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KC-Mitteilungen · 1926-01-15 · Heft 1 (15.1.1926) · p. Seite 3

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1926
Issue
Heft 1 (15.1.1926)
Date
1926-01-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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l 3 den lamifauu'it 'Aufbau einer Mauer Stein nin Stein, um dann eines die Mauer als unübet steigbar zu bezeichnen. bandelt sieb oitdi nicht tim eine Spezialfoi\K der jüdischen Studenten, niebt allein mit die ^ytMflc der PUeichberecbliguug des deutschen Iudeuttuns, foudertt dartun. ob die weiter der deutschen Fachschulen bereit sind ztizugeben, dasi van einer niebt unmasigeblichen Gruppe der Heranwachsenden Generation unter ihrer stillschtveigeiidtn Tnlluiiimi die Grundlagen des Staates untztigestalten versucht werden. Wer die Beschlüsse der masigebeuden Drgan'tsatiauen verfallet, wer sieht, dasi unter der gleichen Begründung S tut in dagegen gelaufen wird, dass' die Deutsche "Akademie in München nicht einen Uudendarss. der die jüdischen Kriegsteilnehnter zu schtnäben trachtet, zu den Zbren zäblt, wer die 'Angriffe versalzt, die das offizielle Onimt einzelner Teile der deutschen Studeuteuschast und das EiubeitSargait des Deutschen "Akadeiuilertages. „Die Deutsche 'Akadeiuikerzeituug", gegen Männer usie Bkarr,vanUiabcr, Frllpach und viele andere richtet, wie der angeblich unpolitische Fachschulring deutscher 'Art gegen den Vertrag van Locarno Stellung nimmt, der siebt, dasi wir int Interesse des deutschen Baltes und seiner OWlttntji in der Welt unsere Stinttne erheben, Für unsere Ebre einzutreteu, betrachten wir als unsere selbstverständliche "Ausgabe, ttud es bandelt sich für uns nicht darum, ab diese ader jene studentische Korporation sich besser dünkt als wir. *Clber inan darf hinter diesen Aeusierlichkeiteit niebt die Gesamtheit vergelten, tind gerade weil es hier nicht um die Frage unserer Stellung ztnn deutschen Balte gellt, darum halten wir tuts für berechtigt, zu verlangen, dasi das deutsche 'Aalk nicht stillschweigend über diese Ereignisse himveggehl und sie als Rebeusäcblichkeileu betrachtet. Dies verkennen leider nicht nur die weiter der Fach, sebulen. sondern auch weite Teile der Srudenteuschast selbst, wie der Umstand betveist, dasi es immer nach katbalische verbände gibt, die sieb den völkischen ^tganisttrianen nnterardnen. abtvobl diese den .Kamps gegen alle drei Zitlernaliaitaleit süliren. Das; ein Widerstand gegen diese Bestrebungen möglich ist, dafür liegen erfreulicherweise Beweise vor, die leider aber all zn stark in der BAnderbeit sind. Zhuen als den Berantwortlichen rufen wir zu, als den Führern des deutschen Balkes: Deutsches "Aalk, erwache! Dr. Weil: Die überaus betrübliche Uage der jüdischen Studenten ist zurüstzufübrett auf die välkisch-antisemitische Bewegung, van der weite kreise der deutschen Studentenschaft besonders ergriffen sind. Die antisemitische Bewegung an delt deutschen Fachschulen, die es atich vor dem Kriege scban gegeben bat, trägt unter dem Ein stuf; völkischer Uebren ein durchaus verändertes Besicht. Die "Ableltutiitg zu weitgehender internationaler Gedaukengäuge und der Wtinsch, ztt den Wurzeln des deutschen Wesens betabz'.rsteigen.ist in einer Zeit nationaler Regeneratiau. in der fair uits nach dein unglücklichen Ausgang des Krieges besindeu, durchaus begreiflich. ''Aber die völkischen Gedaukengänge sind auf Nassenwabn, Unduldsamkeit und Irrtttmern aufgebaur: niemand weniger als Deutschland, das ausierbald seiner Grenzen viele Millionen Deutscher tvahuen hat, kann sich derzeit eine Politik feindlicher .Faltung gegenüber Minderbeiten erlauben. Die besonders bistorisclie Sendung und Stellung der Universitäten in Deutschland ist aucb narb der Revolution im taeientlicheii um verändert attsrecbk erballe» geblieben. Z tu nt er nach sind Uebrfreibeir, Uernfreibeit und Koalitionsfrei beit