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KC-Mitteilungen · 1928-04-30 · Heft 3-4 (30.4.1928) · p. Seite 18

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1928
Issue
Heft 3-4 (30.4.1928)
Date
1928-04-30
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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18 Nochmals die Kage in dev Deutschen Studentenschaft. In der Februar-Nummer der K. E.-Mitteilungen berichteten wir über die Vorgänge in der Deutschen Studentenschaft und über unsere Stellungnahme zu ihr. Inzwischen hat die dort angekündigte Besprechung vom 12. Februar stattgesunden und die Deutsche Studentenschaft hat über diese Tagung einen Bericht veröffentlicht, den wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Weniger darum, was er sachlich enthält, sondern vielmehr wegen der Dinge, die er nicht enthält. Die „D. St., Akademische Korrespondenz", die von der Deutschen Studentenschaft herausgegeben wird, berichtet über diese Tagung folgendes: „Am 12. Februar fand in Berlin auf Einladung des Vorstandes der Deutschen Studentenschaft die bereits angekündigte Besprechung aller studentischen Gruppen und Verbände über die Fortführung der studentischen Selbstverwaltung an den preußischen Hochschulen nach dem Verzicht auf die staatliche Anerkennung der Studentenschaften statt. An der Versammlung nahmen neben den Leitungen aller Korporationsverbände, von denen sich nur der jüdischkonfessionelle K. C. ausgeschlossen hatte, auch die Vertreter der „Arbeitsgemeinschaft deutscher Finken", die alle freistudentischen Richtungen umfaßt, und die Vertreter der parteipolitischen Hochschulgruppen von den Nationalsozialisten bis zu den Kommunisten teil. Lediglich die jüngste Splittergruppe, der „Deutsche Studentenverband", der die sozialistischen und demokratischen Vereine zusammenzufassen bestrebt ist, hatte seine Teilnahme an der Besprechung verweigert. Einleitend trug der Vorsitzer der Deutschen Studentenschaft die bereits in der bekannten Goslarer Entschließung zum Ausdruck gelangte Auffassung der Deutschen Studentenschaft von der Fortführung der studentischen Selbstverwaltung vor, deren Basis entsprechend ihrem allgemein st udentis che n Grundgedanken eine möglichst breite und umfassende sei und deren Erfolge allen Studentenschaften zugute kommen soll. Aus diesem Grunde habe die Deutsche Studentenschaft jedes an sie herangetretene Ansinnen, die Studentenschaft etwa auf die Gegner des neuen Studentenrechtes oder eine weltanschaulich gebundene Gruppe der Studierenden zu beschränken, ausdrücklich abgelehnt. In der anschließenden Aussprache der anwesenden Gruppen untereinander wurde von allen Vertretern der Gedanke einer allgemeinen Deutschen Studentenschaft ausdrücklich bejaht und damit die vielfach behauptete Unmöglichkeit einer freien studentischen Selbstverwaltung eindringlich widerlegt. Von besonderer Bedeutung waren hierbei die Erklärungen, die von seiten des größten katholischen Verbandes, des C. V., abgegeben wurden, der bisher zu den Fragen des studentischen Verfassungskampfes keinerlei Stellung eingenommen hatte, nunmehr aber ebenso wie der andere farbentragende katholische Verband, der R. K. D. B., seinen Angehörigen die Mitarbeit in den freien Studentenschaften ausdrücklich empfiehlt, da diese nach seiner Ansicht zurzeit in Preußen allein die Durchführung der studentischen Selbstverwaltungsaufgaben gewährleisten. Die Hochschulgruppen der Deutschen Volkspartei, deren Leitung sich seinerzeit für die Annahme des neuen studentischen Rechtes erklärt hatte, sprachen sich in gleichem Sinne aus. Die Versammlung nahm auf Antrag der Deutschen Burschenschaft folgende Entschließung an: „Die versammelten Gruppen bejahen den Gedanken der