den Vorstand der Wirtschaftshilfe werden im Winter-Semester zum ersten Male durchgeführt werden und wohl an den tatsächlichen Verhältnissen nichts ändern. Es bleibt dennoch abzuwarten, ob die rechtliche Loslösuug der Deutschen Studentenschaft nicht Gefahren für die Anabhängigkeit der studentischen Wirtschaftsarbeit in sich birgt. Anläßlich der Tagung fand auf Einladung des Reichsministers des Innern tsevering und des Reichswirtschaftsministers Eurtius bei Kroll ein Abend statt, zu dem als Gäste die Minister Becker und Höpker- Aschosf, die Referenten des Reichsministeriums des Innern und des Preußischen Kultusministeriums, zahlreiche führende Männer aus der Wirtschaft, an ihrer Spitze der bekannte Förderer der Wirtschaftshilfe, Geheimrat Dr. Duisberg, und die Teilnehmer der Wirtschaftstagung teiluahmen. Als besonderes Ergebnis dieser Veranstaltung darf die stark in Erscheinung tretende Befürwortung der Arbeit der Wirtschaftshilfe in den Reden der Minister Severing und Eurtius wie auch des Herrn Geheimrat Dr. Duisberg, als Vertreter der deutschen Industrie, gebucht werden. Kurze Vorträge über den Studentenhausbau, und den Amerika-Werkstudentendienst boten den Teilnehmern des Abends einen Einblick in die Tätigkeit der Wirtschaftshilfe. Die Hevttrrev Tagung des Mellvevdandes füv veligias-liüevales Jndenlmn. - 18. bis 21. August 1928. In den K. C.-Mitteilungen Nr. 9 vom 13. September 1928 hat Kartellbruder Lazarus, Frankfurt, über die Tagung eingehend berichtet, u. a. hat er mitgeteilt, daß Rabbiner Dr. Lehmann in seinem Referat den Anwert aller Symbolik, die gänzlich beiseite zu schieben sei, betonte, damit um so reiner und heller die geistig-sittlichen Ideen des Judentums hervortreten und von den Juden in ihrem Leben verwirklicht werden könnten. Diese Wiedergabe entspricht insofern nicht genau den Ausführungen des Referenten, als er nicht erklärte, alle Symbolik müsse gänzlich abgelehnt werden, sondern er stellte lediglich darauf ab, „dem religiösen Leben in Haus und Gemeinde wieder die Gestalt zu geben, die der Grundidee des Judentums entspricht, die in dem veränderten Kultus der gottesdienstlichen Veranstaltung der Synagoge und in Symbolen, die aber nie zum Nit ns werden dürften ihren Ausdruck gefunden hat." Gegen tim Gvmertevnng dev Kvankennevsicherirngspflicht. Der Bund angestellter Akademiker technisch-naturwissenschaftlicher Berufe e. V. hat sich in einem Sonderdruck aus „Der angestellte Akademiker technischnaturwissenschaftlicher Berufe" eingehend mit der Frage der geplanten Erhöhung der Versicherungspflicht in der Krankenversicherung beschäftigt. Er