die Grundlagen der deutschett Fachschulen, lauter aus liberaler Auffassung entnammene Dinge. Niemand wird die Lehrfreiheit antasten. Aber schon die Lerusreiheit ist in einer Zeit materieller 7Aot, tvie der ttnsrigen, nicht unaugefochten, und die Lraalitiansfreiheit tvird ztir Unfreiheit, weint sie dazu dient, irgend tvelche Niuderheiten zu tmterdrücken. Die Wirkung der Necbtsverschlechtertnig und die dadurch erzeugte Recbtsuot der jüdischen Studenten erschöpft sich nicht in der direkten Einwirkung auf ihre gesellschaftliche, soziale und ideelle t’aqc an den Universitäten. An diesen Lehranstalten werden diegeisiigen Führer des Bolkeü herangebildet. Einslüne, die in den Zabren, in denen der Mensch besonders empfänglich ist, ausgeübt werden, tvirken in vielen Fällen für die ganze Uauer des Uebens nach. Das neue Deutschland kann nicht einseitig völkisch erzogene Männer als Richter und Bertvaljtntgsbeainte an seiner Spitze dtilden. Darüber liiiians tvird der Recbtsgedaitke als solcher aufs schtversie geschädigt. Deutschland ist nach innen ttud ansien auf die Belattung des Rechts stand- Punktes uiitcc allen Umständen angewiesen. At.cb das Zttrüctsel'.ungsgefühl, das bei deit jüdischen Studenten erzeugt tverden tiniij, kattu dent Staat iticht gleichgültig sein, der wünschen tunsi, alle zur Mitarbeit bereiten Teile des Balkes zu höchster Kraslanspannuug anzuseuern. Die überragende Slellung der .Korporatioiten int dctitschen Universitätsleben ist aucb heute nicht gebrachen. Sie tvird aber gefährdet durch Masinahmen, durch die die Studeukeuschast sich zu dein grössten Teil des deutschen Balkes in heftigsten Gegensatz bringt. Die deutschjüdische Jugend an den Universitäten kann in ihrem Kamps um Freiheit tind Gleichberechtigung auf die Unterstützung aller anfrechten detttscben Zuden. darüber hinaus aber auch alnie Unterschied der Z>at leiricbtuiig, auf die Mithilse nller tvahrhast demokratisch ge sin nt eit Elemente rechnen. Rubis tväre schlintnter, als mukloses ^erztaeiieln. Die jüdischen Studenten an den deutschen Fochschulen haben die doppelte 'Ausgabe als Ztiden und als Deutsche, dein Rechtstutd Rceiisclstichkeitsgedattkci, gleicberinasien zum Erfolge zn verhelfen. De. Follander: Die Ausführungen der beiden Fauptredtter haben gezeigt, tvelcb' furchtbare Berwirrung der Recht/begriffe in graste Teile der deutschen Studentenschaft eingezogen ist, in tvelch' geradezu unverständlicher Weise jüdische jtinge Ueute deutscher "Abstantintutg und detttscher Htiltur, die mit ganze in .Derzeit dent Zdeal der detstscben "Akademiker zustreben, zurückgestosien und beleidigt werden. Sie haben ferner gezeigt, dasi bei allem guten Willen die zustätidigen Beliördeu nicht immer die nötige Kraft ausbringeu, um Recht ttud Ehre der ihr anvertrauten Zugend. aber atich ihr eigenes "Ansehen in genügendem Masie ztt wabren tind zu stärken. Merltvt'irdig mttsi es dabei berühren, dasi matt bei?cückspratl)en mit den Einzelnen der jungen Studenten, welche sich an diesem Treiben beteiligen, fast niemals eine Rechtfertigung oder gar eine Billigtmg des Vorgehens der Allgent ein heit finden wird. Fast regelmäsiig tvird die Anttvort ztiteil, das täte man eben, weil es alle tun, und weil die Zu rück st osiung der Zuden heute eben zu:n nationalen Programm gehöre. Ma,t würde dabei keineswegs eilt abwertendes Urteil über die einzelnen jüdischen Persönlichkeiten abgeben wollen mtd erkettne gern att, dasi es unter den jüdischen Studeitten eine grosie Anzahl von jungen Männcrn gebe, die man dtirchatts als gleichberechtigtes Element achtelt und in jeder Beziehung ehrenwert betrachten könne und müsse. Die "Abneigung gegen das Zudeutttm ruht aber heute in weilen Kreisen des Volkes. Wenn man sie auch nicht billigt, so sei es doch gefährlich und vielleicht auch zwecklos, sich ihr entgegenzu. stellen. Darum wolle man sie lieber benutzen,

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