KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 4 (15.4.1926)
- Date
- 1926-04-15
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2822870-2822880-2822883--227-2823250- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Universität Jerusalem. Der Dcntschc verband zur Jördorlmg der Universität Jerusalem erläßt folgenden Aufruf: Jin Frühling vorigen JahreS hat ans der» SkopllSberg die feierliche Erögillmg der Universität Jerusalem startgesunden. Die Vertreter aller Staaten, darunter auch der Generalkonsul des Deutschen Reiches, sonne Delegierte zahlreicher Universitäten und Akademien aus aller Welt wolmten dem .vestakt bei. Ans Veranlassung des preußischen Uiillnoministerinino überwiesen die preußische Staatobivliotbek und die preu frischen Universitäten durch rrnsere Vermittlung der Universität Jerusalem eine selir wertvolle Bücherschenknng. Auch die Regieruugeil Spaniens, Jrauk> reiebo. Italiens und 'Polens und die Universitäten Englands, AlnerikaS, Lollands, Skandinaviens und anderer Staaten ließen der Universitätsbibliothek in Jerusalem kostbare Vücher. und Jeilschriftensammlungen Das grosre Interesse, das die für die kulturelle Entwicklung ganz Vorderasiens bedeutsaine, von Juden aller Länder und aller Parteien zu schassende Universitär Jerusalem in der nichiilidisehcn Geleln teinvelt gefunden bar. legt und als Deutschen und Inden in gleicher Weise die Verpflichtung ans, narb U'rästeir an dem Ausbau und der Erhaltung dieser Universität mitzuarbeiten. Durch den in kurzer Zeit zu erwarten den Beitritt Deutschlands zum Völkerbund und seine Aufnahme in den Völkerbundorat gehört Deutschland ah den Sraaren. die über das Schicksal deS B'andatslandeo p--lästina mi zubestimmen haben. Eo liegt im deutschen Interesse, das! die Ergebnisle denk s cb e r ,v o r s cb u n g und d i e d e u t s rb e n A r b e i t s - metboden an der Universität Jerusalem gebührend berüctsichtigt werden. Auch für die noltvendig werdende Inneneinrichtung mit Jnßrumenten. Präzisionsmaschinen ustv. ist die deutsche Mirarbeit erstrebenswert. Die Förderung der Universität Jerusalem ist für jeden deutschen Juden, insbesondere den Akademiker, eine Ehrenpflicht. S ie i st ke i n e Pa rteian g e leg e n - heit. Eine sich durch wissenschaftliche Höchstleistungen auszeichnende Universität Jerusalem wird dem gesamten Judentum zur Ehre gereichen. Eine durch mangelliaste Unlerstiiining in il»rer Ueistungssäbigkeit behinderte Hochschule tvird allen Juden nicht mit Unrecht zun: Vorwurf gemacht tverden. Der Deutsche Verband zur Förderung der Universität Jerusalem gestattet sich daher, an Sie die Vttte zu richten, dem Verbände beizutrelen und durch Ihre Mitarbeit, sowie durch einen von Ihnen nach eigenem Ermessen ztl bestimmenden Jahresbeitrag seine Jiele zcz fördern. (Anschrift: Berlin W 15,' Kurfürstendamm 66.) Der Vorstand: Prof. Dr. med. Julius Citron ao. Professor an der Universität Berlin. Rabbiner Dr. pbil. Vaeck Großpräsidenl des deutschen Distriktes U. rJ. B. B., Vorfinender des Deutschen Rabbinerverbandes. Justlzrat Dr. st,r. Julius Magnus, Berlin. Prof. Dr. phil. Carl Reuberg Direktor des K'aiser-WilhelmJnslilutS für erperimentelle Therapie und Biochemie, Berlin-Dahlem. Prof. Dr. phil. Gotthold Weil Direktor der Preußischen Staatsbibliothek, Berlin. Haupintissch.-st - Sihrutg der Deutschen Studentenschaft. In den Tagen von, N. -- 14. April findet in Stuttgart eine chanptansschnß-Sitzung der Deutschen Student nschaft statt, die sich ausschließlich mit der vage in der internationalen Stndentenbeivcgung beschäftigen wird. Gleichzeitig findet m Stuttgart eine Sitzung des Erekutivkomitees der „Eonsederation internationale desEludians"statt. die dieJrage der Jusanunenarbeit bezw. 'Ausnahme der Deutschen Studentenschaft in die E. I. E. beraten wird. J>n dlahinen dieser beiden Sihungen ist neben verschiedene» inossizielle» gemeinsamen Veranstaltungen auch eine gemeinsame Sihnng des .Daiiptaussclnijses der Deutschen Sludenlenschast mit dein Etckulivkomitee der E. I. E. vorgesehen. — Ttor diesen Stuttgarter Tagungen findet in Genf vom 7. 10. April aus Einladung der Kommission für intelektuelle Jasammenarbeit des Völkerbundes eine Sitzung studentischer Jusammenscblüsse, tvie Eonsederation internationale des Eludiants (E. J.E.), '.Federation universitaire internationale (sf.U.J) Par?!oinana,^lteltsludenlentverkusw. statt. Insbesondere sollen dort die Iragen des Studetenaustausches, Reiseerleichterungeil, internationale Stipendieil und ähnliches lnebr besprochen werden. Dann soll aber auch über Wirtschastsfragen, internationale studentischeKonferenzen ilnd über die Vorbereitung des vom Weltstndentenwerk. im September läAi zu errichtenden „Bazars" und einer internationaleil slndentischen 'Ausstellung beraten werden. - Die Konsercnz kann in ihrem Tagesprogramm als Jortsehung der seinerzeit vom AnSlandsaint der Deutsche» Sludeutenschgst »eranslallelen studentijihen AriSlanvS» bürokoiisercnzen angesehen werde». Die Jeulsrhe St»de»tensshast,die bekanntlich keinem der internationalen studentischen Jusa»i,nenschlüsse ailgehört, hat sich vorerst an die E. I. E. gewandt, uni von dieser gemäß dem in Warschau 1 ‘>21 abgesclilvssenen Arbeitsabronluiens, eine Einladung erwirkeir zli lauen. Die E. I. E. hat »ich jedoch zu eitler derartigen Berinittlung nicht für verpflichtet gehalteil, so daß sich die Deutsche Studentenschaft direkt an die Völkerbunds - kommifsion für internationale geistige Jllsainmenarbeit gelvandk bat. In deil letzten Tagen traf nun von dieser Kommission die Nachricht ein, daß die Deutsche Studentenschast lvegen ihrer besonderen Bedeutung und lvegen ihres besonderen Interesses für diese Tagung eingelade» werde, lvenn diese Konferenz a»«ch „ausschließlich internationalen Charakter zeigt, und sich ansonsten einzig und allein mir aus Vertretern internationaler studentischer Organisationen zusammensetzt. Die Deutsche Studentenschaft lvird gemäß dieser Einladung durch einen Vertreter an dieser Tagung teilnehmen. Mir kaum einer Behauptung wird soviel Busug getrieben wie mit der der Berju'ounq der )lniversitäten. Bei all den Behauptungen, die hierüber verbreitet werden, wird auf die tatsächlichen soziologischen Grundlagen gar nicht eingegangen, auf die Verschiedenheit der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, die Buterschiede zwischen Stadt und ^and und die Verteilung der Juden auf die verschiedenen Bezirke und all die Dinge mehr, die am besten S e g a l l und O p p e n h e i m e r in ihren Büchern über die Beteiligung der Inden am Kriege bereits behandelt haben. Die gleichen Verhältnisse wie für die Kriegs-