KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 4 (15.4.1925)
- Date
- 1925-04-15
- Page
- Seite 29 (sequence 3)
- Language
- German
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29 netten Frage wühlen zu können, statt die Finger davon zu lassen." Cr forderte ein sachliches Arbeitsprogramm, keine Kundgebungen. Rach den Worten des K.V.-Vertreters hängt die endgültige Stellung der kath. Verbände davon ab, wie der Kurs im neuen Jahre läuft. Mütter verteidigte sich zum Schluß gegen die vorgebrachten Vorwürfe und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß alle Vertrteter sich wenigstens grundsätzlich zum Hochschulring bekannt hätten. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Kolbe-Wien (DB.), 2. Vorsitzender Dipl.-Ing. Verlach-Danzig (VC.), stellv. Vorsitzender Wagner- Berlin (VdSt.). Der Führerausschuß wird vom neuen Vorstand gebildet. Die obigen Ausführungen entnahmen wir der Academia, dem Organ des C.V. Die Krise innerhalb des Hochschulrings HAI demnach immer noch an. Wie sie endgiltig gelöst wird, wird davon abhängig sein, welche Ziele die völkische Bewegung überhaupt sich in Zukunft setzt. Akademischer Fliegerring. Von Herrn Zakob Ledermann, Leiter der Segelflieger-Gruppe im R.J.F., erhalten wir folgende Zuschrift: Zn Nr. 3, Jahrgang 25 der K. C. - Blätter findet sich unter der Üeberschrift: „Akademischer Fliegerring, ein neuer völkischer Verband", eine Notiz, die mich, der ich als Flieger mit den Verhältnissen besonders vertraut bin, zu einer Richtigstellung veranlaßt, die zu bringen ich Sie höflichst bitte. Sie knüpfen an die Tatsache eine Glosse, daß sich ein Verein, der dem neuen Verbände angehört, „Lilienthal" nennt, und setzen dabei fälschlicherweise voraus, daß Lilienthal Jude gewesen sei. Ich kenne den Bruder des ums Leben gekommenen Segelfliegers Lilienthal, und arbeite mit ihm zusammen im „Vrandenburgischen Flugsport-Verein". Cr verwahrt sich stets in nicht mißzuverstehender Weise gegen die Behauptung, seine Familie wäre jüdischen Ursprungs, und weist im Gegenteil darauf hin, daß sie schwedischen Ursprungs sei, und ursprünglich den Namen Liliendal geführt hätte. Cs besteht keinerlei Berechtigung, daran zu zweifeln, um so mehr, als feststeht, daß der Segelflieger Lilienthal nicht Jude gewesen ist. Daher wäre es erwünscht, daß eine entsprechende Berichtigung im nächsten C. C. - Blatt von Ihnen veröffentlicht wird. Studentische Wirtschaftstagung in München Die Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft, welche als wirtschaftliche Spihenorganisation die Wirtschastsinteressen der gesamten deutschen Studentenschaft vertritt, eröffnete am Donnerstag, -den 5. Marz, ihre diesjährige Tagung in der Universität München, unter Leitung ihres ersten Vorsitzenden, Geheimrat Prof. Richard Schmidt, Leipzig, der zunächst des Hinscheidens des Reichspräsidenten gedachte. Nach der Begrüßuugsansprache erstattete der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft, Assessor Dr. Schairer, den Geschäftsbericht über die Jahre 1923—25. Von den einzelnen Arbeitsgebicten der Wirtschaftshilfe waren die Speisungen besonders wichttg, die 1923 zeitweise bis zu 40 000 Mahlzeiten am Tage ausgaben. Durch die Stabilisierung erhöhte sich der Essenpreis, die Teilnehmerzahl sank im Februar 1924 auf täglich 35 800, sie beträgt gegenwärtig, etwa 27 000 am Tage. Die Verkaufsstellen für Lehrmittel und Studienbedarf haben sehr viel zur Verbilligung der studentischen Lebenshaltung beigetragen, ebenso die Werkbetriebe, wie Wäschereien, Näh- und Flicsstuben, .Schuhmachereien, Gärtnereien, ferner Druckereien, - Buchbindereien und Schreibmaschinenstuben. Der