KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 8 (25.8.1926)
- Date
- 1926-08-25
- Page
- Seite 62 (sequence 4)
- Language
- German
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tut '■J’n'im zu fühlen, so lange Herr cand. theol. Mager bereu Vorsitz innehat. Gegen die Anträge wandte sich vor allein der Leiter des Greises V uub cand. jnr. Schell, Bann, Trotzdem wurden die Anträge mit einer großen Meluheit angenammen. Aach der Abstimmung erklärten die Banner Bertreter. das; dieses Bargehen der ..Deutschen Stndeiiteiischaft" einen nnznläfsigen Singriss irr die Autonomie einer Li»zelst»delilenßhasl darsrelle. die Berlrelnng der Banner Stndeiilenßhaft sehe sich deshalb rricht tti der Lage, weiter an bem Denljclien Stndententag leilznnehnien; die Banner Bertreter verließen daranshin den Saal. Man trat dann i» die eigentliäre Tagurig ein. SS spiiiä) zunächst der Barsinende des Verbandes Deiltfch.r Hochschirien, Prof. Scheel. Kiel. In seinen weitschweifendeir Ansjnhrnngen verslichte Praf. Scheel arrS ihrer gcschichtlichelt SntwieNung Geist und Idee der Deutschen Fachschulen zu kristallisieren. Sr deschästigte sich auch eingehend mit dein Prahlern der Hochschulreform. Besonders interessant war seine Stellung zu den paritätisch zusammengesetzten Disziplinargerichten, in denen, wie die vom Vorstand der „Deutschen Studentenschaft^' heransgegehenen Richtlinien verlangen, Slndenlen und Professoren geineinsain über LlnSschreitnngen rrrteilen sollten. Mit Recht betonte Praf. Scheel, das; cs zunächst anßerordenttich zweifelhaft sein müsse, waS man unter Ausschreitungen zn verstehen habe; er leliüte es aber irr jederil Zalie ganz entschieden ab, der Stirdenteitschaft die irr den Richtlinien geforderte Teilnahme arr der Disziplinargerichlsbarieit über Professoren zu konzediere». Das Berhalten Lefsings dezeichnete der Bortragende, ohne allerdings seinen Aainen zrr nennen, als unakademisch. Diese Worte gaben bekanntlich Lessing Veranlassung, einen auch in der Presse veröffentlichten Brief an Prof. Scheel zn richten. In der Aachmittagssitznng sprach erst Pros. DibelinS aber das angl» amerikanische Hochschulwesen, danach sollte Prof. Dr. PlaI;, Bonn, über das romanische Hochschnlwesen referieren. Statt dessen verlas aber der Borsit;ende einen Brief des abwesenden Prof. Ptat;. in hem dieser es ablehnte. Zti sprechet», bevor >»icht eine Linignug mit der 'Bonner Slndentenschast znst»,ndegekommen sei. Da dies „ia,t der Zull war, innßle die Sil'.nng geschlossert werden. 'Olm Sonntag abend hatte die Stadt Bonn in echt rheinischer Gastlichkeit den Stndententag z»r einem 'Abendessen in die „Lese" geladen. Die üblichen Festreden stiegen in großer Zahl, aber der dieser Tagung nun mal traditionelle Zwischenfall blieb auch nicht ans. Aach einer Bäte, landsrede wurde das Denisärlandlied angestimmt, n. a. auch die heute in so vielen Kreisen beliebte vierte Strophe der katholischen Dichterin Maria Kahle: „Deutschland, Denrschland über alles, und im llinilüef nun erst recht"", angestiinmt. Bekanntlich wird diese Strophe besonders gern vom Stahlhelm und anderen national i fl i scheu Berbäuden gesungen, ihr Tert selber trägt aber m. L. keinerlei politische Aote. Trotzdem hielten unverständlicherweise drei anwesende Sozialdemokraten daS Singen dieses Berfes für eine monarchistische Demonstration und setzten sich ostentativ hin. Man stelle sich diesen Tumult vor. Ans jeden der drei „Demonstranten" stürzten sich einige Korporationsstndentetl ,lnd verslichten sie anznkontraltieren. Sie mußten aber zu ihrem Leidweseit bald seststellen, daß es sich hier um einen „Bersuch am unranglichen Objekt" handelte. Immerhin war diese Angelegenheit sehr bedauerlich und wurde auf einer noch mitten in der Aacht stattflndenden Sitzung der