KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 1-2 (15.2.1928)
- Date
- 1928-02-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 solution gefaßt, die von den politischen Gruppen der freiheitlichen Studentenschaft und an korporativen Verbänden neben dem K. C. vom B. C. und der F.W. V. unterschrieben wurde. Sie begründen in dieser Resolution, deren genaue Wiedergabe heute überholt ist, die Gründung einer großdeutschen, freiheitlichen Studentenschaft. Diese Organisation ist, wie an anderer Stelle naher geschildert wurde, inzwischen ins Leben gerufen, und zwar unter dem Namen „Deutscher Studenten- Verband". Auch der Deutsche Studenten-Verband hat die Einladung der Deutschen Studentenschaft abgelehnt. Er begründet seinen Standpunkt ebenfalls in einem Schreiben, in dem er folgendes ausführt: „Wir sind im Besitze Ihrer Einladung, die uns durch den Bund Bereinigung freiheitlicher Akademiker, übermittelt worden ist, und teilen Ihnen dazu nach einstimmigem Beschluß unserer Vertretertagung folgendes mit: Sie haben bisher mit den unerhörtesten Methoden eine sachliche Zusammenarbeit in der studentischen Selbstverwaltung verhindert. Sie haben durch ihre Parole zur Abstimmung in Preußen bekundet, daß Ihnen Ihre einseitigen parteipolitischen Ziele wichtiger sind, als die durch staatliche Anerkennung gewährleistete allgemeine Selbstverwaltung. Sie haben nach Zerfall der staatlich anerkannten Selbstverwaltung nun zu einer Besprechung über die künftige Vertretung der studentischen Interessen eingeladen. Ihre oben gekennzeichnete Landlungsweise allein hätte genügt, uns an der Ernsthaftigkeit Ihrer Absicht zweifeln zu lassen. Sie haben aber dazu in Ihrer Akademischen Korrespondenz vom 4. Februar 1828 nach erfolgter Einladung in unqualifizierbarer Weise versucht, uns in der Oeffentlichkeit herabzusetzen. Daß Sie jetzt versuchen, Ihrem Verein den Anschein der Lleberparteilichkeit zu geben, stellt einen Versuch der Irreführung der Oeffentlichkeit dar. Abgesehen davon, daß die studentischen Gruppen Deutschlands, Deutschösterreichs, Sudetendeutschlands und Danzigs, die sich zu unseren Zielen bekannt und sich uns angeschlossen haben, stark genug sind, ihre Interessen selbständig zu vertreten, werden Sie uns nach dem oben Gesagten nicht zumuten können, in Gemeinschaft mit Ihnen die Interessen unserer Mitlieder zu vertreten. Die Verantwortung für diese age liegt ausschließlich bei Ihnen: Wir lehnen die Teilnahme an der von Ihnen geplanten Besprechung ab." " Welche Stellung die anderen studentischen Gruppen einnehmen, ist im Augenblick, in dem diese Zeilen in Druck gehen, noch nicht bekannt. Selbstverständlich muß die Einstellung für den B. C. sein, denn dieser kämpft nicht, wenn er die Gleichberechtigung der österreichischen freiheitlichen Studentenschaft fordert, wie wir, für das Prinzip politischer Gerechtigkeit, sondern er kämpft darüber hinaus für die Gleichberechtigung seiner eigenen Verbandsbrüder. Ebenso wird die F.W.V. unseres Wissens der Einladung nicht folgen. Wenn wir die Frage: „Wollen wir eine Deutsche Studentenschaft?" beantworten sollen, so lautet für den K. L. nach wie vor die Antwort: Ja. Aber diese Antwort schließt nicht aus, daß wir die Stellung zur jetzigen „Deutschen Studentenschaft" ebenso unbedingt verneinen müssen. Nachbemerkung: Nach Redaktionsschluß geht uns die Februarnummer der Zeitschrift „Deutsche Hochschule", Zeitschrift des B. L.. zu. Aus dieser geht hervor, daß der B. C. unerklärlicherweise doch der Einladung der D. St. Folge leisten wird und sogar den freiwilligen Beitritt zur Deutschen Studentenschaft in Erwägung zieht. Wir werden bei Gelegenheit hieraus noch zurückkommen müssen. H.B. Gründung des Deutschen Studentenverbände«. Die Voraussage in unseren letzten Mitteilungen, daß die studentischen Minderheiten sich zusammenschließen würden, hat sich bewahrheitet. Am 4. und 5. Februar trat in Berlin eine Tagung von Vertretern wohl aller reichsdeutschen Hochschulen und der deutschen Hochschulen in Oesterreich, Sudetendeutschland und Danzig zusammen. Einstimmig wurde dort die Gründung des Deutschen Studentenverbandes (D.St.V.) beschlossen, der die Aufgaben einer freiheitlichen Studentenschaft zu erfüllen hat. Sein Mitgliederkreis ist durch die Satzung bestimmt: Außer allen reichsdeutschen und österreichischen Staatsangehörigen können alle sonstigen deutschen Studierenden ausgenommen werden, deren Zugehörigkeit zur deutschen Kulturgemeinschast durch Sprache, Bildung und Bekenntnis zu dieser Gemeinschaft erweisbar ist. Während am ersten Tage lediglich über die Gründung und die Satzungen des neuen Verbandes verhandelt wurde, brachte der zweite Tag die eigentliche Arbeit. Referate über studentische Wirtschaftsarbeit, die eine Haupttätigkeit auch des neuen Verbandes bilden wird, über Völkerbund und studentische Außenpolitik, regten zu einer außerordentlich lebhaften Aussprache an. Die Tagung schloß mit einem Bekenntnis zu wahrer großdeutscher Zusammenarbeit, zur Erziehung der Studenten zum Selbstbewußtsein, da sie als bevorzugte Glieder des Volkes für das Volksganze in besonderer Weise zu arbeiten oder einzutreten haben würden. Am Sonntag abend hatte der Bund „Vereinigung Freiheitlicher Akademiker" alle Teilnehmer der Tagung in die Räume des Demokratischen Klubs, Berlin, geladen. Auch dort kam in einer Ansprache seines Präsidenten, Professor S t ä l i n, ferner in Reden von Regierungspräsident Dr. Friedensburg und Staatssekretär a. D. Meyer, M.d.R., immer wieder