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KC-Mitteilungen · 1927-02-15 · Heft 1-2 (15.2.1927) · p. Seite 9

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1927
Issue
Heft 1-2 (15.2.1927)
Date
1927-02-15
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 Vereinigung Frankfurter K. C er. Am 19. De. zember 1 '76 fand in Frankfurt am Main ein K. C.- Fest statt, dessen Reinertrag zum Besten der Einrichtung des neuen K. C.-Äeims bestimmt war. Nach wochenlangen Vorbereitungen trafen sich die Frankfurter K. E.er 'mit einer Reihe von Gästen in den Räumen der Adler- Loge, deren festliche nnd geschmackvolle Ausschmückung £>m Kartellbruder Willi Cahn (Viadrinae, Darmstadt) übernommen hatte. Auch von auswärts hatten sich eine große Anzahl von K. C.ern und Angehörige, sowie Freunde des K. E. eingefunden. Um 51/, Uhr setzte man sich zum Tee. Die dazugehörigen Kuchen waren sämtlich von Frankfurter K. C.-Damen gestiftet und zwar in so reichlichem Maße, daß der Appetit der rund 300 Teilnehmer die Menge des Backwerks nicht bewältigen konnte. Dann begann ein von Dr. Erwin Seligmann (Frib.-Ghib.) gedichtetes zweiaktiges Theaterstück tAls ich schlummernd lag heut' Nacht. . . ), für die Anwesenden K. E.er ein dramatischer Leckerbissen. Fast jeder Satz der geistvollen Verse des Stückes erregte Lachsalven. Der Jubel kannte keine Grenzen, als Bundesbruder Mainzer, in Maske, Sprache und Gebärde durch Bundesbruder Klein zum Verwechseln ähnlich kopiert, auf der Bühne erschien. Nach dem Stücke gings zum Tanz, welcher wiederum durch ein abwechslungsreiches Kabarett unterbrochen wurde. Zu diesem hätten sich eine Reihe erster Frankfurter Künstler in den Dienst des K. C. in liebenswürdiger Weise gestellt. An der Spitze selbstverständlich wieder §>err »ans Erl, der erste Bassist der hiesigen Oper. Unsere liebe Bundesschwester, Frau Leonore Neumaier, die frühere gefeierte Altistin unserer Oper, verschönte das Kabarett durch ihre wundervollen Vorträge. Frau Nosel Dreyfuß, die bekannte Konzertsängerin sicherte sich durch ihre künstlerischen Darbietungen rauschenden Beifall. Äerr Fritz E m m e l wirkte als geistvoller und witziger Conferencier. Fräulein Therese B a e r w a l d entfesselte durch die humorvolle uvd drollige Art ihrer Vorträge Lachsalven. Vundesbruder Robert Rosenthal lWiesbaden) riß das Auditorium durch eigene Schöpfungen hin. Für die leibliche Stärkung war ausgiebig gesorgt: Zn der Sektbudc waltete Bundesbruder Kirschbauin unterstützt von seiner Gattin und Frau Guckenheimer seines Amtes. Man merkte ihm an, daß er sich gerne zum Besten des K. C.-Leims der von ihm gestifteten zahlreichen Settpullen entäußerte. Am kalten Buffet wirkte Frau Betty R o s e n t h a l mit ihrem Stabe. Zhr war es zu verdanken, daß der wirtschaftliche Teil des Festes tadellos klappte. Zm Bierzelt betätigten sich Frau Klein und Frau Etting Hausen als Keben. Das von ihnen credenzte Bier wurde durch schöne Frankfurter Würstchen noch schmackhafter gemacht. Die Mokkabude wurde von Frau Alice B a r ü ch und von Frau Seligmann geleitet. Zu später Stunde begann die Tombola. Die Lose waren von den anwesenden Damen flott abgesetzt worden. Za sogar Mainzer hatte es sich nicht nehmen lassen, selbst mit Losen auf den Lausiererhandel zu gehen. Die Leitung der Tombola und die Besorgung der Gewinne