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KC-Mitteilungen · 1928-07-25 · Heft 8 (25.7.1928) · p. Seite 71

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1928
Issue
Heft 8 (25.7.1928)
Date
1928-07-25
Page
Seite 71 (sequence 7)
Language
German
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71 Die Dresdner Tagung des Uerdandes der Indischen Jugendnereine Deutschlands. Der Verband der Jüdischen Iugendvereine Deutschlands, der sogenannte neutrale Verband, hat zu Pfingsten in Dresden die Jugend und darüber hinaus zahlreiche Freunde seiner Arbeit zu einer Tagung vereinigt, die als bedeutsamer Markstein in der Entwicklung des Verbandes zu kennzeichnen ist. Schon die Tatsache, daß eine so stattliche Zahl jugendlicher Menschen aller Altersstufen — etwa 700 Delegierte und Gäste — aus allen Bezirken auf die Ferienmuße der Pfingsttage Verzicht leisten, und anstatt zu wandern oder sich dem Sport hinzugeben, sich einmal zwei Tage hindurch um geistiger Interessen willen zusammensetzen, verdient verbucht zu werden als Zeugnis dafür, daß die jüdische Jugend auch um ihrer großen geistigen Fragen und Ideale willen wieder Opfer zu bringen weiß, und daß insbesondere der Iugendverband wieder als lebendige Arbeitsgemeinschaft junger strebender Menschen erstanden ist. Der Verband lebt, er berechtigt uns zu schönen Loffnungen für die Zukunft. Diese hoffnungsfrohe Grundstimmung durfte man auch aus dem sachlichen Inhalt der Verhandlungen entnehmen, die sich im Sinne der zur Erörterung gestelllen Themen mit dem „Weg in die Wirklichkeit" beschäftigten, in dem Bestreben, alle Verzettelung in Gefühlen und Worten zu vermeiden und aus den großen Ideen und Idealen die Willenskräfte zu entwickeln, um die Wirklichkeit nach diesen Idealen zu gestalten. In diesem Zeichen wurde das erste Thema „Die Verwirklichung der Persönlichkeit in der sachlichen Arbeit" von Or. Max Wiener, Berlin, und wurden ebenso die weiteren Referate von Lerbert Felsenthal, Düsseldorf, über „Die Arbeit in den Bünden", und von Kartellbruder Or. Julius Lerzfeld, Essen, „Die Arbeit der Jugend in der Gemeinde", behandelt. Nach einer lebendigen und fruchtbaren Aussprache wurde die Tagung mit dem Referat von vr. Lugo Lahn, Essen, „Jüdische Jugend im Weltjugendbund", geschlossen. Von Interesse ist weiter, daß der Verband sich neue Satzungen gegeben und hierbei seine Tendenzbestimmung in § I, wie folgt, gefaßt hat: „Der Verband der Jüdischen Iugendvereine Deutschlands erzieht die in ihm vereinigte Jugend auf der Grundlage umfassender Neutralität zu bewußtem Judentum in gesamtjüdischem Denken und Wollen und im Geiste staatsbürgerlicher Gesinnung." Es ist zu begrüßen, daß der Verband, dessen schöne Idee, wie Or. Gustav Löffler, Frankfurt, es formulierte, gerade darin besteht, daß er jeden jüdischen Menschen vorbehaltlos, ohne nach seiner Lerkunft, ohne nach seiner politischen oder parteireligiösen Richtung zu fragen, als jüdischen Menschen, jüdischen Bruder und jüdische Schwester anerkennt und bei sich begrüßt, es sich bei aller Neutralität zu den parteimäßigen Fragen nicht nehmen lassen will, ebenso wie die Liebe zum Judentum auch den Geist staatsbürgerlicher Gesinnung zu pflegen. Die Verbandsleitung wurde durch Leranziehung jüngerer Führerkräfte neu organisiert. Der bisherige Verbandsleiter Or. Klein, Düsseldorf, der zusammen mit anderen Führern den Verband in den schwierigen Verhältnissen der Nachkriegszeit zu seiner neuen Blüte entwickelt hat, wurde zum Schriftleiter der Verlagszeitschrift gewählt. Die Führung des Verbandes wurde Or. Lugo Lahn, Essen, als Ersten Vorsitzenden anvertraut; Zweiter Vorsitzender ist Lerbert Felsenthal, Düsseldorf, geschäftsführender Vorsitzender Fritz Schwarzschild, Wiesbaden. Die C.-V.-Zeitung betont in ihrer Besprechung: „Der VerlaufderTagung enthält für die Entwicklung desBundes in jeder Richtung Versprechungen. Wir hoffen, nach weiteren zwei Jahren ihre Einlösung freudig feststellen zu können. Alle Voraussetzungen hierfür sind gegeben." Wir können uns diesen Wünschen nur anschließen, wollen aber hinzufügcn, daß die weitere Aufwärtsentwicklung des Verbandes davon abhängig ist, daß ihm für seine schwierigen Aufgaben von allen Seiten Förderung und Mitarbeit zuteil wird. Diese Verpflichtung liegt insbesondere auch unseren Verbandsmitgliedern ob, deren Aufgabe es ist, sich der jüdischen Jugend nicht zu versagen, sondern in tätiger Gemeinschaft mit allen strebenden jungen Kräften den neuen Weg zu bahnen. Vergessen wir nicht, daß unser K. C. die erste jüdische Jugendbewegung der moder ne »Zeit war, und daß es Verrat an unserer Idee bedeuten würde, wollten wir uns infatter Bequemlichkeit von den gemeinsamenFragen der jüdischen Jugend fernhalten. Wir würden das Ziel unserer Erziehungsarbeit verfehlen, wenn nicht unsere Mitglieder, namentlich die i. a. B. i. a. B. und a. L. q. L., den Anschluß an die gemeinsamen Aufgaben der deutschen Iudenheit suchen und insbesondere mit der gesamten jüdischen Jugend, wie sie im Iugendverband vereinigt ist, sich zusammenfinden würden, um die Zukunft unserer Gemeinschaft zu gestalten. Lier ist eine große Aufgabe, die auch uns zur Mitarbeit ruft. Or. David Krombach, Essen (Thuringiae). Bericht «der die Kölner Tagung dev Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums In der ersten Iuniwoche hielt in Köln die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums ihre Mitgliederversammlung ab; im alten Köln, dessen großer Sohn Albertus Magnus schon früh, wie Professor Elbogen hervorhob, die Brücke zur Wissenschaft des Judentums schlug,-im neuen Köln, das jetzt im Nahmen einer glänzenden Weltausstellung ungezählte Vereine und Gesellschaften schon gastlich äufnahm und noch beherbergen wird, die ihre Kongresse an die unvergleichlich schönen Äser des breit dahinrauschenden Rheinstromes verlegten. Eine glänzende Tagesordnung, auf der u. a. ein Referat von Professor Elbogen über die Aufgaben und Arbeiten der Gesellschaft, insbesondere an der Germania Anwälte im K..C. bedient Euch Bedarf Vertretern Hilfsarb etter i\ des juristischen Arbeitsnachweises des K.C.

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