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KC-Mitteilungen · 1927-07-16 · Heft 7 (16.7.1927) · p. Seite 52

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1927
Issue
Heft 7 (16.7.1927)
Date
1927-07-16
Page
Seite 52 (sequence 6)
Language
German
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52 Jedenfalls deuten folgende Leitfähe, die der letzte Bundestag angenommen hat, hierauf hin. (Die Sperrungen stammen von uns. Die Schriftl.) 1. Der A. D. V. bekennt sich zu einer positiven Staatsauffassung. Er verlangt von seinen Mitgliedern tätige Mitarbeit im Deutschen Staatswesen, m der Erkenntnis, daß nicht durch Verneinung, sondern durch Bejahung des Staates allein derAufbau des neuen Reiches gewährleistet werden kann. Zur Staatsform selbst nimmt der Bund keine Stellung. 2. Der A.D. B. bekennt sich zum großdeutschen Volkstum. Er verlangt von seinen Mitgliedern die tätige Mitarbeit für die Einigung aller deutschen Volksteile und Länder, insbesondere für den Anschluß Deutsch-Oesterreichs an das Reich, sowie für die kulturelle Forderung des Deutschtums im Ausland. 3. Der A.D.B. bekennt sich zur deutschen Volksemeinschaft. Er verlangt von seinen Mitgliedern, aß sie jeden ehrenhaften deutschen Staatsbürger als gleichwertiges Mitglied des Staates achten. Er bekämpft insoweit die sozialen Unterschiede und verwirft insbesondere den Gedanken des Klassenkampfes. 4. Der A. D. B. bekennt sich unter Ablehnung jedes konfessionellen Streites zu den Grundsätzen der christlichen Ethik. Er verlangt von seinen Mitgliedern eine ernste christliche Lebensauffassung, die allein die Grundlage eines gesunden deutschen Staates sein kann. Die Tagung der Deutschen Studentenschaft mit dem Internationalen Studentenverband in Ungarn. 2n den Tagen vom 22. bis 27. Juni hat in Szeged, einer südungarischen Universitätsstadt, eine Sitzung des Exekutiv-Komitees des Internationalen Studentenverbandes (C. 3. E.) und gleichzeitig eine Arbeitsgemeinschaftssitzung der Deutschen Studentenschaft mit der C. I. E. stattgesunden. Die Stadt Szeged bot allen Teilnehmern für die Tage ihres Aufenthaltes ihre Gastfreundschaft und veranstaltete außerdem ein besonderes Festbankett zu Ehren der ausländischen Gäste. Den Vorsitz auf diesem Bankett führte der ungarische Kultusminister Graf K Nebel s b e r g persönlich, welcher in außerordentlich liebenswürdiger Weise die Teilnehmer an der Konferenz in einer deutsch gehaltenen Ansprache begrüßte. Den Abschluß der zu Ehren der auswärtigen Konferenzteilnehmer gegebenen Veranstaltungen bildete ein Empfang im Hause des Ministerpräsidenten Graf B e t h l e n in Budapest. Aus den Beratungen der Arbeitsgemeinschaftssitzung ist hervorzuheben, daß das Stück 1 des im November vorigen Jahres in Paris abgeschlossenen Arbeitsabkommens zwischen C. I. A. und Deutscher Studentenschaft eine Aenderung erfuhr. Das Stück 1 handelt bekanntlich von der Sprachenfrage und setzte bisher Deutsch und Französisch als offizielle Sprachen fest. Da über die Auslegung des Begriffs „offizielle Sprache" Meinungsverschiedenheiten entstanden waren, wurden neuerlich die deutsche und französische Sprache für die Protokollführung und Schriftstücke bestimmt, während als Verhandlungssprachen Deutsch, Französisch und Englisch festgelegt wurden. Soweit der offizielle Bericht. Die 3ta teilt weiter folgendes mit: „In der