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KC-Mitteilungen · 1925-12-31 · Heft 12 (31.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1925
Issue
Heft 12 (31.12.1925)
Date
1925-12-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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K.C.-Mitteilungen flliiieilungsblGÜ der im Bezug nur gemeinsam mit den X. £..« Blättern. Bezugspreis halbjährlich 2,50 Mark zuzügl. o,S0 M. Postgebühr. Abonnementsbestellungen durch den verlag und das X. <L«Büro. Kartell - Gonneni der Verbindungen deuticher Studenten jüdischen Glaubens vereinigten Korporationen. Anzeigen-Annahme durch den Verlag und das X. L -Büro. Preis l,— M. für die einfach gespaltene Zeile nach Rudolf Masse Zeilenmesser Nr. 18. „Die Verbindungen im X. L. flehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Jude», die in, Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mir dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande find, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutrrten. — Der X. L. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Iudrnfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Londerbestrebungen innerhalb des Judentums nehme» die Verbindungen im X. L. keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. 1 und 2 bedingt ist." 1925. | BERhlD, den 31. Dezember nr. 12. Dnbaltl K. L-Klasse S. 91. — Franz Schnurmann S..91. — Akademische und allgemeine Nachrichten S. 92. — Der neueste Lochschulkonfiikt S. 93. — Verbandsnachrichten S. 94. — Gesuchte Stellen S. 96. — Bücher- und Blätterschau S. 97. — Inserate S. 98. ff. G.-Halle. Srotzdem ich in dem letzten Lest der K. C.-Mitteilungen mehrfach auf die Notlage der K. C.-Kafse hingewiesen habe, erachten die Kassenwarte zahlreicher K. C.-Verbände es immer noch nicht für notwendig, mich bei meinen Bemühungen, der Finanzwirtschaft des K. C. eine feste Grundlage zu verschaffen, zu unterstützen. 14 Alt-Lerren-Verbände und 11 Verbindungen haben noch nicht einmal die Anzeige über ihren Mitgliederbestand eingesandt. . 19 Alt - Lerren - Verbände und 12 Verbindungen haben bis jetzt noch nicht ihre Beitragsverpflichtungen für das Sommersemester, teilweise auch nicht einmal für die noch weiter liegende Zeit erfüllt. Nur ein Alt-Lerren-Verband und 2 Verbindungen haben die Beiträge für das laufende Wintersemester pünktlich bezahlt. Die K. L-Kasse gebraucht dringend Geld. Wenn ich künftighin von den einzelnen Kassenwarten nicht mehr unterstützt werde, wird die Erfüllung wesentlicher Verbandsaufgaben, insbesondere das regelmäßige Erscheinen der K. C.-Blätter gefährdet. Ich bitte daher dringend, der K. C.-Kaffe die rückständigen und laufender» K. C -Beiträge, und soweit dies noch nicht geschehen ist, die Anzeige über den Mitgliederbestand einzusenden. Zahlungen werden auf das Postscheck-Konto Berlin 12066 (Dr. Kurt Levy für K. C-Kaffe) erbeten. Der K. C.-Kassenwart Dr. Kurt Levy (Thur.) Franz Schnurwann. Von Dipl.-Ing. Franz Mayer, Mannheim (Bad.-Karlsruhe). Gerade jetzt, da es wieder möglich ist, mit den Schneeschuhen durch die Wälder und über die Schwarzwaldhöhen zu fahren, wird die Erinnerung an unseren lieben Bundesbruder Franz Schnurmann wach, der im Sommer dieses Jahres durch eine tückische Krankheit so plötzlich sein junges Leben lassen mußte. Er war allen, die ihn näher kannten und öfters mit ihm zusammen sein dursten, ein lieber Bundesbruder und Freund. Von Natur aus ernst veranlagt, strebsam und vollkommen in feinem Beruf aufgehend, konnte er andererseits bei lustigen Anlässen mitlachen und scherzen und von ganzem Äerzen seinen Äumor sprudeln lassen. Als im Februar 1919, vom Felde zurückgekehrt, der kümmerliche Rest von 3 Mann sich in der alten Musenstadt nach 4^2 Jahren wieder zufammenfand, und .es galt, den K. C. in Karlsruhe wieder zu Wort kommen zu lassen, da war Franz Schnurmann einer der Ersten, der sich bei uns aktiv meldete, von der Tendenz und dem Geiste unseres Verbandes durchdrungen. Ihm haben wir es vor allem zu verdanken,' daß er seine Kommilitonen, darunter meistens solche der anderen Verbände, mit den Zielen des K. C. bekannt machte und unserem Verbände auf diese Weise große Dienste erwies. Neben seinem Berufe war fein Löchstes die Ausübung des Sportes. Es trieb ihn in feiner freien Zeit hinaus aus der dumpfen Stadt, aus dem unwirtschaftlichen Elend und dem verzweifelten Existenzkampf heraus, um alle Müdigkeit, alles Mechanische und Materialistische zu vergessen. Er mußte es als ein von der Zeit abhängiges Geschöpf milerleben, daß man ihn zum Spezialisten irgend eines Faches oder Landwerkes vorbereitete. Aber er war sich bewußt, daß der gesunde Geist sich nicht auf einen vernachlässigten Körper oder eine verkümmerte Seele aufpfropfen läßt. As Widerstand gegen jede Mechanisierung, wie sie die Industrie und der Verkehr heute immer mehr fortschreiten läßt und die Menschen zwingt, eine Tätigkeit auszuüben, die mit ihrem Inneren eigentlich nichts zu schaffen hat, setzte er Naturliebe, Gymnastik nnd Wanderfreudigkeit entgegen. Meist nahm er seinen Urlaub im Winter, wo er mit seinen Schneeschuhen im Allgäu oder im Schwarzwald Wanderfahrten ausüben konnte; im Sommer unternahm er größere Radtouren oder widmete sich eifrig dem Rudersport. Die Naturliebe war für ihn kein verschwommenes Gefühl, keine Wolke, die durch äußere Einflüsse entsteht und ebenso wieder vergeht,, sie war Bereitschaft zu innerer Wandlung und Taten. Was ihm Nichts sein konnte, hielt er sich fern, und so konnte er sich dem, was er für wertvoll und wahrhaft erkannt hat, um so vollkommener hingeben. Die Natur war für Franz das Gegengewicht zu den mechanischen Anstrengungen der Industrie; und so wuchs in ihm ein eigenseelisches Privatleben auf, die Freude am Schönen und Guten. Sein lauterer Charakter, sein offenes Wesen und seine Anhänglichkeit zu seinen Bundesbrüdern wird uns vorbildlich und in dauernder Erinnerung bleiben. Franz Schnurmann, wir werden Dein Andenken stets* in Ehren halten!

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