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KC-Mitteilungen · 1928-02-15 · Heft 1-2 (15.2.1928) · p. Seite 3

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1928
Issue
Heft 1-2 (15.2.1928)
Date
1928-02-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 treten, wozu dann die Abstimmung, wozu dann die Forderung auf Gleichberechtigung der österreichischen freiheitlichen Studentenschaften. Sie würden nach wie vor Beiträge für eine Deutsche Studentenschaft leisten, die sich nicht nur dazu versteigt, ganze Gruppen der österreichischen Studenten auszuschließen, sondern sie ar^erdem noch von der Beitragszahlung befreit. Der einzige Unterschied gegen früher wäre der, daß wir freiwillig in einen Zustand willigen würden, den wir 8 Jahre bekämpft haben, den anzuerkennen wir vorher durch die Zwangsmitgliedschaft gezwungen waren, weil wir leider nicht für unsere Auffassung die Mehrheit gewannen. Aber nicht nur diese Gründe mußten uns veranlassen, den flehentlichen Rusen der „Deutschen Studentenschaft" etwas skeptisch gegenüberzustehen. Die Vergangenheit beweist am besten, daß es ihr gar nicht darum geht, möglichst alle Gruppen der Studentenschaft zu umfassen und diesen zu ihrem Recht zu verhelfen, sondern daß man die Mitgliedschaft aller Gruppen haben möchte, um um so besser politische Opposition treiben zu können und um so leichter trotz fehlender staatlicher Anerkennung die Macht an den Hochschulen fordern zu können. Wie wenig man der Minderheit in den Zeiten ihrer Mitgliedschaft ihr Recht hat werden lassen, das beweist das ehrliche Eingeständnis eines gewiß nicht für die Minderheit übermäßig voreingenommenen Kritikers. In der Zeitschrift „Die Schwarzburg" vom Januar 1928 führt Herr Hans Lueken, Danzig, Mitglied des hochschulpolitischen Ausschusses des Schwarzburgbundes, u. a. folgendes aus: Zweifellos war in der Studentenschaft vieles reformbedürftig. Nach den Satzungen der D. St. ist die Behandlung parteipolitischer Fragen innerhalb der D. St. ausgeschlossen. In den Zähren nach den Verfassungskämpsen hatte sie sich das Ansehen einer unpolitisch arbeitenden Spitzenorganisation erworben, doch leider hat sie es nicht bewahrt. Durch den Lessingkonflikt und die Zwischenfälle auf dem Bonner Studententag wurde die weitere Oeffentlichkeit auf die Parteipolitische Zersetzung innerhalb der D. St. aufmerksam gemacht. Die Art der Auseinandersetzung mit der Minderheit (besonders auch in der akademischen Presse) in den letzten beiden Zähren war oftmals sehr wenig akademisch. Wie oftwurdendieWünschederMinderheit von der D. St., der Vertretung der gesamten Studentenschaft, ohne Erörterung durch Liebergang zur Tagesordnung oder im Galopp durch Mehrheitsbeschluß abgelehnt! Am 30. November stimmte V6 aller stimmberechtigten Studenten mit „ja". Diese 8700 Studenten waren durch das indirekte Wahlsystem: Kammer — Ausschuß—Lauptausschuß—Vorstand, in der örtlichen Leitung kaum, in der zentralen überhaupt nicht vertreten. Daß diese Opposition, die an der schwerenVerantwortung der Leitung nicht beteiligt war, mit allen Mitteln versucht hat, ihre Wünsche entgegen der Leitung der Studentenschaft durchzusetzen, darf nicht wundernehmen. Die Führung der einzelnen Aemter ließ in den letzten Semestern leider oft manches zu wünschen übrig. Es wurde immer schwerer, Aemterleiter zu finden, die ihr Amt als eine Aufgabe betrachteten, Arbeit leisteten und es nicht nur als Vertreter ihres Verbandes, dem dies zur großen Ehre gereichte, inne hatten. Außerdem sind im Laufe der Jahre bedauerlicherweise bei verschiedenen Aemtern der Studentenschaft Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung vorgekommen. Zn der heutigen Zeit ist man ja leider mancherorts an dergleichen gewöhnt; aber vom Akademiker erwartet man doch auf diesem Gebiet die peinlichste Gewissen- Hastigkeit. Wenn die Schuld auch bei einzelnen gewissenlosen Aemterleitern liegt, so mußten sich doch die Studentenschaft und der Kultusminister verantwortlich fühlen. Hiernach ist die Marschrichtung gegeben. Der K. C. hat infolgedessen entsprechend dem Beschluß seines Geschäftsführenden Ausschusses, dem Vorstand der Deutschen Studentenschaft auf seine Einladung folgendes erwidert: ,^lnter Bezugnahme auf unser Schreiben vom 1. Februar 1928 gestatten wir uns nach Fühlungnahme mit den übrigen Persönlichkeiten unseres Geschäftsführenden Ausschusses aus Zhre Einladung zum 12. Februar folgendes zu erwidern: Der Unterzeichnete Verband begrüßt es, daß die ,Deutsche Studentenschaft trotz der in ihren Reihen bestehenden Schwierigkeiten sich dazu entschlossen hat, auch die der bisherigen Mehrheit fernstehenden Studentengruppen zu einer Zusammenkunft einzuladen. Zu unserem lebhaften Bedauern sind wir jedoch trotzdem nicht in der Lage, dieser Einladung Folge zu leisten. Sie begründen den Zweck der Zusammenkunft vom 12. Februar mit der Absicht, eine überparteiliche Organisation der gesamten deutschen Studentenschaft in die Wege leiten zu wollen. Zu einer solchen überparteilichen Stellungnahme ist jedoch die ,Deutsche Stndentenschast nicht mehr in der Lage. Hiergegen spricht schon ihre Stellungnahme in den letzten Jahren. Insbesondere wird aber die Llnparteilichkeit schon dadurch ausgeschlossen, daß die,Deutsche Studentenschaft von vornherein auf die Würzburger Verfassung festgelegt ist, die es ablehnt, in wahrhaft großdeutschem Sinne mit allen Gruppen der deutschen Studenten Oesterreichs zusammenzuarbeiten. Durch die festgelegte Koalition ausschließlich mit den völkischen Gruppen Deutsch-Oesterreichs ist die,Deutsche Studentenschaft politisch abgestempelt und eine unparteiische Betätigung für sie ausgeschlossen. Sollte die ,Deutsche Studentenschaft ihren Standpunkt ändern und sich bereiterklären, in gleicher Weise wie mit allen Gruppen der reichsdeutschen Studentenschaft ohne Rücksicht auf politische, weltanschauliche oder religiöse Lieberzeugung mit den gleichen Gruppen Oesterreichs zusammenzuarbeiten und alle diese Gruppen, auch Deutsch-Oesterreichs, zu einer Besprechung einzuladen, so sind wir gern bereit, einer solchen Einladung Folge zu leisten. Solange jedoch der Kreis der ,Deutschen Studentenschaft sich von vornherein politisch festlegt, müssen wir der,Deutschen Studentenschaft das Recht abstreiten, sich als einen Vorkämpfer großdeutscher, studentischer Einheit zu bezeichnen. —" Aber mit der Negation allein ist es nicht geschehen. Was sollen wir tun, um nun tatsächlich eine studentische Selbstverwaltung auf wirklich großdeutscher Basis zu ermöglichen? Diese Frage haben sich alle Gruppen der Minderheit vorgelegt, und sie haben bereits im Dezember eine Re-

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