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KC-Mitteilungen · 1927-06-16 · Heft 6 (16.6.1927) · p. Seite 35

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1927
Issue
Heft 6 (16.6.1927)
Date
1927-06-16
Page
Seite 35 (sequence 5)
Language
German
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85 Erscheinen vieler namhafter Männer des öffentlichen Lebens; neben dem Präsidenten des Bundes, Prof. Dr. Stähl in, sah man Prof. Dr. Cunow von der Berliner Universität, den Berliner Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß, die Abgeordneten Dr.Bohner und Dr. Grzhmek, — diesen als offiziellen Vertreter der Demokratischen Fraktion des Preuß. Landtags, Frau Adele Schreiber-Krieger, den Grafen Montgelas, den hochschulpolitischen Referenten des Kultusministeriums Regierungsrat Dr. Ben ecke. Vertreter des B. C., der F. W. V., der sozialistischen Studenten Berlins, Hallesche Vertreter des republikanischen Studentenkartells, — als Repräsentanten des K. C. die Aktivitas der Sprevia und Vertreter der Vineta in Vollcouleur, Kbr. L e n n h o f f vom G. A. — Nach einem von Lili Krober-Asche, Eva Heinih und Prof. Hans Bassermann vorgetragenen Beethoven-Vorspiel eröffnete der Vorsitzende des Arbeitsausschusses des Bundes, Ministerialdirektor Dr.Falck, das Heim. Er verlas ein Schreiben des Reichskanzlers Marx, in dem es heißt: „Die Ziele des „Bundes" sind in hohem Maße wertvoll und entsprechen durchaus dem Gedanken, die ich schon des öfteren zum Ausdruck zu bringen Gelegenheit hatte. So oft bin ich schmerzlich berührt worden durch die immer sich wiederholende Erfahrung, daß gerade die Akademiker, die sich vermöge ihres Wissens und ihres Könnens im besonderen Maße um die Gestaltung des öffentlichen Lebens und die Förderung des Volksstaates kümmern sollten, ihre Pflichten und die Aufgaben der Zeit so sehr vernachlässigen. Wenn mich meine Beobachtungen nicht täuschen, so herrscht bei den s ü n g e r e n A k a d e m i k e r n allerdings eine bessere und eine wertvolle, Aenderung versprechende Gesinnung. Die Eröffnung des neuen Heims wird alle die zusammenführen, denen es mit der Wiederaufrichtung unseres zusammengcbrochenen Staatswcsens ernst ist. Ihre Bemühungen begleite ich mit den besten Glückwünschen und hoffe, daß aus dem neuen Werk etwas recht Segensreiches für die deutsche Republik hervorgeht." Nachdem der lebhafte Beifall, der die Verlesung dieses Briefes auslöste, verklungen war. gedachte Prof. Stählin in seiner Weiherede des gedankenreichsten Parlaments in Frankfurt: Das Streben nach der Einheit Deutschlands lebte dort in allen Herzen, — das (streben. das durch Bismarck und Friedrich E b e r t seine Durchsetzung und Fortsetzung fand. Eine Entwicklung eines erneuerten Deutschlands im Rahmen eines erneuerten Europas, — war die Hoffnung, mit der Prof. Stählin endete. H. L. Die Rheinfahrt des K. C. Die tatkräftige Leitung der Frankfurter K. C.- Vereinigung hatte zum 5)immelfahrtstag, den 2b. Mai, ihre Mannen (und Frauen) nach Mainz beordert, wo der schmucke, bewimpelte Dampfer „sind ine" der Köln-Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt auf frohe Ladung wartete. Der „Schorsch Klein" rief und alle, alle kamen! Ungefähr eine Sckar wie bei den Thermopylen, 800, fand sich ein, vom Senior Dr. Mar Mainzer und Iustizrat Moritz Marxheimer-Miesbaden bis zum jüngsten RaffovennudBavarenfuchs. Man hatteauch nicht nur seine ehelichen Frauen, sondern auch deren zahlreiche Freundinnen mitgeladen, und so ging's bald in Flirt und froher Fahrt