KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 7 (15.7.1925)
- Date
- 1925-07-15
- Page
- Seite 58 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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58 Bavaria, Heidelberg. Das Sommerseinester nimmt weiter seinen gewohnten Verlauf. Verschiedene, von ' Verkehrsphilistern gestiftete Kneipen gaben uns Gelegenheit, unsere Beziehungen zur Heidelberger Philisterschaft zu befestigen. Am 19. Juni brachten wir aus Waffen einer l.K.V. „Rheno-Ralatta" 2 Schlägcrpartien gegen eine verehrliche A.W.V. „Veda", wobei wir einmal abstachen und einmal auspaukten. Zu Ende des Monats, .am 29. Juni, konnten wir noch einen in allen Teilen wohlgelungenen Pauktag mit einer l.K.V. „Licaria" in München veranstalten. An dieser Stelle sei einer I.K.V. „Licaria" nochmals für die unvergeßlich schönen Stunden gedankt, die wir bei Schlägerschall und Becherklang bei ihr verbringen durften. Beim Austrag der hiesigen Hochschulmcisterschaften errangen wir unter starker Konkurre>ltz den 3. Preis im 400-Meter-Laus. Sprevia, Berlin. Anmittelbar nach den Psingstferieir nahmen wir die Verbindungsarbeit der zweiten SemefterhWfte wieder aus und führen dien Betrieb nach dem in den Iuni-Mitteilungen veröffentlichten Programm durch. . Aktiv gemeldet haben sich die Herren: stud. med Hell), stud. jur. Witepski, sttrd. jur. Pehall, stud. jur. Hirschfeld, so daß wir jetzt eine Aktivitas von 18 Mann haben. Wir chargierten gemeinsam mit den .anderen Korporationen der Universität beim Empfang des Reichspräsidenten von Hindenburg und bei der Universitätsrheinlandseier in der Aula des Alten Palais. Wir chargierten ferner beim Stiftungsfestkommers unserer l. K.V. „Vineta". auf dem von' unserm Crstchargierten die Glückwünsche der ,-Sprevia" und der anderen anwesenden Kartellverbindungen in Form einer Festrede der „Vineta" ausgesprochen wurden. Schließlich chargierten wir im „Rheingold" beim Stiftungsfestkommers der „Freien-Wiffenschaftlichen Vereinigung", wobei der 'Crstchargierte auf die Bedeutung der Ms mit der F.W.V. zu gemeinsamer Arbeit zusammenführenden hochschulpolitischen Tätigkeit beim Aeberbringen unserer Gratulation hinwies. Gerade dieser Mend ist uns zu einem erfreulichen Beweis dafür geworden, welche Stellung wir innerhalb des Deutschen Studentenbundes einnehmen, während die Tatsache, daß einer unserer Vundesbrüder vom Asta in den engeren Arbeitsausschuß der Gesamtstudentenschaft gewählt wurde, zugleich deutliche Kunde davon gibt, daß die jahrelange hochschulpolitische Tätigkeit der „Sprevia" von Erfolg breitet gewesen ist und sich zur gebührenden Anerkennung bei allen Korporationen durchringt. Zn den K.C.- Vlättern Mai-Juni ist von unserm Bbr. Lennhoff bereits nachdrücklichst auf die Bedeutung dieser Arbeit hingewiesen worden und im Zusammenhang mit den für den bevorstehenden K.C.-Tag wichtigen Problemen wird es in diesen Mitteilungen in einem Aufsatz unseres Stimmführers auf dem Bonner K.C.-Tag, des Crstchargierten Fritz Rosenthal nochmals betont. Unfern Fechtbetrieb führen wir wie-zu Beginn des Semesters weiter. Am 19. Juni stieg eine Schlägerpartie, 15 Minuten, unseres Fuxen Gerhard Hiller gegen Herrn cand. ing. Alex Bauer aus Erlangen. Auf dem folgenden Konvent wurde Bbr. Hiller recipiert. Die Fechtsrage beschäftigt die Gemüter der Bbr. Bbr. in diesen Tagen in außerordentlich starkem Maße und aus dem oben erlvähnten Aufsatz in diesen Mitteilungen ist ersichtlich, daß die Verbindung in vielen Diskussionen zum Kartellfechten Stellung nimmt. Auf dem K-C.- Sportfest beteiligt sich die Verbindung am Säbelfechten. Die Sportoffizien sind weiter regelmäßig bettieben worden, so daß von uns eine Fußballmannschaft aufgestellt ist und sich unsere Bbr. Bbr. in Bonn ferner am lOO-Mtr.