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KC-Mitteilungen · 1927-06-16 · Heft 6 (16.6.1927) · p. Seite 33

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1927
Issue
Heft 6 (16.6.1927)
Date
1927-06-16
Page
Seite 33 (sequence 3)
Language
German
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33 schen Studierenden bei dieser Regelung nicht zu erfassen ist, die Angehörigen paritätischer Korporationen. Ich brauche wohl in diesem Punkt den Ausführungen von Herrn Kbr. Lennhoff nichts hinzuzufügen. Nie wird sich ein Jude, der Mitglied eines paritätischen Verbandes ist, einem jüdischen Ehrengericht unterwerfen können. Trotzdem sich nun meiner Meinung nach für den K. C. die theoretische und praktische Undurchführbarkeit eines jüdischen Ehrengerichtes in den besprochenen Formen ergibt, so wollen wir doch keinesfalls irgend welchen Bestrebungen in dieser Richtung hindernd im Wege stehen. Eine Beteiligung des K. E.s als Verband halte ich vorläufig für ausgeschlossen, für sehr fruchtbar aber eine möglichst intensive Beschäftigung mit diesen Fragen. So glaube ich, daß.man beispielsweise auf Grund wasfenstudentischer und rein korporativer Abkommen zwischen Verbänden (jüdischen und paritätischen) — zu denen die jüdische Freistudentenschaft durch die umfassendere Beteiligung auch leichter hinzuzuziehen wäre — eher zu einem einigermaßen brauchbaren Ergebnis gelangen könnte, als durch Abkommen, die zwischen jüdischen Studierenden als Angehörigen des jüdischen Glaubens getätigt werden,- es müßte also der in den Ausführungen von Herrn Dr. London erwähnte erste Leitsatz etwa die Fassung erhalten: „Es ist wünschenswert, daß die Austragung von Ehrenhändeln mit der Waffe zwischen Angehörigen der Unterzeichneten Korporationen nach Möglichkeit vermieden wird." Wir wollen nicht ein jüdisches Ehrengericht — wenn schon eines geschaffen werden soll — sondern ein studentisches Ehrengericht, dessen Wirkungskreis zwar auch beschränkt sein wird auf die mehr oder minder große Zahl der Vertragsparteien, dessen Arbeit und Wirksamkeit aber die eines jüdischen Ehrengerichtes bei weitem übertresfen könnte. laisiai Akademische und öligem, nacftrichten Was geht im Hochschulring vor? Wir haben schon zu wiederholten Malen Gelegenheit gehabt, über Auflösungsbestrebungen des Hochschulrings deutscher Art zu berichten. Im vergangenen Jahr waren es namentlich die Gruppender katholischen Studenten, die mit dem Hochschulring brachen. Vor kurzer Zeit berichteten wir über den Austritt der Hochschulgruppen der Deutschen Volks- Partei und jetzt verbreitet die Äagespresse eine Notiz, nach der die diesjährige Pfingsttagung der deutschen Burschenschafter eine Entschließung angenommen hat, in der es u. a. heißen soll: „Die jetzige Tätigkeit der augenblicklichen Mehreit der Leitung des Deutschen Hochschulrings, die cn Hochschulring einseitig richtungspolitisch festgelegt hat, muß vom burschenschaftlichen Standpunkt abgelehnt werden, ohne daß dabei einer anderen einseitlgen Richtung das Wort geredet werden soll. Der hochschulpolitische Ausschuß der Deutschen Burschenschaft legt daher den Burschenschaftern, die dem Arbeitsausschuß des Deutschen hochschulrings angehören, nahe, aus dem Arbeitsausschuß auszutreten." Nun wäre sicherlich nichts verkehrter als etwa aus dieser Entschließung zu folgern, daß die Deutsche Burschenschaft damit die von ihr in den letzten Jahren verfolgte völkische Politik ausgeben oder ändern wellt- Es scheint vielmehr, ats wenn ganz andere Gesichtspunkte maßgebend sind. Der Hochschulring deutsche? Art, der Jahre hindurch fast ausschließlich unter burschenschaftlicher Führung stand, ist in der letzten Zeit wiederholt mit der Deutschen Burschenschaft verschiedener Auffassung gewesen. Der Hochschulring bat z. B. gegen den Führer der Verhandlungskommission, dre seitens der Preußischen Studentenschaft für die Besprechung mit dem Kultusminister eingesetzt worden ist, Herrn Bauer, wegen seines Verhaltens in diesen Verhandlungen auf das schärfste auch persönlich angegriffen. Die Deutsche Burschenschaft mußte gegen die Veröffentlichungen der Zeitschrift „Der Student", die von seiten des Hochschulrings ausgingen, offiziell Stellung nehmen. Diese Zeitschrift ist in jüngster Zeit unter Bruch der bisherigen Beziehungen zur „Deutschen Akademikerzeitung" zum offiziellen Organ des hochschulrings deutscher Art gemacht worden und in dem offiziellen «schreiben des Hochschnlrings an die Zeitschrift „Der Student" wird dieser Schritt gerade damit begründet, daß die „Deutsche Akademikerzeitung" nicht mehr zuverlässig genug völkisch geleitet wird. Das alles beweist, daß scheinbar im Hochschulring gegenwärtig die Strömung an Einfluß gewinnt, die sich in radikal-politischer Einstellung nrcht genug tun kann. Denn man darf nicht vergessen, daß die Zeitschrift „Der Student" die Fortsetzung der Zeitschrift „Deutsche Akademische «stimmen" ist, die seinerzeit nach dem Hitlcraufstand mit einem Trauerrand erschien und die gefallenen „Helden" des Bürgerkriegs betrauerte. Es rst also wahrscheinlich »licht so, daß die Deutsche Burschenschaft ihren Standpunkt ändert, sondern daß der Hochschulring versucht, noch schärfer als bisher völkischem Radikalismus zu dieiren. Daß dies praktisch sein Ende bedeutet, beweisen nicht nur die bereits gemeldeten Ereignisse, zu denen noch hinzukoinint, daß a»lch die Freiburger und Bonner Hochschulringe aus dem hochschulring ausgeschieden sind, sondern es werden natürlich auch noch weitere ähnliche Ereignisse folgen. Schon als es darum ging, die „Deutsche Akademikerzeitung" (damals noch „Deutsche hochschulzeituug") zum offiziellen Organ des hochschulrings deutscher Art zu machen, hat bereits der Kösener S. C. gegen die Wahl eines derartigen Blatts schwere Bedenken gehabt. Er wird sich bestimmt erst recht nicht mit der Bestellung der Zeitschrift „Der Student" zu»n Organ des Hochschulrings abfindei» können. Aber auch sonst ist im Hochschulring nicht alles, wie es sein sollte und diese Absplitterungen bedeuten vielleicht nichts anderes, als daß die Ratten das

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