studentischen Selbstverwaltung in der Deutschen Studentenschaft. Sie stellen ihre Kräfte zur Durchsetzung dieses Gedankens zur Verfügung unbeschadet des etwaigen Willens, organisatorische Aeuderungen im Aufbau der Deutschen Studentenschaft durchzusetzen." Gegen diese Entschließung stimmten lediglich die kommunistische Studentengruppe und die deutsche Freischar, während die katholischen Verbände des K. V. und U.V. sich — im Gegensatz zu den beiden anderen katholischen Verbänden der Stimmen enthielten. Nach ausdrücklichen Erklärungen wird die Art ihrer Stellungnahme zu der Entschließung diese Gruppen jedoch nicht hindern, an der studentischen Selbstverwaltung im Rahmen der Deutschen Studentenschaft mitzuarbeiten. Im übrigen übte nur noch der konfessionell paritätische B. C. Stimmenenthaltung. Dieses Ergebnis der Tagung bedeutet, daß keine irgendwie ins Gewicht fallende studentische Gruppe eine Teilnahme an der durch die Deutsche Studentenschaft vertretenen allgemeinstudentischen Selbstverwaltung verweigert. Die Hoffnung gewisser Kreise auf den Zerfall der studentischen Gemeinschaften nach der Aufgabe der Zwangsstudentenschaft in Preußen ist somit hinfällig geworden." Dieser Bericht ist ein Muster, wie man die Dinge entstellt wiedergeben kann. Zunächst die Gruppen, die daran teilgenommen haben: Nicht nur der K. C. hatte sich ausgeschlossen, sondern auch die F. W. V. Nicht die Vertreter aller parteipolitischen Hochschulgruppen, wie es dem flüchtigen Leser erscheinen könnte, haben an dieser Tagung mitgewirkt, sondern die Sozialdemokraten und Demokraten sind fern geblieben. Inwieweit die Zentrumsstudenten teilgenommen haben, ist uns nicht bekannt. Dann die Bewertung der Gegner: Der Deutsche Studentenverband wird als jüngste Splittergruppe dargestellt, d. h. es wird versucht, so zu tun, als ob der Deutsche Studentenverbano kein Zusammenschluß nach Art der Deutschen Studentenschaft ist, sondern als wenn es sich hier um eine korporative Gruppe handelt nach Art des Hochschulrings deutscher Art. Nun, wir sind hierüber nicht sehr erstaunt. Es war von vornherein damit zu rechnen, daß sämtliche Verbände, die sich gegen die Staatsministerial-Verordnung ausgesprochen hatten, nach wie vor zusammenstehen würden. Einiges Erstaunen kann höchstens die Stellung der Kommunisten erregen. Aber wenn man berücksichtigt, daß es nicht nur in der Studentenschaft so ist, daß das widernatürliche Bündnis der Radikalen beider Richtungen immer wieder auftaucht, so werden uns auch hier die Entscheidungen nicht wundern. Viel eher ist dies schon in bezug auf die Volkspartei der Fall, die durch das Zusammengehen mit den völkischen Gruppen ihrer eigenen Stellungnahme während des Wahlkampfes untreu wird. Daß aber nicht Friede und Eintracht und feste Klarheit über das, was man will, besteht, beweist die angenommene Resolution. Sicherlich hat sich wohl jede der verschiedenen Gruppen unter den Worten: „....unbeschadet des etwaigen Willens, organisatorische Aenderungen im Aufbau der Deutschen Studentenschaft durchzusetzen", etwas anderes gedacht. Die Volkspartei denkt hierbei an eine tatsächlich großdeutsche Studentenschaft, die Völkischen denken an eine möglichst baldige Durchsetzung ihrer Ideen in Deutschland, und trotzdem behauptet man hinterher, daß man einig war. Wenn wir uns all diese Dinge vergegenwärtigen, so können wir auch nicht an der Stellungnahme des B. C. vorübergehen. Wir hatten bereits in der Nachbemerkung zu unseren Ausführungen in der Februar-Nummer darauf hingewiesen, daß der B. C. nnerklärlicherweise sich entschlossen hat, der Einladung der Deutschen Studentenschaft Folge zu leisten. Die Gründe hierfür ergeben sich aus der

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