KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 6 (16.6.1927)
- Date
- 1927-06-16
- Page
- Seite 37 (sequence 7)
- Language
- German
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37 Das VIII. Deutsch - Akademische Olympia 1927 in Königsberg Pr. Von Studkenrat S ch u r i g, Turn- und. Sportlehrer an der Albertus-Universität. Als nach dem wohlgelungenen Marburger Deutsch- Akademischen Olympia die Vertreter der deutschen Hochschulen über den Ort des nächsten D.A.O. berieten, lagen ihnen die Einladungen aus mehreren Hochschulstädten vor. Nach längerer Rede und Gegenrede wurde als der Wunsch aller Anwesenden festgestellt. dag der Universität in der äußersten Ostmark die Aufgabe zufallen sollte, das nächste Deutsch- Akademische Olympia auszurichten. Zustandegekommen war dieser Beschluß unter dem frischen Eindruck der ergreifenden Rede, die Königsbergs Vertreter. Professor Lic. Pott, hielt, gefaßt von einer Studentenschaft, die gewillt war, den bedrängten Brühern und Schwestern in des verstümmelten Reiches einziger Kolonie mit der Tat zu helfen. Aber die Marburger Hochstimmung verflog bald. Kalt und nüchtern erwog man die Schwierigkeiten, die der Austragung des D. A. O. in Königsberg entgegenstanden. Und die Stimmen, die gegen Königsberg laut wurden, mehrten sich, als die Danziger Hochschulmeisterschaften des Jahres 1925 nicht das hielten, was man allgemein erwartet hatte und erwarten durfte. Aber wir Königsbcrger verzagten nicht. Als andere Bewerber um das D. A. O. auf den Plan traten, sandten wir dem Dehosl eine neue wohlbegründete Bewerbung: der Studentenschaft brachten wir uns in Halle in Erinnerung durch die deutsche hochschulmeisterin im Gerätturnen und durch den zweiten Sieger im Geländelauf. Danach beschloß das Dehofl, Königsberg das D. A. O. 1927 zu übertragen, falls die Kampfstätten genügten. Diesen Hinderungsgrund beseitigte der Obmann des Ausschusses für Turnen und Sport, Prof. Vogt. München. Nun wurde am 27. März 1926 Königsberg endgültig das Deutsch- Akademische Olympia übertragen. Königsberg ging an die Arbeit, obwohl die Stimmen gegen Pregelathen noch immer nicht verstummen wollten. Wie konnte man 1009 und mehr Kilometer fahren! Wer trug die Kosten? Gewiß, ein großes Hindernis, das aber beseitigt ist. seitdem das Dehofl mit Reichsmitteln allen Olympiateilnehmern von Berlin aus freie Fahrt gewährt und diesen keinerlei Kosten bis zur Rückkehr nach des Reiches Hauptstadt erwachsen. Königsberg war nicht so kleinmütig, es ging an die Arbeit, trotz fehlender Mittel. Der 1913 geschaffene, aber in Krieg und Inflation verfallene Sportplatz wurde großzügig umgebaut. Den Wettkämpfer erwartet jetzt erne modern hergerichtete Kampfstätte. Um den Kernplatz zieht sich eine 400-Dieter-Aschenbahn, die 4, an der Zielseite 6 Läufern Raum gewahrt. In den Kurven breiten sich hoch- und Wcitsprung» Kugelstoß- und Speerwurfbahnen aus. Neben der 110 Meter-hürdenbahn erstreckt sich ein ganzes System von Wurf- und Sprungbahnen, die 40 Meter Anlauf gestatten. Zum alten Sporthaus gesellt sich ein Tribunenbau, der Hunderten von Wettkämpfern und -kämpferinnen Gelegenheit zum Umkleiden gewährt. Die ganze Platzanlage wurde begutachtet vom Architekten der Deutschen Hochschule für Leibesübungen, Seiffert, auf dessen Anraten unter die Decke der Lauf- und Sprungbahnen eine Torfmullschicht gelegt wurde. Nach der Fertigstellung der Tribüne entsteh! südlich von ihr eine vorschriftsmäßige Kleinkaliberschießbahn mit 5 Ständen. Sollten diese für das D.A.O. nicht ausreichen, so