KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 8-10 (5.10.1927)
- Date
- 1927-10-05
- Page
- Seite 64 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Aus Anlaß meines 50. Geburtstages haben die Verbindungen und Altherrenverbände im K. <£., ebenso wie die Provinzial- und Landesverbände meiner in herzlichster Freundschaft gedacht. Ich kann nicht allen einzeln für die Beweise der Treue und Anhänglichkeit danken. Mögen alle lieben Freunde überzeugt sein, daß mir ihre Anteilnahme und ihre guten Wünsche ein heiliger Ansporn sein werden, im Dienste des K. C. unermüdlich weiter zu arbeiten und jedem einzelnen seinerMitglieder in steter und h erzlicherFreundschaft entgegenzukommmen, solange meine Kräfte reichen. Berlin, den 1. Oktober 1927. Ludwig Holländer. In memoriam. (Mel.: Es hatten drei Gesellen.) Dem Gedächtnis unserer Gefallenen gewidmet. Wir hatten einen Bruder, der zog ins Feld hinaus Zu streiten für die Heimat, für seiner Brüder Hails. Sein Band hielt er in Ehren, auch unterm Wafsenrock, Uns hielt er die alte Treue, als er von dannen Zog. Gar heißes Leid irn Herzen, so stürmt er in die Schlacht, Bis ihn in Feindes Reihen umschloß des Grabes Rächt. Als dann die Mutter Erde ihm letzte Ruh' bereit't, Da hat sein brechend' Auge der Heimat Dank geweiht. Ein Vivak, mein toter Bruder, so lang' die Erde kreist, Kämpfst du in uns'rer Reihe für unsres Bundes Geist. Wir hatten einen Bruder, der zog ins Feld hinaus, Sein Geist lebt in der Heimat, in seiner Brüder Haus. S.W. Der Freiburger K. C.-Tag. Das große Treffen des K. C. in Frei bürg zunr 25. K. C.-Tag war für den ganzen Verband in mehr als einer Beziehung ein großes Ereignis, galt es doch, nicht nur den Bewohnern des Breisgau-Städtchens zu zeigen, daß die jüdischen Couleurstudenten da sind, trotz aller Versuche, sie auszuschalten und zu unterdrücken. Aus allen Teilen des Reiches waren Kartellbrüder nach Freiburg gekommen, nicht nur um Wiedersehen zu feiern in frohen Stunden mit Freunden vergangener Semester, sondern auch um in ernster Arbeit sich über Probleme und Schicksalsfragen des Verbandes auszusprechen. Ein besonderes Gepräge erhielt die Freiburger Tagung dadurch, daß wie noch nie zuvor der Freiburger K. C.-Tag der K. C.-Tag der jungen Generation war. Richt nur alle süddeutschen Kartellverbindungen waren fast ausnahmslos mit ihrer gesamten Aktivitas zum K. C.-Tag erschienen, sondern auch aus West- und Norddeutschland waren im Gegensatz zu den Jubiläumsfeiern des Vorjahres in Breslau vor allem die Jungen vertreten. Diese Tatsache kam vor allen Dingen dem Sportfest zugute, zu dem eine weitaus größere Beteiligung als im Vorjahre zu verzeichnen ist. Als Ergebnis des 7. K. C.-Sportfestes kann man auf Grund dieser Tatsache feststellen, daß abgesehen von einzelnen absolut besseren Leistungen der Gesamtdurchschnitt des sportlich Gebotenen ein in jeder Beziehung erfreuliches Bild für die sportliche Ertüchtigung des Verbandes darstellt. Es war eine besondere Freude, sestzustellen. mit welchem Interesse die zahlreich erschienenen Alten Herren den Wettkämpfen auf dem im strahlendsten Sonnenwetter gelegenen Stadion des Freiburger Fußballklubs am Eingang zum Höllental folgten. Rach dem Sportfest besuchten alle Teilnehmer geschlossen den Gottesdienst der Freiburger Synagoge. Am Vormittag des folgenden Tages vereinten sich alle K. C.er mit ihren Damen zum Frühschoppen auf dem Kanonenplatz und darauf anschließend zu dem Couleurbummel auf der uni die Mittagszeit sehr belebten Kaiserstraße. Ein farbenfreudiges Bild boten die zahlreichen Couleuren den neugierig staunenden Zuschauer::. Der K. C.-Tags-Festkommers fand am Sonnabend abend in der „Harmonie" statt. lieber 300 Personen nahmen an dieser Festveranstaltung teil. Der Saal war in den Farben der verschiedenen Verbindungen ausgeschmückt, mit denen an der Freiburger Universität K. C.er studiert haben. Die einleitenden Begrüßungsworte hielt der Vorsitzende des Altherrenverbandes der Freiburger K. C.-Verbindung, Kartellbruder Dr. Rosenow. Er begrüßte die zahlreich erschienenen Kartellbrüder, die Vertreter der Gemeinde, der verschiedenen Vereine und der Studentenschaft. Die Tendenzrede hielt Kartellbruder Rabbiner Dr. Gold mann, Leipzig. Er wies darauf hin, daß gerade in Freiburg es immer wieder notwendig gewesen sei, unsere Existenz zu zeigen. Er führte weiter den Gedanken aus, daß ein Verband, wie der K. C., dessen Mitglieder stets auf umkämpftem Boden zu stehen haben, es sich nicht leisten könne, eine Masse zu bilden, sondern viel-