KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 12 (31.12.1925)
- Date
- 1925-12-31
- Page
- Seite 92 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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92 laisgiDi Akademische und allgem. Dachrichten latBiai Die Frequenz der deutschen Universitäten in den letzten drei Semestern*). Der „Deutschen akademischen Rundschalt" entnehmen wir folgende interessante Aufstellung: S.-S, 24 1 **) 1 W.-S. 24/25 «> 1 1 S.-S. 25! «) I Berlin .. 9950 I 1367 I 8074 I 1218 I zirka 10000 I 1500 I Bonn. 8018 VI 337 IX 2639 VI 802 VII 3209 VI VII Breslau. 4153 V 369 VI 4201 IV 394 IV 4288 V 426 V Erlangen. 1501 XXI 78 XXIII 1262 XXI 63. XXIII 1272 XXI XXII Frankfurt. 2683 IX 270 X 2537 VIII 249 XI 2685 VIII 253 XIII Freiburg. 2913 VII 375 V 2374 IX 300 VIII/IX 3020 VII 436 IV Gießen. 1623 XX 105 XXII 1465 XIX 90 XX/XXl 1388 XX 82 XXI Göttingen. 2382 XIII 215 XIV 2318 X 208 XIV 2393 XII 225 XIV Greifswald . 1106 XXII 115 XX 912 XXII 90 XX XXI 947 XXII 100 XX Lalle. 2381 XIV 172 XVII 2237 XI 140 1 XVII 2801 XIII 131 XVIII Lamburg. 2422 XII 341 VIII 2114 XII 300 :viii/ix 2075 XVI 811 X Leidelberg. 2319 XV 268 XI 2002 XV 284 X 2516 XI 385 VI Jena. 2033 XVII 260 XII 1840 XVI 214 XIII 2015 XVII 268 1 [ XII Kiel. 1724 XIX 177 XVI 1350 XX 133 i XVIII 1601 XIX 145 XVII Köln. 4161 IV 502 III 4076 V 481! III 4609 III 529 III Königsberg. Leipzig. 1739 XVIII 169 XVIII 1671 XVIII 176 j XV 1643 XVIII 163 XVI 4578 III 389 IV 4477 III 371; v 4400 IV 338 IX Marburg. 2153 XVI 255 XIII 1803 XVII 223 : XII 2156 XIV 296 XI München. 7231 II 896 II 6457 II 769 1 11 7068 II 938 11 Münster. 2692 VIII 365 VII 2607 VII 367 VI 2531 X 353 VIII Rostock. 930 XXIII 106 XXI 743 XXIII 66 XXII 831 XXIII 62 XXIII Tübingen. 2450 XI 205 XV 2045 XIV 146 XVI 2533 IX 172 XV Würzburg. 2504 X 167 XIX 2079 XIII 123 XIX 2124 XV 120 XIX *) Die beigefügten römischen Ziffern sollen veranschaulichen, wie — in zum Teil-auffallender Weise — die Zahl der an den verschiedenen Universitäten Immatrikulierten (nur die Immatrikulierten sind hier berücksichtigt) gegeneinander verschieden. **) Davon Frauen. E. L. E b e r h a r d. Der bayerische Staatsminister a.D. vr. Schweyer über den Nationalsozialismus. So schwer es ist, über gegenwärtige, politische Bewegungen und Störungen zu einem klaren, abschließenden Arteil zu kommen, so notwendig ist dies doch, nicht aus historischen Gründen, sondern aus praktischen Gründen politischer Stellungnahme. In einem Buche „Politische Geheimverbände"1) unternimmt es Dr. Schweyer, der frühere bayerische Innenminister, innerhalb des größeren Rahmens eines Buches, in dem er Tun und Treiben, Grundsätze und Ziele einer größeren Zahl von Geheimverbänden und Geheimbewegungen schildert, eine grundsätzlicheBeurteilungdernationasozialistischenBewegungzu geben. Interessant wird die Stellungnahme Dr. Schweyers sowohl durch den Amstand, daß er als bayerischer Innenminister zurBlütezeit der nationalsozialistischen Bewegung wie kein anderer in der Lage war, Einblicke in diese Bewegung zu bekommen, als auch dadurch, daß er als ein aus die Wahrung bayerischer Interessen in hohem Maße bedachter Mann zu einem völlig ablehnenden Standpunkt gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung kommt. Dr. Schweyer bezeichnet die nationalsozialistische Partei als die Partei der inneren Widersprüche. (Daran ist sie ja auch wohl zusammengebrochen!) Das wirti) Politische Geheimverbände. Blicke in die Vergangenheit und Gegenwart des Geheimbundwesens. Von Dr. Franz Schweyer, Staatsminister a. D. in München. Siehe Bücherschau. schaftliche Programm der Partei enthalte manche Forderungen, die durchaus marxistischen Charakter hätten. Tatsächlich seien viele Elemente, die in der Rätezeit als Vertreter der kommunistischen Ideen sich betätigt, nunmehr zur Fahne des, Nationalsozialismus übergegangen, ohne daß man die Aberzeugung oder auch nur den Eindruck gewinnen könnte, daß diese Menschen eine innere Amwandlung ihrer Gesinnung erfahren hätten. Der Nationalismus sei wie der Sozialismus eine durchaus zentralistisch eingestellte Bewegung, die für die Selbstständigkeit und Äoheitsrechte der Länder nichts übrig habe. Beide hätten durchaus antibayerische Politik getrieben. Das Vorgehen der Nationalsozialisten während der wenigen Stunden ihrer Münchener Lerrschaft (November 19231> habe keinen wesentlichen Anterschied von den Methoden der Räterepnblik gezeigt. Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei behauptet eine christliche Partei zu fein und sei höchst unangenehm berührt, wenn man diese Behauptung nicht gelten lassen wolle. S ch w e y e r verweist darauf, daß Adolf Litler selbst aus einer der in Österreich vor wenigen Jahrzehnten eifrig betriebenen Los-von-Rom-Bewegung nahestehenden Amgebung stammt. Zum Christentum gehöre aber auch der Katholizismus, und diese Form des Christentums stehe bei den Nationalsozialisten schlecht im Kurse. Die stürmische Agitation der Rationalsozialisten im Lerbste 1923 gegen die katholische Kirche, insbesondere gegen Kardinal v. Faulhaber, sei wohl kaum ein Ausdruck besonderer Wertschätzung des Katholizismus gewesen. Mit dem alten Taschenspielerkunststück, daß man nickt den religiösen Katholizismus, sondern nur den