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KC-Mitteilungen · 1926-12-15 · Heft 11-12 (15.12.1926) · p. Seite 94

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1926
Issue
Heft 11-12 (15.12.1926)
Date
1926-12-15
Page
Seite 94 (sequence 8)
Language
German
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94 Volkspartei und Hochfchulrirrg.?a'ch immer gehört der Reichsausschuft der Hochsckulgruppen der deutschen Volkspartei dem Hochschulring 'deutscher Art an. Roch immer, trotzdem das jetzige offizielle Blatt des H. d. A. „Der Student" mit jedem völkischen Boulevardblatt zu' konkurrieren trachtet. Der Kampf um die Studentenverfassung scheint endlich Klärung zu bringen. Allerdings folgt die D. V. P. noch nicht dem Beispiel zahlreicher katholischer Gruppen, noch hat sie den Austritt nicht vollzöge»«, aber ihr Missbehagen mit der radikalen Staatsverneinungspolitik, die mit dem Bonner Studententag immer mebr in Erscheinung tritt, wird huret) die Stellung zur Versaffungssrage nun auch öffentlich bekannt. Der Reichsausschuft der Hochschulgruppen der Deutschen Volkspartei veröffentlicht folgende Erklärung: „Der Deutsche Hochschulrittg hat in der „Deutschen Zeitung" und anderen Tageszeitungen eine sckarse Erklärung gegen die vom Pre»»ftische»r Kultus- »ninisterium geplante Abänderung des Studentenrechts veröffentlicht, obne die angeschloffenen Organisationen zu bören. Der Borstand der Hochschulbewegung der Deutschen Volkspartei, die als außerordentliches Mitglied dem Deutschen Hochschulring angehört, erklärt hierzu, daft er sich mit dein Schritt des Deutschen Hochschulringes weder in der Sache noch in der Form identifizieren kann." Der Schritt »var not»vendig, aber cs ist eben nurein Schritt. Wenn die Hochschulgruppen der D.B.P. konseguent sein »vollen, so muft ihr Ziel sein: Austritj aus den» H. D. A., A»»shebung der Clberselder Beschlüsse. Anschluft an die Gruppen der Minderheit zun» Kamps für die Staatsautorität, u,»d last not least Durchsetzung dieser Ideen in den noch auf Seiten des H. D. A. stehenden Korporationen. 100 Iahrfeier der Münchener AnwersitLt. Ci»»e glanzvolle Feier. Cs »var selbstverständlich, daft alle Gegensätze in der Studentenschaft z»»rücktraten und daft man sich ei»»ig zusammenfand, um zu zeigen, daft die Fragen: Z»»d oder Christ? Reaktionär oder Revolutionär? Kleinigkeiten siild, die verblüffen, »venn die Ci»»beit des deutschen Volkes in Erscheinung treten soll. So chargierten denn bei den» Festkommers »»nd den» Fackelzug friedlich K. C. »n»d Wehrschaft, B. E. und Burschenschaft. — War cs so? — „Selbstverständlich" nennt die deutsche Studentenschaft die Gleichberechtigung aller deutschen Studenten in den» Brief an den preuftischen Kultusminister. Selbstverständlich? —Selbstverständlich, trotz aller Ereignisse der letzten Jahre? — Selbstverständlich ist schon beinahe das Gege»»teil ur»d selbstverständlich versuchte »nan auch hier das Gegenteil d»»rchzusetzen »rnd lud der Einfachheit halber jüdische u»»d paritätische Verbände überhaupt nicht ein. Allerdings ganz so einfach »var es nicht. Die Universität lieft diese Machtüberschreitung der Studentenvertretung nicht zu und l»»d die Verbindungen von sich aus ein, bat sie aber von» Chargieren abzusehen u»»d versprach ihrein Recht z»»r Durchführung zu verhelfen. K. C.. 23. C. und K. I. V. gaben nach. Sie zogen die selbstverständliche Konsequenz, die Einladung' des Rektors höflich abzillehnen, da volles Reckt ihnen nicht gewährt würde. Sie verzichteten für diesesmal, um die Feier nicht zu stören. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der Fehdehandschuh ist geworfen. Er wird aufgenoininen. Wenn diese Zeilen erscheinen, wird die Münchener völkische Studentenschaft »vohl schon vor die Entscheidung gestellt sein oder in Bälde gestellt werden: Entweder die Korporationen Münchens zeigen sämtlich oder überhaupt nicht ihre Farben. Ter Rektor hat sein Bedatiern über die Vorfälle ausgesprochen und Beseitigung dieser Miftstände zugesagt. Wir haben das Vertrauen zu den Münchener llniversiiätsbehörden, daft sie sich niäit weiter zum Handlanger für völkische, statuten- und verfassungswidrige Diktaturgelüste machen lassen wexden. Nicht um unsere Ehre, sondern »»»»» die Autorität des Staates und der Verfassung geht auch dieser Kainpf. Anangenehme Vergangenheit. Bonn verlangt Aenderung der Sttrdentenverfaffung. Die studentische Mehrheit liebt es, die Cntivictlung des Streites um die Verfaffungsfrage im Dunkeln zu laffen und de»» Eindruck zu er»vccten, als »venn das Schisma, das durch diese Frage in der deutschen Studentenschaft im Jahre 1923 entstand, mit einem bedingungslosen Rückzug der nichtvölkischei» Minderheit ge» endet habe. 2lber es ist nicht ganz so. Tie rheinische Studentenschaft hat sich seinerzeit der Deutschen Studentenschaft auf dein Boden der Würzburger Verfaffung nicht bedingungslos angeschlvffen, sondern unter dein Vorbehalt, daft das Raffenprinzip in der Verfaffung fallen gelassen werden soll. Ter damalige Vorsitzende der D. St., Fritsch, sagte eine solche eindeutige Regelung zu, ohne daft man drei Jahre lang Zeit zur Durchführung fand. .Roch rnehr. Man beschwerte sich dariiber, daft von staatlicher (Preußen) und studentischer (Heidelberg) Seite der alte Streit wieder ausgegraben werde. Aber alle Geduld geht einmal zu Ende. Die Bonner Studentenschaft hat daher am 13. Dezember mit 15:7 Stimmen beschlösse»», in ihrer Satz»»ng de»,» 'Raffeprinzip endgültig ein Ende zu bereiten und hat demgenrüft den 8 l ihres Statuts wie folgt formuliert: 1. Mitglied der Bonner Studentenschaft ist jeder iminatrikulierte Studierende deutscher Staatsangehörigkeit. 2. Die Mitgliedschaft steht aufterdem zu a) den Studierenden deutsch-österreichischer Staatsangehörigkeit, l>) den auslandsde»ttschen Studierenden, sofern sie vorn Rektorat als Ausländsdeutsche anerkannt sind. Gleichzeitig aber hat sie an den Vorstand der D. St. folge,»de Anfrage gerichtet: „Die Kammer der Bonner Studentenschaft richtet an den Vorstand der Deutschen Studentenschaft die Anfrage, warum das voin danraligen Vorsitzenden der Deutschen Studentenschaft am 17. Dezember 1923 gegebene Versprechen, die Versa»,ungsfrage betreffend, noch inuner nicht eingelöst ist. Damals erklärte der Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft, daft er die Forderung der Bonner Studentenschaft in einer ihr genehinen Weise regeln werde. Tie Bonner Studentenschaft ersucht den Vorstand der Deutschen Studentenschaft, bis Samstag, den 18. Dezeinber, mittags 12 Uhr, Antwort zu geben." Wird der Vorstand der D. St., der sich so gern als den Hüter aller Tugend betrachtet, vielleicht jetzt seinen früheren Vorstand desavouieren oder wird man zugeben, daß man das, was der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung heute verlangt.

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