an Schierstein und Eltville, an Rüdesheim und Bacharach vorbei, bis nach St. Goar. Zn Bingen wurden die dort und an der Rahe und Saar auf- und ansässigen Kartellbrüder und Schwestern mit an Bord ausgenommen, und des Jubels über so manches Wiedersehen von Frankfurt bis Saarbrticken, von Wiesbaden bis Mannheim und Kreuznach war kein Ende. Aeberall auf dem Dampfer bildeten sich frohe Zirkel. Dort setzte ein biederer Mainzer Rechtsanwalt seine Rheno-Silesen stark unter Alkohol, hier bildete sich eine endlose Bavarentafel und auf Kapitänsdeck hatte Max Mainzer die weiseren Käupter des K. C. zum Vortrag um sich. Gezecht wurde sehr wacker, Bowle und Rheinwein flößen in Strömen, die Rheno-Silesen verloren meist etwas Laltung und ein junger Mann schwamm später rheinaufwärts nur als Weinleiche unter Deck mit. Die Mittagessen (sehr klare Frühlingssuppe, Kalbsnierenbraten und gelbes Eis) wurden in 2 Serien zu je 150 Mann eingenommen und fanden viel Beifall. Zn St. Goar gab's Kaffee, um den Alkohol zu neutralisieren. Inzwischen hatte eü aufgeklärt. Die Sonne schien auf die K. C -Wimpel, auf die schlanken, seidenen Damen und die charaktervollen K. C.-Köpfe. Wer sich nicht in die Schiffsschaukel mit seiner Dame setzte, sah sich ein kleinstädtisches Fußballspiel an oder lustwandelte an den!lfern des grünen rauschenden Stroms. Auf der Äeimfahrt wurde getanzt, als sei man noch im Fasching. Alles war plötzlich blutjung geworden, und die jüngsten weiblichen Semester rissen die bemoostesten Beine im Char leston von Backbord zu Steuerbord. Wer nicht tanzte, genoß eine blühende Modenschau, es hätte nicht viel gefehlt und man hätte eine Sommerkönigin des rhein-mainischen K C. gewählt. Viel zu )rüh, schon um S ’/j Stltjr, war die flotte „Undine" wieder in Mainz und man beschloß allenthalben fröhliche Nachfeier. Niemand, der nicht von Lerzen über den schönen Tag froh war, und besonderen Dank den „Unternehmern" dieser Himmelfahrt nach St. Goar, dein Nichtigen Dr. Georg Klein und dem nicht minder in der Vorbereitung so fleißig gewesenen Dr. Et ti n g h a u se n. Vielen Dank auch einem witze- und schwänke-gern erzählenden Frankfurter Anwalt, der ein diesmal harmloses Tischlied in 9 Akten aufgebaut hatte, das freilich bei der schlechten Börse mehr „Brief" als „Geld" stand. Hauptversammlung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus. Am 30. Mai hielt der Verein zur Abwehr des Antisemitismus seine vom Vorsitzenden, Herrn Reichsminister a. D. Dr. Gothein, geleitete Tagung in Frankfurt a. M. ab. Aus allen Teilen Deutschlands, sogar von Königsberg in Ostpreußen, waren Vertreter anwesend. Der Geschäftsbericht stellte das starke Anwachsen der Bewegung und die ertreuliche Steigerung ihrer Wirkung fest. Aus den wertvollen Anregungen der Aussprache klang vor allem die Forderung nach Gründung von'weiteren Ortsgruppen heraus. Neugewählt wurden in den Vorstand: Prof. Dr. Trnmpler,Frankfurt a. M., der Zentrumsabgeordnete Dr. Heinrich Krone, M. d.R., und Iustizrat Dr. Philipp Salo» mon, Berlin. Dem A u s s ch n ß des Vereins wurden zngewählt: A. Arnhold, Dresden, Vizeadmiral a. D. Dr. Galster, Wiesbaden, Rechtsanwalt Gentil, Mannheim, Unioersitätsprofessor Geheimrat Dr. Walter Goetz. M. d. R., Leipzig, Pizepräsident v. harnack, Köln, Rechtsanwalt Johannes Henry, Bonn. Rechtsanwalt Kellner, Erfurt, Reichsminister a. D. Külz, M. d. R., Dresden, Studienrat Dr. Michael Müller- Claudius, Berlin, Schriftsteller Hans Reyhieng, Ulm,

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