KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 6 (12.6.1926)
- Date
- 1926-06-12
- Page
- Seite 41 (sequence 3)
- Language
- German
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41 Von diesem edlen Plane hatte die Gegenseite aber bis 511 diesem Momente nichts verlauten lassen, hingegen hatte der oben erwähnte völkische Sprecher in den „5)ochschnlblättern", dem Organ der Universität, die Einführung der Ehrenordnung lebhaft begrüßt und keineswegs etwa die Einschränkung gemacht, daß diese nur für sogenannte arische Kommilitone»» Geltung haben sollte. In diese»»» Zusammenhänge erlebte »nan »»och ein typisches Beispiel von Konsequenz und Charakterfestigkeit, das hier Er»väh»»ung verdient. In derselben Sitzung »va»»dte »nan sich bei der Beratung des Etats von gegnerischer Seite gegen die .Höhe der Sportgebiihren »n»d machte dabei den Vorschlag, doch wieder einmal eine Sammlung bei den in Betracht kominenden wohlhabendenBreslauerBürgernsunlerdenen sich a»»erkanntermaßen viele Juden befi»»de»») vorzu»»eh»nen. Dara»»fhin erfolgte vo>» freiheitlicher Seite die 'Anfrage durch einen Zwischenr»»f, ob »nan dieses Mal an Herrn Ehrcnsenator Schalscha, der der St»ide»»tenschaft einen Sportplatz gestiftet hat, nicht Herangehen würde, da er doch schließlich kein Arier sei! Daß hierauf eine Antwort nicht erfolgte, braucht »vohl nicht erst angeführt zu »verden. Cum tacent, clamarit! Ob der Vertreter des C. V. sich bewußt ist, daß er »nit seiner Stell»»ngnah»ne z»» Gunsten einer „arischen Ehrenordnung" das ganze Projekt sabotiert? Sicherlich nicht, fonft hätte er sich ge»viß seine Einstellung etwas überlegt. Aber »vie »vir schon in de»n Falle Hannover (K. C.-Mitteilungen 1925 S. 52) seststellen konnten, ist jede Ehrenordnung genehmigungspflichtig, was auch der letzte De»»1sche Stüdenlentag anerkan»»1 hat; »»nd »vir können den Breslauer Anhängern „Arischer Ehre" nur anernpfehlen, die Debatten des Studententages und die dort erfolgte Information über die Auffassung des Ministeriums nachz»»lesen, falls ihnen d e deutsche Reichsverfasstlng »»icht genügt. Vielleicht ist aber der 'Hinweis „Biertimpel-Lehmann, Berlin" ein selbst für sie ausreichender Be»veis für die selbstverständliche Makellosigkeit ihrer Freunde. Die internationale Studententagung in Stuttgart. Eine Wiederholung der letzten Genfer Völkerbundstagung? Die Verhandlunge»» der Deutschen Studentenschaft (D. St.) mit dem Exekutiv-Eomite der Confederation Internationale des Etudiants (C. I. E), die in der Zeit vom 11. bis 15. April a»»f Einladung der Deutschen Studentenschaft in Stuttgart stattfander», sind ergebnislos verlaufen. Lim den Gang der Verhandlungen »»nd die Not- »vendigkeit, daß e»»dlich das Verhältnis der D. St. zur E. I. E. grundsätzlich sestgelegt werden sollte, zu verstehen, ist es notwendig, daß mit »venigen Worten auf die Geschichte der C. I. E. »u»ter besoi»derer Berücksichtigung der Behandlung der dc»»tschen Frage eingegangen wird. Es sind hierbei zwei große Etappen z»» unterscheide»», und z»var die Zeit von der Gründung der C. I E., die in Straßb»»rg im November 1919 anläßlich des Jahrestages des Einzugs der französischen Truppe»» u»»d zugleich »nit den» 8. französische»» St»»de»»tentag stattfand, bis zur Tagung des zweiten internationalen Kongresses in Warschau irn September 1924 und dann die Zeit von Warschau bis Stuttgart. Auf der Gründungsversamlnlung der C. I. E. sollte zunächst der ausdrückliche Ausschluß der Stude»»schaften der Mittelrnächte statutarisch festgelegt »verden. Es gelang jedoch den anwesenden Neutrale»», zu erreiche»», daß an Stelle dieser Bestimmung i»» die Satzungen der