KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 7 (16.7.1927)
- Date
- 1927-07-16
- Page
- Seite 49 (sequence 3)
- Language
- German
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49 mene Versuch einer Lösung des Problems, das jedem deutschen Juden gestellt ist, nämlich die Auseinandersetzung zwischen Deutschtum und Judentum. Während wir K. C.er eine Synthese zwischen beiden für die richtige Lösung halten, der Zionismus voni Deutschtum weg zum Judentum strebt, sah der Jude W. im Arischen das Ziel, konnte aber das, was er an sich selbst für jüdisch hielt, nicht überwinden. Er ist an diesen Problemen gescheitert. Wenn Meininger auch alles andere als einer der unseren war, so gebührt ihm doch für die Ehrlichkeit seines Kampfes unsere Hochachtung. Ludwig Haas zur Silberhochzeit. Ludwig Laas muß sich allmählich au das Zeitalter der Jubiläen gewöhnen. Seines fünfzigsten Geburtstages gedachte im vorigen Zahre Ludwig Kander in diesen Blättern. Jetzt steht er vor dem Fest der silbernen Äochzeit. An ihm hat sich im Lause eines Jahres so wenig gewandelt, wie an unseren Gefühlen für ihn. Für uns ist er die lebendigste und im Leben des deutschen Volkes sichtbarste Verkörperung unserer Ideale und unserer Arbeit. In der Nr. 36 der „Deutschen Republik" erschien gerade jetzt eine ebenso kurze wie vortreffliche psychologische Studie über die großen Grundlinien im politischen Schaffen von Ludwig Laas. Jeder K. C.er soll sie lesen. Aber der festliche Anlaß darf es rechtfertigen, ein Wort der Verehrung den beiden Frauen zu widmen, ohne welche die Gestaltung und Entfaltung der Persönlichkeit unseres Freundes gar nicht denkbar wäre, seiner Mutter und seiner Frau. Wie oft schon sind Anteil der Mutter und Frau an der schöpferischen Tätigkeit des Mannes in begeisterten Worten gepriesen worden. Bei diesen schlichten Menschen wären große Worte fehl am Platze. Es ist beileibe nicht so, daß die wundervolle Greisin mit dem jugendfrischen Auge oder die unendlich kluge, behutsame und jeden dtlrch ihre herzliche Liebenswürdigkeit gefangennehmende Frau im Schatten stehen. Sie treten zwar nicht in die Oesscnttichkeil. Aber jeder Freund des Laufes empfindet dankbar die wohligeBehaglichkeit, die sorgenlösendeLeiterkcit, nicht zu vergessen dte prachtvolle Gastlichkeit dieses Familienlebens. Das ist Tradition im rechten Sinne. Früher in Bruchsal war es die Mutter, die ihren „Loll" betreute und ihm und seinen Kameraden Freundin und Lelferin war. Wer jetzt in die Familie Laas kommt, spürt sogleich, mit welcher auch das Kleinste nicht vergessenden Gewissenhaftigkeit, mit welcher rührenden (und manchmal recht energischen) Fürsorge das äußere Leben des Laus- Herrn hier gepflegt und auch ein bißchen gelenkt wird. Die so gewonnene Unabhängigkeit von dem armseligen Ordnungsdienst des Alltags, die Befreiung von all dem kleinen Kram, der die berufliche und politische Arbeit stört, ist aber heute die erste und beinahe physische Voraussetzung für jeden echten und großen Erfolg. And deswegen haben diese beiden Frauen ihren vollen Anteil an dem, was Ludwig Laas geworden ist. In diesen Blättern, die nur für Freunde geschrieben sind, darf deshalb ausgesprochen werden, daß auch diesen beiden Frauen der Dank von uns allen gebührt. Am Tage der Silberfeier der Laase hochzeitet ihre Tochter