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KC-Mitteilungen · 1928-10-15 · Heft 10 (15.10.1928) · p. Seite 98

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1928
Issue
Heft 10 (15.10.1928)
Date
1928-10-15
Page
Seite 98 (sequence 4)
Language
German
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98 Wenig später tagte in Paris der Kongreß der Co nfederation Internationale des Etudiants (C.I.E.). Auch hier sei eine Vorbemerkung gestattet. Die C. I. E. ist eine Zusammenfassung der einzelstaatlichen Studentenschaften der ganzen Welt. Ihre Mitglieder sind die einzelnen Nationalverbände. Da die D. St. ein übernationaler Verband insoweit ist, als er ja auch die deutschen Studentenschaften Oesterreichs, Sudetendeutschlands und Danzigs umfaßt, erhoben sich gegen ihre Mitgliedschaft Bedenken. Die C. I. E. und die D. St. hatten deshalb zunächst nur ein Arbeitsabkommen geschlossen, das ein gedeihliches Zusammenwirken durchaus möglich machte. Nun war aber neben die D. St. ein zweiter, deutscher Nationalverband, der D. St.V. getreten, ebenfalls großdeutsch, also übernational aufgebaut. Auch er hatte sich an die C. I. E. zwecks Aufnahme gewandt und auch er stieß auf die gleichen, in seiner und der C. I. E.-Struktur begründeten Schwierigkeiten. In Paris hat der D. St. V., nach unwidersprochen gebliebenen Meldungen der „Akademischen Korrespondenz" der D. St., keine glückliche Rolle gespielt. Er hat ausdrücklich auf die Vertretung Danzigs und der deutschen Hochschulen der Tschechoslowakei verzichtet und sogar in der Oesterreicherfrage keine klare Stellung eingenommen. Seine Haltung ist von dem Wunsche diktiert gewesen „eine möglichst große Zahl deutscher Studierender im internationalen Studentenverbande vertreten zu sehen". Er wollte daher die gleiche Basis „für die Zusammenarbeit mit den ausländischen Studentenschaften" finden, „wie sie bisher allein die D. St. inne hatte" (Nachrichtendienst des D.St.V.). Gewiß ein Vorsatz, der grundsätzlich berechtigt ist, dessen Durchführung aber eine Schranke an dem nationalen Gedanken — der großdeutschen Idee — hätte finden müssen. Der D.St.V. hat offenbar dies nicht mit der notwendigen Entschiedenheit beachtet, ein Vorgang, der dadurch nicht entschuldbar wird, daß auch die D. St. sich schwer gegen nationalen Geist versündigt hat. Es kam nämlich nach vielem Hin und Her ein dänischer Antrag mit Zustimmung auch des französischen, bisher recht wenig deutschfreundlichen Blockes zur Annahme, der besagte, die D.St. solle sich binnen sechs Monaten mit dem D. St. V. einigen; andernfalls werde man mit diesem ein gleiches Arbeitsabkommen schließen, wie es mit der D. St. bereits bestehe. Dies nahm die D. St. znm Anlaß, ihr Arbeitsabkommen mit der C. I. E. zu kündigen, nachdem sie bereits vorher erklärt hatte, ihre Ehre werde durch ein Abkommen der C. I. E. mit einer anderen deutschen Organisation verletzt. Das Ergebnis von Paris ist dank der schweren Fehler beider deutscher Gruppen nunmehr das: Der D. St. V. wird ein Arbeitsabkommen erhalten; das Arbeitsabkommen mit der D. St. wird erlöschen; das Deutschtum hat sich dem Ausland gegenüber durch das feindselige Verhalten zweier deutscher Spitzenverbände zueinander einen schweren Schlag versetzt. Ein Ergebnis also, das in keiner Weise befriedigen kann, das nur zu bedauern ist. Es besteht kein Anlaß, dem D. St. V. nicht zu glauben: er wollte gewiß nur die Vertretung möglichst zahlreicher Deutscher in der C. I. E. Aber sein Weg war falsch und zum Ziel hat er nicht geführt. Jetzt werden — kommt das Arbeitsabkommen zustande — weniger Deutsche in der C. I. E. vertreten sein als früher. Denn auch heute noch ist die D. St. stärker als der D. St. V., der bedauerlicherweise seiner inneren Kräftigung viel zu wenig Beachtung geschenkt hat. In diesen Tagen hört man, daß die Verhandlungen zwischen D.St. und D.St.V. gescheitert sind. Wessen Schuld dies auch sein mag, ist müßig zu fragen. Man hätte auf beiden Seiten bedenken sollen, daß eine Gesamtvertretung der deutschen Studenten einen Sieg des Deutschtums dargestellt hatte. Eine Vertretung nur einer Teilgruppe ist ein Beweis für deutsche Zwiespältigkeit dem Ausland gegenüber und darum kein Ruhmesblatt für die deutschen Studenten. Die wichtigsten Beschlüsse des Deutschen Studententages in Danzig. 1. Der 11. Deutsche Studententag in Danzig dankt den preußischen Studentenschaften für ihre feste Haltung, die sie in den Kämpfen um das preußische Studentenrecht, insbesondere durch die Abstimmung vom 30. November 1927, bewiesen haben. Der Studententag steht aus dem Standpunkt, daß durch die Ablehnung der Staatsministerialverordnung vom 23. September 1927 der Anspruch auf staatliche Anerkennung nicht gegeben ist. Inzwischen aber ist die Studentenschaft entschlossen, die studentische Selbstverwaltung in Preußen auch ohne diese Anerkennung fortzusetzen. Die auf dem föderativen Gedanken aufgebaute Würzburger Satzung, welche die unverrückbare Grundlage für den großdeutschen Zusammenschluß der Studentenschaft ist, schließt jeden Druck aus die auslandsdeutschen Studentenschaften aus, ihren Aufbau zu ändern. 2. Organisation der Studentenschaft. Die Deutsche Studentenschaft hält an ihrem Grundsatz der Selbstverwaltung auch auf finanziell-

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