Minderheiten im Rhcno-Silesen-haus lebhaft erörtert. Der Schreiber dieser Zeilen zögerte keinen Augenblick, dieses Verhallen zn mißbilligen. (Lr stellte sich auf dei» Stattdpnitkt, das; inan sich ii» cinem Kreise von Menscherl, bereit Mehrheit sich zn einer anderen WeUailschnnung bekenne, die Gefühle dieser Mehrheit soweit zn respektieren habe, wie cs die eigene Lhre llild 'Aänrde erlauben. Diese werde ober keineswegs durch den Gesang eines all sich durchaus neutral gehalten e>i Verses verletzt, mir weil zufällig dieser Vers sich besonderer Beliebtheit beim Slahll)elm erfreue. Wett» es heilte dem Stahlhelm einsallen sollte, von morgens bis ahends „Ich hall' einen Kameraden" zn siilgen, so sei dies dach noch lange keine monarchistische Demonslralion. Diese 'Anfsassiing setzte sich allgemein himl). Ls fei übrigens bei dieser Gelegenheit Hervorgehoben, das; fast die gesamten Sitznngeil der Minderheit ans hem Hanse einer l. Ko. RHeno-Silesia stattsande». Ls ist mir eine angeilchine Aufgabe, auch an dieser Stelle einer l. Ko. RHeno-Silesia, vor allem ihrem tätigen nnd interessierten Tf.H. / Ludwig Gun;, für ihre wertoolle Unterjtftljunq meiner Arbeit meinen herzlichste» Dank anszusprechen. Sowohl die Vertreter der Presse, unter ihnen Namen von Klang, wie Dr. Werner Mahrholz, Dr. Zorell n. a., wie die Vertreter der freiheitlichen Stndentengrnppen des Dell lschen Reiches und Oesterreichs versa in Hielten sich oft mehrmals täglich auf dem RHeno-Silesen-HauS und haben durch die liebenswürdige Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Rheno-Silesen lind ihres trefflichen Zaren Steiner sicherlich einen außerordentlich-.'n günstigen Lindrnck von dem K. C. empfangen. Olm Sonntag Hatten außerdem die Zachichastsansfchnffe getagt, deren BerHandlnugen ergebnislos blieben, weil die bewahrten Zachschaftsführer voin Borsiand der „Deiitschen Stildentenschaft" wegen ihrer Berhandlringen mir dem Preußischen Kultus- Ministerium vor dem Slndententage zur Abdankung gezronngen worden waren. Leider Ijattc inan es verstanden, uil Laase des Sonntags beu bewährten Vorsitzenden der 'Vomier Slndeliteiischuft, Herrn Mager, unter einen nlorolischen Druck höchster Atmosphäre zu setzen und so seinen „freiwilligen" Rücktritt zu er.yoingen. Dielen Lrsolg dankte die „Deutsche StudeiUenschast" de,» Vorsitzenden des Reichsoerbandes der Denlj-che» Industrie, Gef-eiinnrt Duisberg iLeoer» knsen» und einer Reihe von Bonner Professoren, iruler denen fub auch der Bonner Rektor Dliross befand, die hem armen Mager so lange vorhielren, daß er allein der Einigkeit der ..Deutschen Studenlenschast" im Wege stände, bis er es selber glaubte nnd die Konsegnenzen zog. Dafür gab die Bonner Slndentenschaft Mager ein Bertrauensootilin nnd hat ihn auch in einer KammersiNnng nach Abschluß des StlidententageS erneut Zil ihrem Vorsitzenden gewählt. Die Herren Duisberg usto. befcheuiigten ihm außerdem, daß ec moralisch und juristisch völlig einwalldfrci und ehrenhaft gehandelt habe. Aachdein der Rücktritt des Herrn Mager bekamitgegeben war, stellte der Tagnngsleiter fest, daß damit die Zorderilngen der „Deutschen Studentenschas!" Erfüllt seien nnd sie sich nun wieder „mit Zrcnden" als (vast der Bonner Stildentenschaft fühlen könne. Die Vertreter von Bonil zogen darauf wieder im Saale ein. Man hätte eigentlich annehmen sollen, daß der hauptansschns; der „Deutschen Studenlenschast", der durch Herrn Zrank das Verhalten von Herrn Mager als unakademisch und unhonorig bezeichnen ließ, nun Herrn Mager rehabilitieren würde, nachdem seine eigenen Vertrauensleute lan der Spitze Duisberg) Mager bescheinigt hatten, daß ihn kein Vorwurf treffe. Zn dieser eigentlich selbstverständlichen (veste vornehmer Gesinnung konnte sich der hauplausfchuß bedauerlicherweise * nicht ent-