KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 8-10 (5.10.1927)
- Date
- 1927-10-05
- Page
- Seite 65 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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85 mehr darauf hinzuarbeiten habe, jeden einzelnen Kartellbruder durchzubilden und mit der Tendenz zu erfassen. Die mit Begeisterung aufgenommene Vaterlandsrede von Kartellbruder Dr. lirias, Hamburg, ging von der Tatsache des gemeinsamen Kriegserlebnisses aus, wo es einen Unterschied von Konfession und Rasse im Schützengraben nicht gegeben habe. Dr. Urias forderte alle K. C.er auf, trotz aller bitterer Erfahrungen unerschütterlich am Vaterlande treu mitzuarbeiten und nicht durch Resignation sich zurückzuziehen. 2m Anschluß an die flammende Rede sang die ganze Festversammlung stehend das Deutschlandlied. Namens des Geschaftsführenden Ausschusses begrüßte Kartellbruder Dr. Berlak an Stelle des leider durch Krankheit verhinderten Verbandsvorsitzenden Dr. Holländer die Kommersteilnehmer und machte die erfreuliche Mitteilung, daß sich seit dem letzten K. C.-Tag die Aktivitas der Verbindungen nahezu verdoppelt habe. Begrüßungsreden wurden ferner von den Vertretern der verschiedenen Organisationen, jüdischen Vereinigungen und der Studentenschaft gehalten. Der Sonntag war der sachlichen Arbeit des K. C.-Tags gewidmet. Trotz der brennenden Sommerhitze folgten alle K. C.-Tags-Teilnehmer unermüdlich - den Verhandlungen. Von den behandelnden Themen nahm in diesem Jahre die Hochschulpolitik eine besondere Stellung ein, und die zahlreichen Berichte hierüber in der Presse zeugen davon, welche Beachtung man nicht nur in uns nahestehenden Kreisen der Beratung des K. C.-Tages zur Hochschulpolitik geschenkt hat. Im Zusammenhang hiermit soll erwähnt werden, daß zum ersten Male in Freiburg sich die hochschulpolitischen Vertreter der einzelnen Kartellverbindungen zu Beratungen zusammengesetzt hatten, gemeinsame Erfahrungen austauschten und Grundgedanken für weitere enge Stellungnahme gerade in dieser wichtigen Frage für die Zukunft festlegten. Auch die Sportwarte hielten unter Leitung des K. C.-Sportwarts eine Besprechung ab. Nachdem die K. C.-Tags-Teilnehmer, trotz der unermüdlichen Sommerglut bis zum Schluß mit regstem Interesse den Verhandlungen gefolgt waren, wurde der K. C.-Tag am spaten Nachmittag geschlossen. Am Abend vereinigte ein Festball in den Räumen des „Zähringer Hofes" die K. C.er mit der Freiburger Philisterschaft. Einen harmonischen Ausklang fand der K. C.-Tag in dem für Freiburger Stiftungsfeste schon traditionellen Exbummel irach Breisach. Mittags fuhr man mit den Freiburger Damen mit der Eisenbahn von Freiburg standesgemäß 4. Klasse nach Breisach. Im „Silbernen Turm" wurde die Mittagsmahlzeit eingenommen und dann ging's hinunter zum Rhein. Von den idyllischen Bildern, die sich dem Beschauer nunmehr boten, werden wohl die vom Bade im strömenden Rhein allen K.C.ern am längsten in Erinnerung bleiben. Eine fröhliche Kneipe nach Besuch des berühmten Raritäten-Kabinetts schloß auch diese wohlgelungene Veranstaltung des K. C.-Drgs ab und hiermit fand der ganze K. C.-Tag ein Ende. Wieder fuhren alle in ihre Heimatorte zurück, oder aber man benutzte die Gelegenheit, um mit einigen Kartellbrüdern noch einige Tage in der herrlichen Umgebung des Schwarzwaldes, des Bodensees oder gar der Schweiz zu verbringen. Der Umstand, daß gerade die Jungen in Freiburg das Nebergewicht hatten, gab der ganzen Tagung ihr Gepräge, als Ausdruck der starken Zunahme des jungen Elements im Verbände und damit für die Zukunft des K. C. <W. S.M. Serichl über das 7. K. G. Sportfest. In diesem Jahre fand das 7. Sportfest des K. C. in Freiburg i. Br. seine Abwicklung. Die zahlreichen Teilnehmer, welche die K. C.-Verbin» dungen aus allen Teilen des Reiches zum Sportfest entsandt hatten, lieferten sich in dem im schönen Schwarzwald gelegenen Stadion des Freiburger Fußballklub recht spannende Kämpfe, die im Vergleich zu den Vorjahren eine Leistungssteigerung auf der ganzen Linie brachten. Daß die im K. C. noch junge Sportbewegung in Freiburg nicht gerade hervorragende Spitzenleistungen erzielen konnte, erhellt aus der Tatsache, daß der K. C. ursprünglich lediglich mit Abwehrtendenz an den deutschen Hochschulen gegründet, die Sportbetätigung erst in den letzten Jahren in sein Arbeitsprogramm ausgenommen hat. Immerhin wurden in Freiburg Leistungen von recht gutem Durchschnitt erzielt, ein Beweis, in welchem Maße die Bestrebungen des St. C. auf sportlichem Gebiet von Erfolg gewesen sind. Beachtenswert ist die Tatsache, daß die Anfängerwettbewerbe sehr stark beschickt waren und daß auch teilweise recht gute Leistungen in diesen Wettbewerben erzielt wurden, unverkennbar auch ein Erfolg des akademischen Turn» und Sportbetriebes, des Amtes für Leibesübungen. Den Hundertmeterlauf gewann Lewin (Bav.) in überlegener Weise in 11,4 Sek. lieber 200 und 400 Meter lief Salomon (Nass.) einen knappen Sieg vor Emanuel (Vineta-Charlottenburg) heraus. Archenhold (Bav.) gewann sicher die 800 Meter in 2:12,3. Der 200 Meter-Sieg für Anfänger von Woog (Vin.). der in 24,9 Sek. gewann, stellt eine gute Leistung dar. Die Verbindung Vineta stellte auch den Sieger im 1300 Meter-Lauf. Pollak (Sprev.) ließ sich den Fünfkampf nicht nehmen. Lewin (Bav.) gewann den Weitsprung mit der guten Leistung von 6,16 Meter.