Mannheim
Compact Memory

KC-Mitteilungen · 1926-01-15 · Heft 1 (15.1.1926) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1926
Issue
Heft 1 (15.1.1926)
Date
1926-01-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
79% known words query
IRI
…/2822870-2822880-2822881--203-2823223
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

tktu'it 'V»oi,|\'i!liil)foifon ,yi or,\iol>on; sonst ift sürtoahr oic oiitunjt des iu'Kov? tflne l»»»d .Freiheit des 'InUcdaubctf Der Zuhalt der Referate im einzelne»» war der folgende: Dr. Verlor: Wäbrel»d die Ou'uolutio» in» de»»tschen Geistes- »rnd Wirlswafksleben ebenfo »vie in der Politik beute einer geiviffei» Beruhiguirg gewichen ist, bat s»ä> ein revolutionärer Geist, 'CU»ieb»»imn jeder "Autorität, an den .sSoclv swulen nicht miv erhalten, sondern erheblieb verschärft. "Auch die *3trömmiiien, ui»ter denen der jüoifebe Student a», den deutschenDochschllleu ,yt leiden hat, sind Ausfluss ei,»er in» ge»viffeu Sinne revolutionären Gesinnung. Wahrend die Stellung des Studenten in de» Bvrkriegszeit gegeiiübe.- den jüdischen Lvommililonen eine zivar gegnerische, aber doch ritterliche »var, die trotz der Ber»äuedenheit der persönlichen Anssassnngen geioisse Berpslichtilngei» der staatsbürgerlichen Gleichheit, der aesellschasklitbei» Gleichberechtigung »l»d der geinei»»- schasllichei» Dild»»ngsideale anerla»»nle, ist heute von diesen» Geist nichts »»»ehr zu spüren. "A»,ch die Vorbilder der Borkriegszeit, die sich in» Weldhofeiier 'Prinzip der österreichischen knirschen schuft ansrvirkte»», sind bei »veiten» übertroffen. Z»»denhas; an den deutschen Hochschulen ist nicht »uehr »vie früher eine Zrage der SatiSfaktion, sondern ein Bersuch der rechtlichen und »noralischeu e'ntulinidigung. Wenn auch die Ansscballung auS den» Was)e»»r>i»g der "Ausgangspunlt dieser Bewegung gclvesen ist, begreiflich aus der Bedeutung des WassenstndententumS für die delitschen Hochschulen, so ist dies doch nur ein Rebenpunkt. 'Der .ärieg, der die Glcicl>berecl>tigung restlos hergestellt Halle, hat geendet nivbt nur mit der politischen Riede r- »versuug des deutsche»» Bolkeü, sondern a»ich mit Beruss»u»ichichtnngen, die in »veile kreise der ausrechlei» Sllidenleirschast biueii» das Streben nach einer Rekonstrliklion des Zorkriegssiaates trugen, in den» Glauben, das» äustere Uuislaude auch i»»»»ere Gesel»ii»äs»lgte»ten wieder Herstellen »vürden. Der jiidisclie Student »vnrde in diese'-»» Strebe»» der Prügelknahe, »veil man ii» ihn» ohne jede berechtigte Begriindung den Sch»»ldigen zr» finden glaubte. Da»»» kan» uuter den» hlinsl»»»» politischer Srscheimmgen der Rageulvahi», und diese verschiedenen Ströinllnge»» »virkten sich aus in den» "A»»sschlnst der Znden a»»s den Berbänden, die sie bisher aufgenoutiilen halte»», und gingen solveit, das» inan unter Verleugnung historischer Begebenheiten unter schärfster Belcidigtuig der eigenen Zarbeubrüder in der Burschenschasr Zuden und Regerweiber ans eine Stlrfe stellte. Dieser Geist der Korporationen »virkle sich selbstverständlich auch ii» der allgemeinen Studentenschaft auS. Die deutsche Studentenschaft als Selbstverwaltuirgskörper »var ein einnlütig geschaffenes Produkt der gesannen Kriegsreilnehrilerschgsr. "Als sie aufgeba»lt »vtirde, fragte niemaild nach Zudeu oder?lichtj»»de»,, und der erste deutsche St»»dentenkag in Würzburg »in Zahre N»l9 »var niemals im Zweifel, das» als deutscher Student oder, »vie eS formuliert wurde, als deutscher "Absiainuilulg und Multersprclche auch die jüdischen Zvvinmililonen in den abgetretenen »»»»d Grenzgebleten zu verstehe»» seiei».?!»»»', u»n diese in die Studentei»- schast einzugliedern, Halle »nan damals die Mitgliedschaft nicht aus den Staalsbürgerbegrisf eingestellt. "Aber bald daralls jenie der Streit darüber ein. ob diese Zassuug kultnrell oder rassenmäsiig auoznlegen sei, ein .»v'ainps, der schliesilich damit eudele, das» durch den Widerstand der österreichischen sogenannten arischen Stildenrenschast die Gn»heitüorga»»isatioil, »vie sie die Würzburger Berfass»n»g a»»sgeba»»t hatte, zerbrach. Versuche, diese Gedanke:» auf Deutschland »u »:ber!ca,eu. s-h >!.