gestern abgehaltenen -weiten Sitzung des Internationalen Studcntenkongresses in Szeged berichtete der Leiter des Zentral-Büros Jean Baugniet über die Sitzung der Propagandakommission, _ bie die Verbreitung der Idee der Internationalen Studentenvereinigung zur Aufgabe Hut. Da die rumänischen Studenten die jüdischen Studenten aus ihren Reihen ausgeschlossen haben und also nicht alle in Rumänien lebenden Studenten vertritt, können sie nicht ordentliches Mitglied der Internationalen Studentenvereinigung sein." Wenn der Bericht zutrifft, so wäre diese Entschließung gerade bei einer in Ungarn stattfindenden Tagung ' doppelt interessant, hat Graf Knebelsberg doch erst neuerdings wieder die Aufhebung des numerus clausus in Ungarn abgelehnt. Die F. W. V. zur Hochschulpolitik. Der „Bund Freier Wissenschaftlicher Vereinigungen an den deutschen Lochschulen" (B.F.W.V.) hielt seinen diesjährigen Kartelltag in Leidelberg vom 3. bis 6. Juni ab. Wie im Vorjahre der K. C., hat sich die F. W. V. hierbei mit der hochschulpolitischen Lage befaßt. Es wurde beschlossen, ein „ Lochschulpolitisches Amt des B. F. M. V in Berlin zu errichten und folgende Resolution der Oeffentlichkeit mitgeteilt: «Die mit der Arbeit in der studentischen Selbstverwaltung beauftragten Vertreter des Bundes Freier Wissenschaftlicher Vereinigungen (B.F.W.V.) bekennen sich zu folgenden Grundsätzen: Der B.F.W.V. bejaht grundsätzlich die Idee einer großdeutschen Studentenschaft und — getreu alter Tradition — die studentische Selbstverwaltung. Die großdeutsche Einstellung des B.F.W.V. geht vom kulturellen Standpunkte aus; er lehnt es ab, ein zweifelhaftes „Rasse"-Kriterium höher zu stellen, als das Bekenntnis zum Deutschtum. So entspricht weder die Auslese der Ausländsdeutschen im Reiche, noch die Zusammensetzung der außerdeutschen Studentenschaften seinem großdeutschen Gedanken. Der B. F. W. V. fordert deshalb die Gleichstellung aller Studierenden deutsch-östereichischer Staatsangehörigkeit mit den Reichsdeutschen, die Mit- Wirkung des Rektorats als Berufungsinstanz bei der Auslese der übrigen Ausländsdeutschen und einen Aufbau der nicht-reichsdeutschen, insbesondere der deutschösterreichischen Studentenschaften nach denselben Grundsätzen. Die Vertreter des B. F. W. V. führen ihren Kampf gegen die Lochschulreaktion nicht mit dem Mittel der Obstruktion, sondern als verantwortungsbewußte Opposition, solange sie zur Opposition überhaupt gezwungen sind. Sie hoffen aber, daß es die Verhältnisse baldmöglichst gestatten werden, in der Deutschen Studentenschaft mit den Vertretern aller Richtungen ebenso fruchtbringend zusammenzuarbeiten, wie es in einer Anzahl von bedeutenden Einzelstudentenschaften bereits der Fall ist. Sie vertreten eine gemeinsame Arbeit um so mehr, als der B.F.W.V. die Entpolitisierung der Lochschule nachdrücklichst auf sein Programm geschrieben hat, und sie in gemeinsamer Arbeit den wichtigsten Schritt dazu sehen, die unfruchtbaren und nutzlosen Kämpfe der Lochschulpolitik durch fruchtbringende Lochschularbeit zu ersetzen." Entschließungen des Bnrschentages des B. C. 1. Der Burschenbunds-Convent, B. C., der auf dem Boden der Verfassung stehende Verband nationalfreiheitlicher Korporationen ist überparteilich, überkonfessionell und großdeutsch. Cr setzt sich für den

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