KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 3-4 (30.4.1928)
- Date
- 1928-04-30
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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19 Polemik, die in dem letzten Heft der „Deutschen Hochschule", des Organs des B. C., innerhalb des B. (£. ansgefochten wurde. ‘JDä&renb der eine Teil des B. C. es als eine Selbstverständlichkeit enrpfindet, daß, da die österreichischen Korporationen des B. C. aus der dortigen Studentenschaft ausgeschieden sind, ein Zusammengehen mit diesen Gruppen in Deutschland unmöglich ist, vertreten andere B. C.er die Auffassung, das; ein Anschluß an den Deutschen Studentenverband eine politische Festlegung bedeuten würde. Als Wortführer dieser Richtung taucht Herr Dr. Max Naumann, der Gründer des Verbandes nationaler Juden, auf, aber er findet noch andere Bundesgenossen. So versteigt sich Herr Claußen sogar zu folgender Behauptung: „Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß ein Verbände, wie „Reichsbund demokratischer Stuliche Studentenschaft", an deren Gründung außer dem B.E. hauptsächlich rein politisch eingestellte Verbände wie „Reichsbund demokratischer Studenten", Verband sozialistischer Studentengruppen Deutschlands und Oesterreichs", „K.E.", „Deutscher Republikanischer Studentenbund", Mitwirken, recht bald in ein einseitig politisch Fahrwassergeraten muß, wie es bisher mit allen sogenannten „unpolitischen" Verbänden der Fall gewesen ist.“ Wir können beinahe annehmen, daß entweder Herrn Llaußen die Bestrebungen des K.C. nicht bekannt sind oder hier ein Druckfehler vorliegt. Allerdings muß festgestellt werden, daß auch Herr Llaußen und Herr Naumann nicht etwa ein Zusammengehen mit der nun einmal völkisch gewordenen Deutschen Studentenschaft wollen, sondern lediglich eine Fernhaltung des V. C. von allen diesen Organisationen. Damit ist immerhin eine gewisse Klarheit geschaffen und es sei auch nicht verhehlt, daß in allen Aufsätzen mit aller Deutlichkeit die Stellung zum Ausdruck kommt, daß der B. C. sein sonstiges Bekenntnis zur Weimarer Verfassung, zur. freiheitlichen Gesinnung und zn den Farben Schwarz-Rot- Gold auch in seiner Hochschulpolitik verwirklicht. Vielleicht wird nach der Pfingst-Lagung des B. C. hierauf noch zurückzukommen sein. _ Zu dem Aufsatz der vergangenen Nummer ist der cschriftleitung der K. L.-Mitteilungen ein Schreiben des Herrn Hans Lueken, Danzig, zugegangen, dessen Ausführungen aus dem Januar-Heft der „Schwarzburg" wir auf Seite 3 der letzten „Mitteilungen" wiedergegeben haben. Dieses Schreiben hat folgenden Wortlaut: „Mit Befremden lese ich in Nr. 1/2 der K. E.- Mitteilungen vom 15. Februar 1928 Seite 3, daß meine in der Januar-Nummer der „Schwarzburg" veröffentlichten Ausführungen über die Deutsche Studentenschaft von Ihnen verwertet werden, um Ihre ablehnende Haltung gegenüber der Einladung der D. St. zu begründen. Ich nehme gerne davon Kenntnis, daß Sie meine offene Kritik an den Mängeln der D. St. „ehrlich" nennen. Ich hätte es aber auch Ihrerseits „ehrlich" (und d. h. doch wohl auch „akademisch") gefunden, wenn Sie Ihren Lesern deutlich zum Ausdruck gebracht hätten, daß ich mich trotz jener offenen Kritik in meinem Aufsatz entschieden für die Erhaltung der D. St. einsetze. Ich muß mich also auf das Bestimmteste dagegen verwahren, von Ihnen als Kronzeuge für Ihre ablehnende Stellungnahme angeführt zu werden, wie Sie dies tun, wenn Sie unmittelbar an das aus dem Zusammenhang meines Aufsatzes