Mannheim
Compact Memory

KC-Mitteilungen · 1927-02-15 · Heft 1-2 (15.2.1927) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1927
Issue
Heft 1-2 (15.2.1927)
Date
1927-02-15
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2822870-2822871-2822872--326-2823356
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

10 Berthold tzaase als deutsche Juden für die deutsche Sache arbeiten, sind ihre zionistischen Gegner der Meinung, „daß um jeden Preis vermieden werden muß. daß in Orten, rn denen nur nationale Listen, deutsche und polnische, aufgestellt wurden (bei den Stadlverordnetenwahlen 1919, d. Verf.) die Juden an der Wahl als deutsche oder polnische Parteigänger teilnehmen. Gerade diese Betätigung im fremdnatiönalcn Sinne war es, die wir durch unsere Arbeit vermeiden wollten". (S. 91.) hier sagt also ein führender Kopf der zionistischen Bewegung klar und deutlich, daß für ihn die deutsche Sache eine fremd nationale ist. Daß es solchen Anschauungen gegenüber für uns nur ein „Niemals" geben kann sollten auch diejenigen unserer Glaubensgenossen begreifen, die die antizionistische' Stellung unseres Verbandes nicht immer voll verstanden haben. Diese, die deutsche Fahne verlassende Politik, sollte nun besonders klug sein. In Wahrheit hat sie. wie das Buch beweist, nichts anderes erreicht, als einen Teil der deutsch-jüdischen Bevölkerung von der deutschen Sache zu trennen: als die Polen sich schließlich als Herren der Situation fühlten, brachen sie alle Versprechungen, mit denen es ihnen gelungen war, durch Spaltung der deutschen Front weltferne Utopisten in trügerische Hoffnungen zu wiegen. Ja selbst der Verfasser nuferes Buches zog es vor, nicht etwa tapfer die von ihm selbst so eifrig propagierte Autonomie der Nationaljuden in Posen zu führen, sondern bestieg den D-Zua Posen—Berlin. Bedauerlich bleibt cs. daß auch dem Zionismus fernstehende Kreise sich zeitweise von dem „Jüdischen Volksrat" und seinen Phrasen einfangcn ließen. Sie sahen offenbar hier nur, daß jüdische Männer irgend einen Weg aus dem Tohuwabou des von Berlin abgeschnittenen Landes suchten, und waren sich der Tragweite ihrer Handlung, wie ihr von K. selbst zuqestandener nachheriger Abfall beweist, nicht voll bewußt. Inzwischen jedoch arbeiteten die erfahrenen Führer des deutschen Judentums in Posen Hand in Hand mit ihren nichtjüdischen Volksgenossen am Aufbau des deutschen Volksrates. Perthold haasc hat darüber in der E. D.-Zeitung (5. Iahrg. Nr. 44 und 6. Iahrg. Nr. 4) so ausführliches Material veröffentlicht, daß wir uns hier damit begnügen können, auf einige hervorragende Männer jüdischer 'Herkunft hinzuweisen: Moritz Iaffe, das Mitglied der deutschen Friedcnskommission in Versailles unter Führung des Grafen Brockdorff-Rantzau und Georg Iaffe^ das Mitglied des Wirtschaftsausschusses des deutschen Volksrates. Sie haben ebenso wie Berthold h a a s e selbst der deutschen Sache ebenso große Dienste geleistet wie die der jüdischen. Als unter Führung der Rcpräsentantenvorsitzenden und der Vorstände der jüdischen Gemeinde in Posen die deutschen Juden ihre Treue zum Vaterlande gegenüber --den-ententetistischer: Vertretern erneuerten, und ihre Wünsche auch vor;...dieser Seite im Nahmen des Möglichen anerkannt sahen, hatte sich erwiesen, auf wessen