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KC-Mitteilungen · 1927-12-27 · Heft 12 (27.12.1927) · p. Seite 100

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1927
Issue
Heft 12 (27.12.1927)
Date
1927-12-27
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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100 tagten, aus dem kameradschaftlichen Geiste der Kriegsstudenten gemacht haben, — wer die heute so bedeutungsvoll erscheinenden Gegensätze in der Studentenschaft vor dem Kriege — Freistudenten gegen Korporationen — in Beziehung setzt zu den tiefen Rssscn, die die völkische Hetzpolitik des allmächtigen Hochschulringes und seiner Anhänger geschaffen haben, — wer nicht will, daß der Zustand, an dem seit Jahren das studentische Leben Deutschlan.ds litt, wiederkommt, der wird sich sagen sagen müssen, daß eine sreiwillige Bindung für den nicht in Fragekommen kann, der es wirklich gut meint mit einer Deutschen Studentenschaft, lind wer aufmerksam die Resolution von Goslar liest, und wer auch das zu lesen versteht, was nicht mit Buchstaben geschrieben ist, der weis;, das; in Goslar Kompromisse geschlossen worden sind, die nur mühsam das zu verdecken suchen, was die Tagung beherrscht haben mutz: Zwistigkeiten und Ziellosigkeit. Für die Minderheiten heitzt es handeln! Schnell handeln! Das Kartell republikanischer Studenten ist mit rühmlichem Beispiel vorangegangen. Die freiheitlichen Korporationen werden folgen. Die studentische Linke wird sich sammeln, frei und grotz wird sie dastehen; sie wird nicht vergessen, das; auch die Kommilitonen sind, die nicht zu ihr gehören, und sie wird mit Freuden alle heranziehen, die an deutschen, nicht zum Reich gehörigen Hochschulen deutsche Studenten sind. Sie wird es, weil sie es mutz, Aber sie wird von den anderen, die jetzt von Kameradschaft reden, nachdem sie Jahre lang die Kameradschaft verleugneten, die jetzt Vertrauen heischen, nachdem sie Mitztranen säten, den Beweis verlangen, datz sie echter Kameradschaft und wahren Vertrauens würdig sind. Hans L e n n h o f f. An die freiheitliche Studentenschaft! Der Bund, Vereinigung freiheitlicher Akademiker, wendet sich mit folgendem 'Ausruf an die freiheitlichen Studenten: Die Mehrheit der Studentenschaft hat im Kampf gegen die Preußische Regierung die studentische Selbstverwaltung, das Werk der aus dem .Kriege heimkehrenden Studenten, zerschlagen. Die Kriegsteilnehmer wollten die studentischen Interessen an anerkannten Selbstverwaltungskörpern wahren und durch diese Arbeit sich vorbereiten anf ihre Aufgaben als Bürger des neuen Staates. Kaum war die Generation der Kriegsteilnehmer der Hochschule entwachsen, mißbrauchte der große Zusammenschluß aller den neuen Staat ablehnenden und der völkischen Ideologie huldigenden Studenten, der Deutsche Hochschulring, diese Selbstverwaltung für seine parteipolitischen Zwecke. Da die Studentenschaften Zwangsorganisationen waren, alle Studenten ihnen angehören und Zwangsbeiträge für sie entrichten mußten, waren die freiheitlichen Studenten als Minderheit nicht in der Lage, diese Mißstände zu beseitigen. Preußen hat durch eine Neuregelung des Stndentenrechts die studentische Selbstverwaltung wieder auf ihre eigentlichen Zwecke zurücksühren wollen. Der Hochschulring. bisher Nutznießer der politisierten Selbstverwaltung, hat die Selbstverwaltung zerbrochen, da ihre Ausgaben ihm gleichgültig waren. Alle freiheitlichen Akademiker schließen sich zur Abwehr der völkischen Bestrebungen zusammen. Staat und Volk können nie gedeihen, wenn ihre akademische Schicht in den entscheidenden Bildungsjahren unter dem Druck staatsfeindlicher Propaganda und gesellschaftlichem Boykott steht. Die freiheitlichen Studenten an den deutschen Hochschulen werden, unbeschadet ihrer Weltanschauung und ihrer politischen Betätigung in den einzelnen Parteien, dafür kämpfen, daß die Hochschule nicht ein Fremdkörper im Staate sei; sie werden sich durch studentische Veranstaltungen, Diskussionsabende, Schulungswochen bilden und für den Dienst am Volke vorbereiten, der ihnen als Männern und Frauen obliegen wird. Dabei wird sie „Der Bund, Vereinigung freiheitlicher Akademiker", dem zahlreiche Professoren, höhere Beamte, Politiker und Wirtschaftler angehören, nach allen Kräften fördern. Die deutsche Republik ist Tatsache, ist Macht geworden! Ihr zu dienen, damit sie nach außen vollends frei wird und nach innen ihre kulturellen und sozialen Aufgaben in wachsendem Maße erfüllt .ist vor allem die deutsche Bildungsschicht berufen. Ablehnung des neuen Staates ist fruchtlose Romantik. Gleichgültig derer, die das völkische Treiben verurteilen, verkennt die uns Akademikern obliegende Verantwortung. Darum schließt (Luch alle, denen ein freies Reich, ein freiheitlicher akademischer Stand, eine lebendige, gegenwartsnahe Studentenschaft am Herzen Uccjt, zusammen! Der Bund, Vereinigung freiheitlicher Akademiker, Berlin. Dem Präsidium gehören an: Staatssekretär Dr. Wilhelm Ab egg. Berlin; (Lhefredateur Georg Bernhard, Berlin; Professor Dr. M. I. Bonn, Berlin; Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Nie ödem Caro. Berlin; Professor Dr. D e s s a n e r , M. d. R., Frankfurt a. M.; Senatspräsident Dr. Doege, Berlin; Professor

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