h e r aus - gerissene Zitat Ihre Folgerung anschließen: . „Hiernach ist die Marschrichtung gegeben". Ich darf wohl erwarten, daß Sie diese Feststellung, auf die ich, um Mißverständnissen vorzubeugen, Wert legen muß, Ihren Lesern Mitteilen." Die Schriftleitung hat hierauf folgendes geantwortet: „Sehr geehrter Herr Kommilitone! Ich bestätige Ihr Schreiben vom 8. März und kann Ihrer Kritik insoweit nicht beipflichten, als ich es nicht unbedingt für erforderlich gehalten habe, darauf hinzuweisen, daß Sie — für mich persönlich unverständlicherweise — trotz Ihrer einleitenden Kritik zu einem meiner Auffassung entgegengesetzten Endergebnis gelangt sind. Ich bin selbstverständlich sehr gern bereit, oie Leser der K. C.- Mitteilungen auf Ihre abweichende Auffassung hinzuweisen und werde dies in der nächsten Nummer tun." Wir kommen gern dem Wunsch des Herrn Lueken nach und stellen fest, daß der „Schwarzburgbund" nicht etwa sich dem Deutschen Studentenverband angeschlossen hat, wir stellen gern fest, daß der Schwarzburgbund nach wie vor in den Reihen der Deutschen Studentenschaft marschiert. Wir glauben sogar, daß die Einleitungsworte zu unserem Aufsatz erkennen lassen, daß Herr Lueken und sein Verband hochschulpolitisch anderer Auffassung sind als der K C. Wir haben zur Deutschen Studentenschaft von heute nicht das Vertrauen, daß sie die Mängel, die Herr Lueken so offen anerkennt, beseitigen wird. Wir glauben nicht» daß das, was zur Zeit der staatlichen Anerkennung geschehen konnte, in einer Freien Studentenschaft abgelehnt wird. Wir glauben nicht, daß der Wille, „organisatorische Aenderungen im Ausbau der Deutsche Studentenschaft durchzusetzen", auch verwirklicht werden wird. Und darum trennen sich unsere Wege und müssen solange nebeneinander herlaufen, als die Deutsche Studentschaft nicht willens ist, eine überparteiliche Arbeit mit allen deutschen Kommilitonen vor das Partei-Interesse zu rücken. Auch wir .wollen eine starke Deutsche Studentenschaft, aber die Deutsche Studentenschaft darf nach unserer Auffassung im Gegensatz zu der von Herrn Lueken niemals Selbstzweck werden, und darum können wir in dieser Deutschen Studentenschaft, die jetzt entsteht, diesem privaten Verein, der sich mit unseren Gegnern verbündet, nicht Mitarbeiten. Als Kronzeugen für unsere ablehnende Stellungnahme haben wir Herrn Lueken nicht angeführt, aber wir haben ihn angeführt, weil er der einzige ist, der trotz seiner abweichenden Stellungnahme die Fehler der Deutschen Studentenschaft bisher offen zugegeben hat. Ist es unter diesen Umständen ein Witz, daß die Wiener Deutsche Studentenschaft, dieser völkische Verein, an die deutschdemokratische Hochschülervereinigung folgendes Schreiben gerichtet hat: „Da Sie bis jetzt noch keine Liste zu den am 1., 2., 3. und 5. März stattsindenden Kammerwahlen eingereicht haben, macht der Vorstand der Deutschen Studentenschaft der Universität Wien Sie auf diese Kammerwahlen aufmerksam. Sie haben zu wiederholten Malen behauptet, daß die Deutsche Studentenschaft der Universität eine Minderheit darstelle. Sie haben nun bei diesen Kammerwahlen Gelegenheit, diese Ihre Behauptung zu beweisen. Wahlberechtigt ist jeder deutscharische Studierende, ohne Unterschied des Geschlechtes und der Staatsbürgerschaft, der an der Universität Wien vollimmatrikuliert ist. Wählbar jeder Wahlberechtigte. In der Erwartung, daß Sie die Gelegenheit ergreifen werden, an der Verwaltung der Deutschen Studentenschaft teilzunehmen, zeichnet mit Hoch-