hatte Frau Alice Varuch in dankenswerter Meise übernommen. Zhrer nicht ermüdenden Znanspruchnahme der Gebefreudigkeit war es in der Hauptsache zu verdanken, daß zur Verlosung eine Reihe wirklich schöner und wertvoller Gewinne gelangen konnte. Am Reinertrag hatte die Tombola den Löwenanteil. Bis morgens um 4 Ihr blieben die Feftteilnehmer beisammen. Das Fest war für Frankfurt ein Ereignis, welches den Zusammenhalt im K. C. wesentlich gestärkt hat. Auch der pekuniäre Ertrag war befriedigend. Der beste Beweis, wie sehr sich jeder Festteilnehmer wohlfühlte, sind die zahlreichen Anfragen, ob im nächsten Zahre mit einer Wiederholung eines solchen Festes gerechnet werden könne. □ Bücher- und Blänerfcbau □ Max Kottenscher: Indisches aus der deutsch-polnischen Uebergangszeit. In der jüdischen Presse ist um dieses Buch, das vor mehr denn Jahresfrist der Oeffentlichkeit übercben wurde, ein heftiger Streit entbrannt, der auch eute noch nicht zur Ruhe gekommen ist. Bor wenigen Wochen erst hat sich das leitende zionistische Organ: „Die jüdische Rundschau" zu den Grundsätzen bekannt, die Kollenscher seiner Pofener Politik, zugrunde legte. Am so wichtiger ist es, sich mit dem Inhalt des nur 223 Seiten umfassenden Merkchens vertraut zu machen. Es ist geeignet, restlose Klarhat über die Auffassung der zionistischen Bewegung zu dem Thema „Deutschtum und Judentum" zu geben. Das deutsch-vaterländische Judentum hat als selbstverständliche Parole in allen bedrohten Gebieten die Solidarität mit den nichtjüdischen Volksgenossen ansgegcben: überall hatte es damit der einmütigen Auffassung unserer Glaubensgenossen Ausdruck verliehen. In der Provinz Posen jedoch stieß es auf den Widerstand der zionistischen Kreise, die erklärten: „Im Kampf selbst, der zwischen Deutschen und Polen geführt wird, sind wir neutral." (Anl. 5 S. 166.) Während das deutsche Schicksal in der Grenzprovinz sich entscheiden soll, und es gewissermaßen „alle Mann an Bord" heißt, sammeln sich die nationaljüdischen Kreise zu einer Politik, die „diejenigen Juden zusammenschlicßt, die nicht deutsche und nicht polnische Interessen, sondern jüdische Interessen mit den Forderungen nationaler Rechte hier im Lande vertreten". (S. 164.) In seinem letzten Artikel in der „Jüdischen Rundschau" meint Kollenscher, daß die Wahrnehmung nationaler Rechte, insbesondere auch in der späteren polnischen Zeit die Politik nach den Prinzipien unseres großen Eugen Fuchs gewesen sei. Mai: inuß dieses politische Saltomortale — oder ist es nicht doch etwas anderes? — eines in der Oeffentlichkeit viele Jahre tätigen Mannes bewundern. Also, weil Fuchs einer nationalen Autonomie der polnischen Ostjuden vielleicht nicht abgeneigt war. treibt inan seine Politik, wenn man für die deutschen Iudeil im Osten nationaljudische Betätigung fordert. (!!!) Merkwürdig nur, daß Eugen Fuchs selbst, der ja damals noch lebte, die Politik des deutschen Bolksrates und nicht die des jüdischen füruuterstützcuS» wert erachtete, wie wir aus der E. V.^kt^ug Rr. 4. 6. Jahrgang, entnehmen. — Liest man so das, wie zugegeben werden soll, außerordentlich eindeutige Buch weiter, dann weiß man, daß es für den K. C. niemals eine Aenderung seines Standpunktes gegenüber dem Zionismus geben kann. Während die Männer um

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