KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 8 (25.8.1926)
- Date
- 1926-08-25
- Page
- Seite 61 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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61 ganzen Tagung leuchten. Die Sprache des Rheines sei aber keine' andere Sprache, als die der Einigkeit, der (Gemeinschaft und des Wohlwollens. Mag Ewigkeit in alten Fragen mitunter schwer zu erzielen sein, dann müsse aber wenigstens ehrliches Verstehenwallen vorhanden sein. Eine ehrliche Minderheit verdiene Achtung auch einer nach so stärket: Mehrheit. Er verlange deshalb auch, das; den Minderheiten mit Achtung ihrer Weltanschauung begegnet werde und hasse, das; nicht all 311 viele Herzen sich der wärmenden Sailne dieses rheinischen Gemeinschaftswillens verschlietzeu werden. Welch geringe Aesonnanz diese warmen und klugen Warte hatten, zeigte sich nur;n bald. Ans Einladung des Vorsitzenden der „Deutschen Studentenschaft".' des vieler Bnrscheiischasters Vaner, kamen die sezessierteu Kommilitonen zögernd in den Saal zurück und nahmen ihre Plätze wieder ein. Vaner hielt eine sehr gemäßigte Rede und fand Warte der Achtung und Verehrung für schwarzral-gald. dieans dem Munde des Vorsitzenden der „Deutschen Studentenschaft" immerhin anfharchen liehen. Er führte unter andern: aus, das; er es bedai,re, datz es in der Studentenschaft überhaupt einen Flagget,streit gäbe. Die deutschen Studenten sollten nicht den Kopf verlieren, wenn sie die schwarz-rotgaldene Fahne sehen, die die deutschen Studenten 1S15 den: Vaterlande als Symbol des graszdeutschen Gedankens gaben. Während schwarz-rot-gold das Symbol der Volksgemeinschaft ist, sei schwarz-weis;°rot die Fahne der Kämpfer von Langemarck; beide Fahnen hätten 'Anspruch auf 'Achtung, die eine, weil sie die Vergangenheit repräsentiere, die andere, weil sie in Zutnnft die Forderung auf Einigung des ganzen deutschen Voltes symbolisieren würde. Er forderte deshalb auf, diesen Zwischenfall zu vergessen und den Vegrühnngsabend zu einen: harmonischen Abschlns; z>, bringen. Trotz dieser versöhnlichen Worte schickte sich die Mehrheit der Studenten wieder an, den Saal zu verlassen. Sie stimmten dabei die Deutschlandhymne an, die auch von dei: in: Saale Zllrückgebliebenen begeistert ausgenommen wurde. Die Herrschaften merkten gar nicht, welch tragische Ironie es bedeutete, in einem laichen 'Augenblick, wo »um stärker denn je den Ais; verspürte, der leider heute dilrch unser Vaterland gebt, das Lied von der deutschen Einigkeit im Munde zu führen. Dieser peinliche Anfang war kein ermutigender Veginu der Tagnilg. fühlte sich versucht, wie Lichtenbergs Verbrecher, der an: Montag früh lnngerichtct werden >ollte, zu sagen: „Die Woche fängt gut an"! Am nächsten Tag konstituierte sich das Plenum, und es ka,!l, wie dies ja auch zu erwarte,: war, zunächst die Sprache auf den peinlichen Flaggenvorfali. Der hanptausschns; der „Deutschen Studentenschaft" lies; ausgerechnet durch den Wiener Burschenschafter Frank, der in: Vorjahr in der übelsten Weise den badischen Staatspräsidenten helpach angepöbelt hatte. Herrn Magers Verhalten für nnakademisch erklären und ihm seine Missbilligung anssprechen. Zwei Anträge wurden dein Stndententag vorgelegt: 1. Der Deutsche Stndententag missbilligt aufs schärfste das Vorgeben des Vorsitzenden der Studentenschaft der Universität Bonn, cand. tbeol. eatb. Mager, der am gestrigen Vegrüssungsabend den Auftrag erteilte die Fahnen schwarz-rot-gold und schwarz-weissrot Hernnterholen zu lassen, da hierdurch das Andenken an die gefallenen Kommilitonen entehrt und die deutschen Reichsfarben in den Staub gezogen würden. 2. Der Deutsche Studententag ist nicht in der Lage, sich als Gast der Studentenschaft der Universir Die Unterfertigten laden ihre I. K. K. K. V. und ihre 1. Kb. Kb., A. H. A. H. und i. a. B. i. a. B. zu ihrem in der Zeit vom 29. Oktober bis 1. November 1926 in Breslau statlfindcndcn 25. Stiftungsfeste verbunden mit der Feier des vierzigjährigen Gründungstages der Viadrina und der Feier des dreißigjährigen Bestehens des K. C. geziemend ein. Festfolge: Freitag, den 29. X. 1926: Abends 8 Uhr; Begrüßungsabend im Fürstensaaj des Schweidnitzer Kellers, Bing. Sonnabend, den 30. X. 1926: lO1/^ Uhr: Mitgliederversammlung und Festkonvent des A. H. V. Thuringia auf dem Hause. 12h.c.t. Frühschoppen auf dem Hause mit anschließendem Mittagbrot. 3 Uhr: Plenarsitzung des 0. A. auf dem Hause. 41/2 Uhr: Vertreterversammlung auf dem Hause. Abends H'j,, Uhr: Festkommers im Breslauer Konzerthaus, Gartenstraße 39/41. Sonntag, den 31. X. 1926: Vormittags 9'A. h. s. t. K. C.-Tag in der Sehles. Gesellschaft für vaterländische Kultur, An der Matthiaskunst 1. Abends 8h.s. t. Festessen mit anschließendem Ball in der Hermann- Loge, Museumplatz 16. Montag, den 1. XI. 1926: Ausflug. Der A. H. V. Thuringia I. A : Dr. jiir. Ernst Kosenthal Die Verbindung im K. C. Thuringia l. A.: Ernst Welssenberjj ('/) / Sämtliche Anfragen sind an die Verbindung im K. C. Thuringia, Breslau 7, Gabitzstraße 135, zu richten. — Anmeldungen schon jetzt erbeten, damit für Bereitstellung von Wohnungen (Hotels, Pensionen, Unterkunft bei Verbandsbrüdern) rechtzeitig gesorgt werden kann.