Judith. Und so gelten drei Generationen unsere herzlichsten Wünsche. <> cm Nachruf für Herbert Simon. Am 28. Mai verschied ganz unerwartet infolge eines Unglücksfalles, eines seltenen, äußerst tragischen Mißgeschickes, unser lieber Kartellbruoer und mein treuer Freund Herbert Simon. Wir alle, welche diesem aufrechten» gewissenhaften und selbstlosen Menschen nahestanden oder ihn kannten, stehen fassungslos vor diesem traurigen Geschick, von welchem unserer Besten einer und ein wirklich wertvolles Glied der menschlichen Gesellschaft überhaupt dahingerafst wurde. Von einem ernsten Leiden schon so gut wie vollständig genesen, mußte unser lieber Herbert Simon durch eme tragische Verkettung von Um* ständen sein hoffnungsvolles Leben lassen, ohne auch nur für einen Augenblick das Bewußtsein davon erlangt zu haben. Nur wenige standen ihm, durch gleiches Schicksal miteinander verbunden, im Leben so nahe, wie ich, aber viele, die ihn kannten, werden trauern um diesen unersetzlichen Verlust. Herbert Simon war K. C. er aus Ueberzeugung bis in die letzten Fasern' feines Herzens. Für ihn bedeutete K. C. er sein nicht.nur Deutscher und Jude zu sein, sondern Mensch sein im edelsten Sinne des Wortes, aufopfernd und hilfsbereit gegenüber allen Mitmenschen, voll von Verantwortungsgefühl, welches der Einzelne der Gesamtheit schuldet. Es lag mcht in feiner Natur, mit seinem großen Wissen und seiner vornehmen Gesinnung aus sich herauszugehen, und nur seiner Selbstlosigkeit und Bescheidenheit ist es zuzuschreiben, wenn er im Leben nicht die Stellung innehatte, welche ihm von Rechts wegen gebührte. Wir aber, die lhn kannten, werden ihm ein ehrendes Andenken für immer bewahren. Dr. Ernst Feibnsch, Nass. K. C.-Sportheim. Von Dr. Siegfrid Bernhardt (Spr., Bin.) Wer sehenden Auges die Entwicklung des K. C. betrachtet, wird zugeben müssen, daß bisher die Mittel, die angewandt wurden, um konzentrisch den Aufstieg nach oben zu gestalten, ein Format trugen, das als „Palliativmittelchen" noch zu hoch anaesprochen wird. Berlin, der geistige Mittelpunkt des K'. C.» zählt zirka 400 K. C. er in seinen Mauern. Von diesen 400 K. C. cm sind 70—80 Prozent meistens indifferent gegen K. C.«Veranstaltungen. Wer sich der Mühe unterzieht und untersucht, woran diese Indolenz liegt, wird sehr bald bestätigen, daß es weniner Indolenz des einzelnen K. C. ers ist, sondern nicht geeignete Wahl der Gelegenheiten, die K. C.er zusammenzuführen. — Der Kampf ums tägliche Leben rst schwerer und aufreibender geworden, das Bedürfnis des einzelnen nach Land- und Seeluft größer,- auch der K. C. er geht mithin in feiner Freizeit dorthin wo er Körper und Geist für den täglichen Kampf stärken kann, ins Freie. Groß ist die Zahl der K.E. er, die auf den Havelgewässern eigene Boote haben, noch größer aber die Zahl derer, die sehnsüchtig die Gelegenheit erhoffen, auch ein Boot zu besitzen. Jeder aber würde es aufs lebhafteste begrüßen, in einem K. C.-Heim ein Weekend-haus zu finden, in dem er die Sommerabende verleben kann, in dem er das Endziel seiner Ausflüge erblickt und in dem ihm Gelegenheit geboten wird, mit bootsbesitzenden K. C. ern ausrudern, oder segeln zu können. Anläßlich einer Landesverbandsvorstandssihung trug ich diese Gedanken dem Vorstand und später in einer außerordentlich stark besuchten Laudesver-