>:.» an den» Wide»sta»ld der?reg»er»n»gci». dre re»lloo lur d»e Dl»rchsilhr»n»g der versa»snilgon»äs;igen Grcn'dsane in der Studentenschaft einrraten. Die»»»»»! lrabei» siä, aber »veite Seile der völklschen Stildentensäurst »„Mt abgesu»»dei». Sie betrachten die gegen»vackige dkegelung als eine»» Zustand, der so schnell als möglich versch»v»nden mus;. Dies be»veisen nicht nur die Beschlüsse des Dochschmriirgs deutscher Art und des 'Deutschen Akade- »nikertages, sondern die noch zu behände!,»den gegenwärtigen Kämpfe sind nur als Seilaktionen z>» diesem Ziel zu verstehen und z»» »viirdige»». Man hat zunächst versucht, selbst durch Ge»oalt den jüdischen Sr»»de>»ten zu behindern »»nd ihn» den .Gamps um seine Gleichbere ch tigu u g z»» ersctuveren. Darüber hinaus forderi» Vie D>rganiiativnei» der volkisctzei» Studel»kenscbast die Unterstellung der jüdischen Stndenleir unter die mittelalterlichen Bedingungn des nunierus clausus, de»» sie dort, »vo er »ich, »vie in Polen, auch gegen die Allgemeinheit der dentschen Lludeiilen »nchtel, bekämpfen. Endlich versucht man, »ich die "Allcinlrerrscüast an den Dochschnlen dadurch z»l sichern, das» man die jüdischen Korporationen n»it dei» ve»'schiede»isten Mitteln z»» vernichten trachtet oder mindestens zu be»»achteiligen flicht, damit sie srerrviltig auf ihre Rechte verzichten. Ria»» hat dann zunächst Damit begonnen, sie bei gemeinsamen ^erclnstaUnngen unter de»» verschiedenartigsten Begründilngen an die legte Stelle zu dräiigen, auch dort, »vo es sich um alte Berbinduilgen handelt. Man hat dort, >00 dies nicht gelang, bemüht Abstand von ihnei» gehulle»», um sie öijeullich zu beleidige»; ma» ift sogar fowcit gegailgei», z. B. »1» Frankfurt und Dalle, sie mit Gewalt an der Seilirahme an studentischen Beranstattungen zu hindern. Als diese Mittel incht ansreirbren, hat »nan die Mehrheit in der stltdentijchen Selbstverivaltung »lls;bra>.cht, sich ein öfinladungsrecht z»» derartigen Bera»stallm»gen a>»znn»ai»en, ur»d hat von den tDilladimgen an die Be: tretec der jüdischen Sludenre»schastabgesehennilddort,»vodieseKotporationen aus der Siiiladniig des Rektors fnsiter», trohdem erschienen, hieraus eine»» Berstos» gegen die studentische Sitte z»» lo»»ftrniere>l versucht, um eine §)andhabe für die künftige Unterdrückung z>» habe»». Dandelt es sich hierbei nur um studentische Aesrerlichkeiten, so sind die Beschlüffe örtlicher Wassenringe, den Zuden griiiidsützlich die Genngtnung z>» ver»veigern, bei der Bedelrtnng, die dem st»lde»»tischen Ehrbegriff auch heute noch znkonlmt, geeignet, auch den sfernstehenden zu zeigen, »vorauf man abzielt. Roch deutlicher »vird dies bei de,»» Versuch, auch den einzelnen jüdischen Stude»»ten von de»» allgemeinen Veranstaltungen auszuschließen; ist inan doch so»veit gegangen, »vie z. B. in Darmsradt und München, die jüdischen Studenten von allgemeinen Sportveranstaltungen der Universitäten sernz>»halten. Die Behörde»» der Hochschulen haben gegenüber all diesen Bestrebungen hä»»fig nach dein Grundsatz hisse* faire gehandelt, wahrjchernlicy »veil sie annahmen, das» es sich hier um interne Studentenangelegenheiten ha»»delt, um Aensrerlichkeiten, denen feine Bedeutung znkomme. Sie sind hierbei, wie z. B. die Uiliversitäk München, sorveit gegangen, das» sie von sich ans die jüdischen Korporationen zu allgerneine» Uiliveri>lätsverci»slcillll„ge>» niebt mehr einladen, um sich nicht in Widerspruch mit der völkischen Mehrheit zu setzen. Aber so harmlos Hegen die Dinge nicht. Handelt cs sich doch hier um das revolutinäre Prinzip um eine Sabotage der Grmrdsätze der Berfaffuug, u»r»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.