Seite — ganz abgesehen von der inneren Unmöglichkeit national-jüdischen Bekenntnisses für die Mehrheit des deutschen Juden — die weitschaucndcre Politik getrieben worden war. Soweit der Sachverhalt. — Herr Kollenscher, der ja zu den führenden zionistischen Köpfen des preußischen Landesverbandes gehört — er ist Vizepräsident — hat wie man zu seiner Ehre wird annehmen dürfen, geglaubt, durch sein Buch der jüdischen Sache zu nützen Wir empfehlen ihm daher einen Blick in Theodor Fritschs „Hammer" zu werfen, allwo der Antisemit Frank hiurichsen sein Buch dringend empfiehlt, da es „die verhängnisvolle Rolle des Judentums in der Notzeit nach 1918 bezüglich der Ostmark" zeigt. Mas den nichtzionistischen Teil des Werkes betrifft. so ist er unter — man möchte fast sagen fanatisch einseitigen Gesichtspunkten geschrieben. Wir wissen, daß auch diejenigen Juden, die K.'s Parole folgten, nur kurze Zeit auf ihn gehört haben; daß aber dieser Mann — was mit dem rein Menschlichen nichts zu tun hat und sich nur auf das politische Gebiet bezieht — hente wieder eine Rolle im deutschen Zionismus spielen kann, beweist, wie groß die Verständnislosigkeit unserer jüdischen Gegner für unsere deutschen Empfindungen ist. Mit einein Wort: Es gibt keine Brücke. Ludwig Kaempfer (Bav.). Anleitung zur Anfertigung von Zivilurteilen für Studenten und Referendare. Ein Zivilp r o z e ß P r a k t i k u m an der Hand von besprochenen Rechtssällen in Aktenform. Bon Dr. Ernst I a e o b i, Prof, an der Universität Münster i. W. 1927, Verlag von Otto Liebinann, Berlin W 57. Potsdamer Str.!)<>. Mart. 2,00 M. Unter den zahlreichen Werkeil dieser Art zeichnet sich dieses Buch vorteilhaft durch den geringen Umfang (100 Seiten) und bie klare Darstellung aus. Es enthält tyvische Aufgaben aus dem Zivilprozeßpraktikum des Verfassers, wobei die von den Hörern gemachten Fehlern eingehend besprochen und sodanu Musterbeispiele für Berichte und Gutachten, Tatbestaiidsschitderuugei: und Urteile gegeben werdeii. hierbei werde,: fast alle Fragen des Zivilvrozeßrcchts praktisch erläutert. Das Buch eignet sich vor allen: für Referendare, die es während der 'Ausbildung und zur ErameuSvorbereituug benutzen können: aber auch Studenten gewinnen einen anschaulichei: Eiilblick in die Zivilprozeßpraris, der für die erste Staatsprüfung oft von Nutzen sein wird. h. R. Wolfttungsänderungen. Im Interesse einet ordiiiiiigSmänige» gnttellmia der ..N T - Blätter" »> d „Jt.CE -Mitteilmiaen" sind alle Adrekseiiänderiinaen umaehend oei» .KL.-Büro", Berlin S Ä 68. Lindenstrabe 13 niiUnfeilcn. Ad-eisenündeningen nicht mit anderen Inschriften verbinden I Braun, Fritz (Spr.), c/o Coartmann n. Co., 229/230 Cambre of commerce Dldd. Building, 1151, South Broadway, Los Artgcles (Californien). Berg, Rechtsanwalt (Alb.), Barby a. Elbe, Magdeburger Straße 7. Dach, Felix (Nass.), Bad Kreuznach, Bleichstraße 19. Dawidowitz, Sally (Frib.), Berlin O 17, Warschauer Platz, Lochbahnbogen 13/14. Elkcles, Walter (Lie., Rhen.-Pal ), Dr. iur., Berlin- Grunewald, Gillstraßc 2 a. Goldschmidt, Ernst (Nass.), Dr., Berlin 0 17, Große Frankfurter Straße 5 Goldschmidt, Fritz (Sprev.), Amtsgerichksrat Dr., Berlin-Wilmersdorf, Sächsische Straße 37 s, 1. (Uhland 9424).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.