Passus aufgenoinlne»» »v»»rde, daß die Sl»»de,»1e,»schäften der Mittelmächte erst da»»»» in die C. I. E. eintreten könnte»», »venn die betreffende»» Staaten bereits Mitglied des Völkerb»u»des geworden »vären. In den folge»»den Sitz»»nge>» in Brüssel, Prag, Haag »»»»d Oxford entstai»d ein erbitterter Kampf u»n den von den Neutrale»» i>» Straßburg durchgedrückten oben er»väh,»ten Absatz des 'Zlrtikels 2 der Statute»», der die Zulassung der Mittel- »nächte behandelt. Irn Verlauf dieses Kampfes sah sich im Mai 1923 die norwegische St»lde»rtenschaft genötigt, a»»s der C. I. E. auszutreten und a»»ch die vor» der E.I.E. eingesetzte ne»»trale Ko»»»»rission, die aus einem Dänen, einem Schweizer, eine»»» Schiveden »rnd einem Holländer besta»»d und die den Eintritt der D. St. in die C. I. E. vorbereite»» sollte, sah sich infolge des unnachgiebige»» Verhaltens der französischen Sludentenschaft nicht »»»ehr in der Läge, ihren Auftrag auszuführen. — Irn September 1921 fa»»d in Warschau der z»veite internationale Stude»»tenkor»greß statt, zu de»»», da »nan die Nottvendigkeit der Zusammenarbeit »nit der Deutschen Studentenschaft erkan»»t hatte, a»»ch die D. St. eingeladen »vurde. Ein Eintritt der D. St. in die C. I. E. konnte nicht in Frage korninen »veger» der überstaatlichen Orga,»isation der D. St. Ob»vohl in früheren Fällen von der C. I. E. in diese»»» Punkte Ausnahmen gernacht »vurden, gelang es der französische»» Richtung, eine ^lufnahme der D. St. in ihrer Forn», die nach den Satzrurgen der C. I. E nicht angängig »väre, zu verhindern. Llm jedoch mit der D. St., deren praktische Arbeit überall anerkan»»t »vurde, zusammenarbeiten z»» könne»», wurde folgender Vertrag über eine Arbeitsge»»»einschaft abgeschlossen: „Da die C. I. E. sich auf staatlicher Grundlage, die Deutsche Stude,»te»»schast jedoch auf der Grundlage der Volkszugehörigkeit (Einbeziehung Oesterreichs) aufba»»t, ist ein Eintritt der Deutsche»» Studentenschaft in die C. I. E. »»icht »nöglich. Diese Tatsache soll jedoch kein Hindernis für eine von beiden Seiten ge- »vü»»schte praktische Z»lsaln,nenarbeit z»vischen der Deutschen Studente»»schaft und der C. I. E. sein. Die C.I. E. lädt die Deutsche St»»dentenschaft zu dieser Zusammenarbeit ein und beauftraejf, um die Zusammenarbeit möglichst »virksa»»» zu gestalten, ihr Exekuliv-Comite, z»» allen seinen Sitzungen einen Vertreter der Deutschen Studentenschaft einzulade»»." Bis z»»r Ko»»ferc„z von Warschau »var die englische »»nd französische Sprache Verhandlungs- und Protokollsprache. Der Antrag, daß neber» diesen beiden Sprachen als gleichberechtigt die de»»tsche Sprache gesetzt werden sollte, w»»rde in Warschau »nit -,3 Mehrheit angenommen. Allerdings kam er nicht zur Dlrrchführung, da, wie man sagte, die vorgeschriebene Frist bei der Einreichung des Antrages nicht beachtet »vorbei» sei. So »var die Sprachenfrage also, die eine der »vichtigsten Fragen bei der Zusammenarbeit n»it der C. I. E. ge»vesen ist, noch ungeklärt. Man sollte eigentlich allnehmen, daß der Abschluß des Warschauer Vertrages eine gute Zusammenarbeit mit der C. I. E. hätte gewährleisten können. In den solge»»den Sih»»ngen der E. I. E. von Londoi», Ro»n und Nyborg-Kope»,Hagen stellte es sich jedoch heraus, daß das in Warschau getroffene Abkommen von Seilen der C I. E a»»ders ausgelegt »v»»rde als von Seiten der D. St. Besonders die Sprachenfrage gab bei allen Sitz»u»ge»», in deren Verlauf sich die Vertreter der Deutschen St»»dentenschaft sogar mehrmals genötigt sähe,», aus Protest die Sitzung zu verlasse,», zu häufigen Zwischenfällen Anlaß. A,»s dieser ganzen Entwicklung heraus sah sich die D. St.