KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 10 (15.10.1925)
- Date
- 1925-10-15
- Page
- Seite 74 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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74 und die Kultur" oder bergt., denn solche Vorträge bestehen meistens nur in einer Wiederholung dessen, was der Fuchs zu diesem Zwecke gelesen hat und die andern Verbindungsmitglieder bereits mehr oder weniger wissen; viel fruchtbarer sind Spezialthemen, bei denen auch ein Fuchs in der Lage ist, den andern Bmidesbrttdern etwas Neues zu bieten. Bei der Neceptionsprüfung dars keine falsche Milde walten, durch die sie allzu leicht zur Farce wird. Die Reception eines ungeeigneten Fuchsen bedeutet eine Schädigung des Verbandsinteresses; denn der Necipierte wird ja Mitglied des B. C- und kann dort durch seine Reden und Abstimmungen das Verbindungsschicksal maßgebend beeinflussen. Drei Forderungen muß der Fuchsmajor sich bei seinem Unterricht vor Augen halten: Bundesbrüderlichkeit, Disziplin, und Belebung des Interesses. Als Bundesbruder sei er sich bewußt, daß er Freund und Berater junger, strebender Menschen sein soll, auf die er in erster Linie durch seine Persönlichkeit wirken muß. Falsche Ansichten soll er nicht mit Überlegenheit abkanzeln, sondern in jeder Weise die aktive Beteiligung der Füchse am Unterricht fördern. Selbstverständlich muß aber der Unterricht von Ernst getragen sein, und die Disziplin, die sonst bei allen Veranstaltungen der Korporation herrschen soll, ist auch im Fuchjenunterricht nicht zu entbehren. Zu den Pflichten des Fuchsmajors gehört es auch, sich darüber zu vergewissern, daß die Füchse das Vorgetragene durchgearbeitet und zu ihrem geistigen Besitz gemacht haben. Er wird daher in regelmäßigen Abständen den durchgenommenen Stoff durch .Befragung der Füchse und durch gelegentliche Stellung kleinerer von den Füchsen schriftlich zu bearbeitender Aufgaben wiederholen müpen. Daß auf diese Weise etwas Schulmäßiges in die Fuchsenstunden hineingetragen wird, muß als unvermeidlich hingenommen werden und darf jedenfalls nicht dazu führen, aus jede Kontrolle der Füchse zu verzichten. Dafür, daß trotzdem der ünterricht nicht zu geisttötendem Drill ausartet, muß der Fuchsmajor sorgen, indem er ihn so interessant wie möglich gestaltet. Liersür ist die äußere Form, in der er seine Belehrungen erteilt, von ausschlaggebender Bedeutung. Vorlesungen aus Kollegheften wirken fast immer langweilig, nur der frei gehaltene Vortrag vermag die Lörer zu fesseln, denn nur bei ihm entsteht der innere Kontakt zwischen Lehrendem und Körendem, der die Voraussetzung für den Erfolg jedes Unterrichts bildet Es ist allerdings nicht leicht für den Fuchsmajor, alle diese Forderungen zu erfüllen, und es muß erwartet werden, daß er, besonders wenn er sein Amt zum ersten Male ausübt, sich sorgfältig auf seine Unterrichtsstunden vorbereitet, um den vorzutragenden Stoff vollkommen zu beherrschen. Diese Vorbereitung kann ihm der Konvent, der ihn wählt, durch zwei Maßnahmen erleichtern: erstens dadurch, daß er ihm das Start für zwei Semester überträgt, so daß der Fuchsmajor von vornherein seinen Unterricht darauf einstellen kann, und zweitens dadurch, daß das Amt des Fuchsmajors nicht erst auf dem Antrittskonvent besetzt wird, sondern daß schon vor den Ferien der Fuchsmajor des neuen Semesters gewählt oder wenigstens in Aussicht genommen wird, damit er bereits während der Ferien sich auf sein Amt vorbereiten kann. Die vorstehenden Ausführungen stellen kein starres .Schema dar, sondern nur Anregungen, die nach den jeweiligen örtlichen Verhältnissen einer Modifikation bedürfen werden. Immer aber müssen der Fuchsmajor und der Konvent, der ihn wählt, sich bewußt sein, daß es ein schweres und verantwortungsvolles Amt ist, für das die Besten gerade gut genug sind, denn ein gut Teil der Zukunft unseres Verbandes ist in die Lände seiner Fuchsmajore gelegt; aber es ist auch ein schönes Amt, das innere Befriedigung zu geben vermag wie kaum ein anderes, denn es gibt nichts Schöneres als junger Mensch andere jüngere Menschen zu einem gemeinsamen hohen Ziele hinzuleiten, zu dem Ziele, das sich nicht darin erschöpfen darf, unsere Tendenz zu vertreten, so lange Burschenband und bunte Mütze uns zieren, sondern hinter dem stets das größere Ziel stehen muß, unsere Mitglieder zu befähigen, den Kampf, den sie auf der Lochschule führen, weiterzukämpfen im Leben als aufrechte Charaktere, als Führer des deutschen Judentums. An die Herren Kafterrwarle der K. O.-Uerbärrde! Die K. C.-Kasse ist in Not; nur drei Verbände haben ihre Pflicht erfüllt und sind nicht mit der Bezahlung der K. C.-Beiträge im Rückstand. Ich bitte daher um peinlichste Beachtung der folgenden Ersuchen: 1. Ich bitte gemäß § 43 des K. C.-Statuts, jede Verbindung bis zum 15. November und jeden A. h.V. bis zum 1. November die Zahl der Mitglieder anzuzeigen und dabei anzugeben, welche Mitglieder noch anderen K. C.-Verbänden angehören. 2. Ich ersuche dringend, die rückständigen Beiträge sowie die jetzt fällig werdenden Beiträge für das 4. Vierteljahr 1925 baldigst zu überweisen. Ich bitte, mir die Unannehmlichkeit zu ersparen, gemäß § 45 des K. C.-Statuts bei Zahlungsverzug Strafgelder erheben zu müssen. 3. Ich erinnere an die bei Inaktivierungen und Philistrierungen zu zahlenden Gebühren von fünf bzw. zehn Mark. Ich fordere die Verbindungskassenwarte auf, mir unverzüglich die Inaktivierungen und Philistrierungen des letzten Semesters anzuzeigen sowie gleichzeitig die dafür fälligen Beträge zu zahlen. 4. Sämtliche Zahlungen für die K. C.-Kasse sind an das Postscheck-Konto der K. C.-Kasse Berlin 12066 zu richten; dieses trägt jetzt die Bezeichnung: Dr. Kurt Levy, für K. C.-Kasse, Berlin W 30, Motzstraße 68. Die Möglichkeit, positive Verbandsarbeit zu leisten, hängt von dem pünktlichen und regelmäßigen Eingang der Gelder ab. Energische und pflichtgetreue Kleinarbeit der Kassenwarte ist daher Voraussetzung für eine neue Blüte des Verbandes. Ich bitte daher ernstlich um tatkräftigste Unterstützung. Der K.C.-Kassenwart: Dr. Kurt Levy (Thuringiae), Berlin W 30, Motzstraße 68.