bieten die 10 Schießstände im Neuen Schützengarten den Kleinkaliberschützen genügend Raum für ihte Betätigung. Neben dem Kernplah nähern sich 6 Tennisplätze der Vollendung. Wenn diese den Jüngern des „weißen Sports" nicht genügen, mögen sie ihre Kräfte auf der vorzüglichen Turnieranlaae des Tennisclubs Palaestra rnefsen. Der Wunsch der Königsberger Studentenschaft, neben dem Palaestrahallenbad ein Sommerschwimmbad zu besitzen, läßt sich zurzeit nicht erfüllen. Dafür steht aber den Wettkämpfern das modern eingerichtete Schwimmbad der „Prussia" zur Verfügung. Auf einer 100 Meter-Bahn können gleichzeitig 8 Schwimmer starten. Der vorschriftsmäßige Sprungturm ist natürlich vorhanden. Für die zahlreich erwarteten Gerätturner und »hur» ne rinnen reicht unsere 450 Quadratmeter große Palaestraturnhalle nicht aus; in ihr werden die Fechter ihr Können zeigen. Den Turnern steht das Haus der Technik zur' Verfügung, ein mächtiger Bau von 120 Meter Länge und 60 Meter Breite. All diese Kampfplätze liegen in nächster Nähe der Verpflegungsstätten (den Messehallen); nur die Ruderer müssen einige Kilometer pregelabwärts fahren, aber dafür erwartet sie eine Regattastrecke, wie man sie vorzüglicher im Reich nicht hat. hier an der Mündung des Pregels, auf dem Frischen Haff, wird auch die Segelregatta abgehalten, zu der Königsberg demnächst einladet. All diese Kampfstätten sind dem Olhmpiaausschuß bereitwilligst zur Verfügung gestellt. lind noch mehr. Alle Turn- und Sportverbände, an die wir herantraten. erklärten sofort ihre Bereitwilligkeit, sich in den Dienst des studentischen Sports zu stellen, ja, die meisten führen die Tage des D.A.O. in ihren Terminkalendern. So wurde und wird den verschiedenen Ausschüssen die schwierige Arbeit wesentlich erleichtert. 3!« der Spitze des Hauptausschusses steht Prof. D. Ackeley, der Organisator des Kantjnbiläums von 1024. Auf zahlreiche Fachausschüsse sind die umfangreichen Arbeiten verteilt. 2n vielen arbeiten neben Professoren und Studenten Bürger der Stadt mit so daß es keinem Zweifel unterliegt, daß das D. A. O. als Turn- und Sportfest gelingt. Ls wird nicht nur auf den engen Kreis der Akadciniker in Königsberg und Ostpreußen beschränkt sein, es wird die ganze ostpreußische Turn- und Sportbetvegung befruchten, wenn unsere besten Akademikersportler den Osten nicht verschmähen. Das VUI. Deutsch-Akademische Olympia wird so die größte turnerisch-sportliche Veranstaltung der Ostmark werden. Darüber hinaus aber auch eine große vaterländische Kundgebung, ein Bekenntnis der Treue der gesamten Studentenschaft zum Deutschtum in den bedrohten Grenzlanden. Gern hat der Herr Reichspräsident, den enge Bande mit Königsberg und der Ostmark verbinden, das Ehrenprotektorat des Festes übernommen. In den Ehrenausschuß sind über 100 Männer eingetreten, Männer, die von Amts oder Verbandes wegen die Leibesübungen fördern. Rektor und Kurator der Albertus-Ilniversität. Ostpreußens Oberpräsident und Landeshauptmann, der Kommandeur im Wehrkreis l und der Oberbürgermeister von Königsberg bilden das Ehrenpräsidium, und sind bereit, die Olympiateilnehmer aus dem Reich würdig zu empfangen. Schon an des Reiches Ostgrenze wird die gastreiche Stadt Schneidemühl und die Provinz Grenzmark die Kämpfer bewirten und mit besten Wünschen auf die weitere Reise durch den „Korridor" entlassen. In Königsberg entbieten am ersten Abend in der festlichen Städthalle Provinz und Stadt den Willkommensgruß. Der Freitag Abend führt die Teilnehmerinnen) beim Mondenschein aus die weiten