Einzel- und Krankenfürsorge wurde größte Aufmerssamkeit gewidmet, nachdem die Wirtschaftshilfe Anfang 1923 das -bisher vom Deutschen Roten Kreuz verwaltete Mandat für Krankenfürsorge selbst wieder übernommen hatte, lleberall werden allgemeine Gesundheitsuntersuchungen anaestrebt, an 10 Wirtschaftskörpern sind die Untersuchungen schon durchgeführt. Besondere Aufmerssamkeit wird den tuberkulösen Studenten zugewandt. Die Wirsschaftshilfe hat 800 Tuberkulosefälle selbst behandelt, seit dem 1. Dezember 1924 konnten 50 Studenten in das Kriegerkurhaus Davos eingewiesen werden. Außerdem wurden 900 Studenten für 4—6 Wochen zur Erholung in Clmau, Helmstedt, Hausbaden und Saarow untergebracht. Die für diese Arbeit erforderlichen Mittel 'konnten in der Inflationszeit in Form von Geld- und Naturalspenden aus dem Ausland, vor allem Schweden, Holland, England und Amerika, daneben aber, in starkem Maße auch aus dem Inland von der Landwirtschaft, Industrie, den Banken, Städten und vor allem dem Reich verwendet werden. Das Reich bewilligte der Wirsschaftshilfe und der Darlehnskasse der D. St. im letzten Jahre 1,7 Millionen Goldmark, die Naturalspenden aus dem Inland an Lebensmitteln, Kohle, Papier, Schreibmaschinen, Cinrichtungsgegenständen, stellen einen besonders hohen Wert dar. Der Gesamtwert der in den Jahren 1923—25 bei der Wirtschaftshilfe eingegangenen und an die Wirsschastskörper weitergeleiteten Geld- und Materialspenden beträgt 4503 000 Mark. Ziel der Arbeit im nächsten und den folgenden Jahren mutz es sein, den Druck der Not möglichst so weit zu vermindern, daß ein wirkliches Studium möglich wird. Der Weg zu diesem Ziel kann nur die bisher angewandte Selbsthilfe sein. Die Wirsschaftseinrichtungen, wie Speisungen und Betriebe müssen zu festen und dauernden Einrichtungen ausgestaltet werden. Das. Wersstudententum muß in den Hintergrund treten, doch muß diesem Problem immer noch Aufmerssamkeit zugewandt werden. Die allgemeinen Gesundheitsuntersuchungen und die Gesundheitspflege sind auszubauen. In der Cinzelfürsorge muß eine enge Zusammenarbeit zwischen Unterrichtsbehörden, Dozenten, Wirtschafts- Hilfe, Wirtschaftskörpern und höheren Schulen eintreten. Das Endziel der Arbeit ist, dazu beizutragen, Männer heranzubilden, die für die großen deutschen Aufgaben vorbereitet sind. Die weiteren Beratungen der Verwaltungsrats, sitzung und Mitgliederversammlung der „Wirtschafts- Hilfe -der Deusschen Studentenschaft" haben zu einem Ergebnis geführt, das für die weitere Entwicklung der studentischen Wirsschaftsarbeit von entscheidender Be'- deutung ist. Bekanntlich bestanden zwischen der „Deutschen Studentenschaft", -dem Gesamtverband der deutscheu Studierenden und der „Wirsschaftshilfe der Deusschen Studentenschaft" seit langem ernsthafte Differenzen über die Frage der Beteiligung der Deusschen Studentenschaft in den leitenden Organen der »Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft". In dieser Frage kam es zu einer endgültigen Vereinbarung, der sowohl der Hauptausschuß der Deutschen Studentenschaft, als die Mitgliederversammlung der Wirsschaftshilfe einmütig zustimmten. Cs wurde beschlossen, daß in Zukunft der Vorstand der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft aus acht Personen bestehen soll, von denen vier Vertreter der Dozenten und Altjsrcunde sind und vier studentische Vertreter. Von diesen letzteren sollen zwei von der Deutschen Studentenschaft ernannt werden und zwei von den Vertretern der Wirsschaftskörper sämtlicher deusscher Hochschulen. In der Verwaltungsrats-Sihung und Mitgliederversammlung der Darlehnskasse der Deusschen Stuben-