-Laus, am Kugelstoßen, Hochsprung, 1500- und 5000-Meter-Laus beteiligen werden. Einen außerordentlich harmonischen Verlaus nahinen unser gemeinsam mit der „Vineta" veranstaltetes Damenfeft am 4. Juli und unsere größeren Wanderungen in der weiteren Berliner Umgebung. So machten wir am 21. Juni eine 30-Klm.-Tageswanderung durch die weiten Forsten des Vlumental im Osten Berlins und am 27. Juni eine Halbtagswairderung durch die Waldungen zwischen Virkenwerder u. Bernau im Norden Berlins. Am 12. Juli werden wir halbtags, wie schon einmal während dieses Semesters, auf den' Havetsccn zwischckl Pichelsdorf und Wannsee rudern und am 15. Juli noch eine mehrstündige Wanderung durch die südwestlichen Teile des Grunewalds mache::. Diese Veranstaltungen werden allen Bbr. Bbr. in besonders angenehmer Erinnerung bleiben, gaben sie doch vor allem Gelegenheit zu persönlicher Fühlungnahme auch zu unfern Inaktiver:, die sich stets in großer Anzahl hieran beteiligten. Außer kleineren Bierabenden fand am 22. Juni eine Mensurenkneipe statt, die nicht zrrleht durch die Beteiligung unseres l. Kb>r. Raffael, Licariae, der sich überhaupt in sehr starkem Maße für unfern Betrieb interessiert, als äußerst wohlgelungen bezeichnet werden muß. Am 11. Juli haben wir unfern — mit Rücksicht aus den Sport in Bonn — so früh angesetzten Semesterschluß- ^ommers, zu dem an alle er. 500 Berliner Kartellbrüdev aller K.C.-Verbindungen Einladungen herausgegangen sind, so daß wir mit einer starken Beteiligung rechnen dürfen, mit einer voraussichtlich stärkeren als auf dem Antrittskommcrs, wo wir 80 Kartellbrüder waren. In noch erweitertem Umfange, als ursprünglich geplant, finden unsere wissenschaftlichen Abende statt. Am 30. Juni sprach unser l. A.H. Verlak über den Hochschulantisemitismus in der Nachkriegszeit. Von keinem Berufeneren als ihm konnte uns über dies Gebiet berichtet werden, stand doch A.H. Berlak unmittelbar nach dem Kriege als Mttver selbst mitten im hochschulpolittschen Leben und hat er doch in allen folgenden Jahren sämtliche Ereignisse des Hochschulantisemitismus gründlich studiert. Cr wies im einzelnen historisch nach, wie der V.D.St., die Wehrschaftler, die Deutsche Burschenschaft, der A.D.B., der L.C. u. V.C., der S.C. dem Judentum gegenüber Stellung genommen haben, wie der Allgemeine Deutsche Waffenring, der Hochschulring deutscher Art und die deutsche Studentenschaft sich entwickell haben, wie man uns heute von allen Seiten anfeindet, wie es aber unsere Aufgabe ist, allen Stürmen zum Trotz unsere Stellung zu wahren, furchtlos und treu, auch unserer Devise, in der Ueberzeugung, daß doch das Recht besiegen muß die Macht. Am 2. JE sprach Bbr. Werner Rosenberg über Palästina im Rahmen der englischen Meltpolittk und zeigte, wie die Valfour-Deklaration 1917 nur ein Mittel war, Palästtna unter englische Oberhoheit zu bekommen, wie England 1919 in Versailles und 1920 in Sevres nur deshalb ein Interesse daran hatte, Palästina aus der türkischen Oberhoheit herauszubekommen und in San Remo 1920 in seine Mandatschaft vom Völkerbund zu nehmen, um für seine Hauptverkehrsstraße nach Indien, den Suez-Kanal, eine Festungsschanze zu gewinnen, wie die jüdische Heimstätte in Palästtna nur ein Werk des englischen Egoismus gewesen sei. Diese Tatsache sei in dem Augenblick zu Tage getreten, da sich zeigte, daß die Araber in Palästina den Juden an Zahl bedeutend überlegen sind, und die Engländer im Kamps zwischen Juden und Arabern heute eine durchaus den Arabern freundlichere Stellung einnehmen als zu den Juden. Referent wies zum Schluß auf die großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Palästina hin und darauf, daß heute fast die gleiche Anzahl aus Palästina auswandere wie dorthin einwandere.