KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 1-2 (15.2.1928)
- Date
- 1928-02-15
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 wärtigen, was es bei der Keiltätigkeit bedeuten würde, wenn inan mit gutem Gewissen den Keilfüxen sagen könnte, welche materielle Unterstützung sie vom K. C. zu erwarten haben. Ich persönlich halte es für meine Ehrenpflicht, jung niedergelassene Kb. durch Ueberweisung von Patienten zu unterstützen. Ich kann mir nichts Deprimierenderes vorstellen, als wenn man monatelang vor einem leeren Wartezimmer sitzen soll. Bei der heutigen fast ausschließlichen Kassenpraxis ist es für jeden beschäftigten Arzt eine ganz kleine Mühe, Patienten einem anderen Kollegen zu überweisen. Wenn man weiß, wie schwer gerade hier in Breslau der Konkurrenzkampf bei dem sehr gut organisierte!: christlichen, antisemitischen Aerzteverein ist, müßte man annehmen, daß die Kbr. in Breslau und der Provinz sich anders unterstützen. Hier sind die Verhältnisse noch wesentlich schlimmer. Nicht nur, daß eine Unterstützung nicht erfolgt, sind mir eine ganze Anzahl von Fällen bekannt, wo die Herren Kb. sogar den Patienten abraten, zu einem K. C.er zu gehen. Wenn hier durch dauernde Mahnung von selten des G. A. Wandel geschaffen würde, wäre mehr als durch alle Tendenzreden usw. für den K. C. zu erreichen. Ich würde mich freuen, wenn diese Zuschrift eine weitere Diskussion anregen würde und dadurch vielleicht doch eine große Anzahl säumiger Kbr. aufrütteln würde. Dr. K l e e m a n n (Breslau). 41/2 Jahre medizinische Stellenvermittlung des K. C. Im Jahre 1923 hat der Göttinger K. C.-Lag auf Vorschlag des G. A. die K. C.-Stellenvermittlung ins Leben gerufen. Da deren medizinische Abteilung jetzt in andere Hände übergeht, sei es gestattet, einen Rückblick auf die bisherige Entwicklung und Tätigkeit des (medizinischen) Stellennachweises des K. C. zu werfen. Im Laufe seiner Tätigkeit hat der medizinische Stellennachweis unseres Verbandes mehrere Tausend telephonische, mündliche und schriftliche Nachfragen und Angebote bearbeitet. In der ersten Zeit überwogen die Stellengesuche junger, unbeschäftigter Kartelwrüder. aber allmählich wandten sich auch häufig ältere K. C.er und auch Außenstehende an uns, um Vertretungen, Assistentenstellen, Niederlassungen und Assoziationen anzubieten. So konnte eine große Zahl von Stellen aller Art besetzt werden. Als wichtigste Aufgabe hat es die medizinische Stellenvermittlung betrachte!, den Kartellbrüdern, die nicht ganz besondere Gründe dafür hatten, sich in einer Großstadt niederzulassen, aussichtsreiche Existenzmöglichkeiten in kleineren Orten nachzuweisen. Dies ist auch in einer Reihe von fallen geglückt. Auch für die Zukunft wäre zu wünschen, daß die jungen Mediziner, besonders auch Fachärzte mit guter Ausbildung, ihr Augenmerk nicht nur auf die großen Städte richten, sondern bei passender Gelegenheit als Ort der Niederlassung kleinere und mittlere Plätze wählen, wo schon die Anwesenheit eines einzigen in seinem Berufe tüchtigen K. C.ers für unseren Verband von besonderem Wert ist. Der sich verbreitende Ruf unserer Vermittlungstätigkeit hatte zur Folge, daß nicht nur andere große jüdische Organisationen, wie die Großloge U. O. B. B.. C. V. und Frontbund, in gewissen Fällen mit uns zusammenarbeiteten, sondern daß auch (inoffiziell) Leiter der Arbeitsämter eines zionistischen studentischen Verbandes den Wunsch aussprachen, Angebote und Nachfragen, die die eigenen Verbände nicht besetzen konnten, mit uns auszutauschen, hiervon wurde bisher nur in ganz vereinzelten Fällen Gebrauch gemacht. Der K. C. ist zwar keine „Versorgungsanstalt", die ihre jungen Mitglieder in jedem Falle pekuniär sichern kann, aber mit der zunehmenden Ausdehnung unseres Verbandes muß es in immer zahlreicheren Fällen möglich sein, Kartellbrüdern auch wirtschaftlich zu nützen. Es darf noch erwähnt werden, daß auch mancher verdiente ältere K. C.er. der früher eine gute Existenz hatte, durch Krieg, Inflation oder durch Vertreibung von seinem bisherigen Wohnsitz in die Lage kam, sich an uns zu wenden. Eine besondere Aufgabe lag für unsere Stellenvermittlung darin, zu verhindern, daß auch nur ein einziger Verbandsbruder aus Unkenntnis, Not oder mangelndem Standesgefühl Fehler beging, die unserer Gesamtheit zur Last fallen konnten. Es ist zu hoffen, daß auch für die Zukunft die Kartellbrüder der K. C.-Stellenvermittlung aller Berufszweige ihre volle Aufmerksamkeit zuwenden. Die Hilfe, die dann den einzelnen Verbandsbrüdern durch die Stellenvermittlung des K.C. zuteil werden kann, stärkt das Gefühl der Kartellbrüderlichkeit und hebt das Ansehen unseres Verbandes. E. R. 3 Verbcmdsnacfirichten i..i (Die „Verbandsnachrichten" für die näckste Nummer sind einseitig beschrieben bis spätestens 10. März an die Schriftleitung einzureichen.i Bavaria, Heidelberg. Zu unserem Semesterantritts- Convent am 26. Oktober fand sich der weitaus größte Teil der Bundesbrüder aus dem Sommersemester wieder in dem schönen Heidelberg ein. Mit einer Aktivitas von 18 Mann begannen wir unsere Semesterarbeit. Wir beurlaubten zu einer l.K.V. „Sprebia" unseren a. B. Leo Wolf und überwiesen ihr unseren a. F. Bensinger. Zu einer l. K. V. „Licaria" beurlaubten wir die a. B. a. B. Joseph und Simon. Unserem C. K. Meyer, der sein Studium aufgab, gewährten wir den ehrenvollen Austritt. Das Inaktivierungsgesuch unseres a. B. Richard Mainzer wurde genehmigt. In dankenswerter Weise übernahmen Kbr. i. a. B. Berliner, der sich wieder aktiv meldete, das Fuxmajorat für Tendenz und unser l. i. a. B. Krakauer das Fuxmajorat für Comment. Die definitiven Chargenwahlen bestätigten das Ergebnis der interimistischen: X a. B. Herbert Bloch XX a. B. Ludwig Berliner . M. f. C. i. a. B. Hans Krakauer .M.f.T. XX .W. a.B. Walter Rothschild f.W. X 5p. W. X K. W. XX