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KC-Mitteilungen · 1927-10-05 · Heft 8-10 (5.10.1927) · p. Seite 67

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1927
Issue
Heft 8-10 (5.10.1927)
Date
1927-10-05
Page
Seite 67 (sequence 5)
Language
German
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07 G. A., das am 3. September im Hotel Prinz Albrecht stattfand, und daß sich an die Hundert oder mehr Kartellbrüder dort einfanden, daß sie nicht nur aus Berlin, sondern aus dem ganzen Reich, vom Main und Rhein und der Ostmark gekommen waren — es ist nur ein neuer Beweis für die Liebe, die man Holländer entgegenbringt, und die tiefe, menschliche Achtung, die zu erwerben er sich gewußt hat. (Ls kam anders, als es gedacht war. Wir wußten, daß Holländer sich auf diesen Abend gefreut hatte, und daß ein trauriges Geschick ihn von uns fernhielt, hat nicht nur uns. wohl auch ihn schmerzlich bewegt. Heute, am (Lrscheinungstage dieser Blatter, ist die Krankheit gebrochen, die ihn plötzlich aufs Lager warf; seine engeren Freunde werden ihm gesagt haben, wie wir ihn vermißten. Es war ein schöner Abend, gewiß, aber ein Schatten lag über ihm, der nicht hinwegzubannen war. Kartellbruder Berlak hat gleich zu Beginn die Empfindungen, die alle bewegten, in Worte gekleidet, und das Hoch auf Ludwig Holländer war ein Wunsch, daß er bald wieder in ungebrochener Kraft und Frische seiner Arbeit und uns wiedergegeben werde. Das; schließlich Frohsinn und Freude doch die trüben Gedanken überwunden haben und daß der Abend im fröhlichen Kommersieren sein Ende fand, war gewiß in Holländerschem Geist. So war ein Fest im Leben Holländers ein Autaß, sich im K. C. festlich mehr als einmal des großen Führers zu erinnern; daß wir unserer Dankesschuld an ihm nicht quitt sind, daß wir sie lösen können nur durch unablässige Arbeit in seinem Geiste, im Sinne des K'. E., ist das Bewußtsein, das die Gelegenheit in uns nur neu geweckt hat. H. L. Der 1V. Studententag. Bon Rudolf Adler (Spr.). (Rh.-Pal.) Die Beratungen des Würzburger Studeutentages standen, wie ja nicht anders zu erwarten war, voll und ganz int Zeichen des Verfassungskonflik-es, in den gegenwärtig die preußischen Studentenschaften und mit ihnen die D. St. verwickelt sind. Wenn es auch die Tagesleitnng des Stndententages verstanden hatte, die Diskussion über die VerfasjungSsrage bis in die Abendstunden des letzten Beratnngstäges hinauszuschicben (so daß es zeitweilig fast so schien, als wolle man diese Diskussion überhaupt vermeiden), so konnte es doch dem aufmerksamen Beobachter nicht entgehen, daß alle Gruppen des Stndententages sich intensiv mit der Berfassnngsfrage beschäftigten, auch als man im Plenum noch ganz andere Dinge verhandelte, und daß alle Teilnehmer des Stndententagcs der Debatte über die Berfassnngsfrage mit Spannung, z. T. sogar mit sichtbarer Rervosität entgegensahen. In langen Sitzungen legten die einzelnen Verbände, Fraktionen, die Presse der einzelnen Richtungen ihre Taktik für diese Verfassungsdebatte fest, deren Ausgang dein, der einigermaßen mit den gegenwärtigen Strömungen i» der D. St. vertraut ist, keine großen Aebcrraschnngen bringen konnte und auch nicht gebracht hat. Das Ergebnis, das hier vorweggenommen sei, war folgender Beschluß, der natürlich mit überwältigender Mehrheit gefaßt wurde: Der Studententag steht auf dem Standpunkt, daß der in der Würzburger Satzung festgelegte großdeutsche Aufbau der Deutschen Studentenschaft die Grundlage der studentischen Gemeinschaft bildet. Dieser Zusammenschluß zur großdeutschen Studentenschaft ist nur möglich, auf Grund des in der Würzburger Verfassung festgelegten föderalistischen Prinzips, nach dem alle anslandsdeutschen Stn- 'dentenschaften ihre Zusammensetzung selbst regeln. Die Deutsche Studentenschaft hält infolgedessen an der Würzburger Satzung unbedingt fest. Der 'Studententag stellt fest, daß diejenigen Stellen, die den Kampf der Studentenschaft für die Deutscherhaltung der auslandsdeutschen Hochschulen erschweren, die Folgen ihres Vorgehens selbst zu verantworten haben. Es ist also nochmals mit Erfreulicher Klarheit betont worden, daß die D. St. es ablehnt, irgendeinen Druck auf die österreichischen Studentenschaften (die bekanntlich rein völkisch zusammengesetzt sind) auezuüben, noch'sich von diesen österreichischen Studentenschaften zu trennen gedenkt. Der zweite Absatz des Beschlusses stellt einen plumpen Versuch der leitenden Stellen der D. St. dar, die Verantwortung von sich auf andere „Stellen" (d. h., wie Herr Thon in seinem Referat über den Verfassunqskampf selbst betonte, den preußischen Kultusminister) zu schieben. Der Studententag faßte diesen Beschluß allen Warnungen zum Trotz, die während der Diskussion im» mer wieder in eindringlichster Form von seiten der Minderheit an ihn gerichtet wurden. In ernster Sorge um das Schicksal und den Fortbestand der D. Sr. und der studentischen Selbstverwaltung brachten die Minderheiten noch am letzten Beratungstage folgende Interpellation ein: Würzburg, den 19. 3nlt 1927. Alt den Vorstand der Deutschen Studentenschaft, an Tagesleitung und Bertreterschaft des Ü). Deutschen Stlldententages. 1. Ist es die Meinung der Deutschen Studentenschaft, daß die staatliche Anerkennung lebenswichtig für die sachliche Arbeit an der Gemeinschaftserziehung und Wohlfahrt der deutschen Studenten ist, oder nicht? 2. Ist es die Meinung der Deutschen Studentenschaft, daß die Losung der Berfassungs- und Koalitionsfrage im Sinne des völkischen Prinzips wichtiger ist, als die Zilgehörigkeit der preußischen und badischen staatlich anerkannten Studentenschaften zur Deutschen Studentenschaft? :r. Ist sich die Deutsche Studentenschaft bewußt, daß sie mit der Identifizierung von realpolitischen Ro.Wendigkeiten und richtnngspolitischen Wunschbildern das Werk der Gemeinschaft aller deutschen Studenten, das ans dem Fronterlebnis der dentscheil Jugend geboren wurde, zu zerschlagen im Begriff ist, oder nicht? 'i. Ist sich die Deutsche Studentenschaft bewußt, daß die Sendung des deutschen Akademikertnms zur Lösung der großdentschen Frage im nationalkulturellen Sinne verpflichtet, oder nicht? (Sc;.: Hans Inda, h. Persko, Heinz Ollendorf, W. Drerelius. Die Beantwortung dieser Interpellation wurde freitich bnrcf> die Fassung des oben erwähnten Beschlusses überflüssig, da ja dieser Beschluß eine genügend klare Antwort auf alle vier Fragen enthielt. die die Interpellation aufgeworfen hatte. In der Debatte über die Verfassungsfrage, die der Fassung des obigen Beschlusses vorherging, stellten die Minderheitsvertreter noch einmal die zahlreichen Gründe zusammen, aus denen zwangsläufig eine Aenderung der Würzburger Verfassung der D. St. folgen müsse.

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