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KC-Mitteilungen · 1925-04-15 · Heft 4 (15.4.1925) · p. Seite 30

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1925
Issue
Heft 4 (15.4.1925)
Date
1925-04-15
Page
Seite 30 (sequence 4)
Language
German
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30 tenschaft teilte Geheimrat Frisch, Direktor der Dresdner Bank, beim Geschäftsbericht mit, daß das Vermögen der Darlehnskaffe 1390 000 M. beträgt. Das Reich hat im Etat für das Fahr 1925/26 1350 000 M. zur Verfügung gestellt, die Länder wollen außerdem etwa 500000 M. beitragen. Diese Summen werden jedoch noch nicht ausreichen, denn der Bedarf für ein Fahr beträgt 2160 000 M. Den 2. Verhandlungstag eröfsnete Dr. Schairer mit einem Referat über Weiterführung, Aufgaben und Ziele der studentischen Wirtschastsarbeit. Auf dem Gedanken der Selbsthilfe aufbauend, hat die Wirtschaftshilfe vier Jahre lang nach den Grundsätzen der Sachlichkeit, Leistung und politischen, weltanschaulichen sowie konfessionellen Neutralität gearbeitet und verdankt der Befolgung dieser Prinzipien das, was sie erreicht hat. Von diesen bewährten Grundsätzen will sich die Wirtschaftshilfe auch bei ihrer zukünftigen Arbeit leiten lassen. Die Beschlüsse der letzten Tagung in Darmstadl haben sich bewahrheitet. Die Studentenschaft braucht nicht abgebaut zu werden, die Not hat die Zahl der Studenten innerhalb eines Fahres von 123 000 auf 93000 abgebaut. Eine Rückkehr zu Vorkriegsv erhältnissen ist vor 10 bis 20 Jahren unmöglich, die Sparkapitalien. aus denen der Mittelstand vor dem Kriege das Studium seiner Söhne bestritt, müssen erst allmählich wieder anqesammelt werden. Wenn das Studiunr in den nächsten Fahrzehnten nicht ein Privileg der reichen Stände sein soll, muß die studentische Wirtschastsarbeit fortgesetzt und ausgebaut werden. Die Weiterführung der Speisungen und Betriebe ist zur Verbilligung der Lebenshaltung notwendig. Die allgemeinen Gesundheitsuntersuchungen der Studierenden sind bisher an zehn Hochschulen durchgeführ* Die größte Aufmerksamkeit erfordern die Tuberkulosekranken. Da ist zu hoffen, daß durch Vermittlung des deutschen Gesandten Dr. Müller ein Studentensanatorium in der Schweiz geschaffen werden kann. Die Einrichtung von Vertrauensausschüssen an den Hochschulen, bestehend aus Studenten und Dozenten, hat sich hervorragend bewährt. Fhr Ausbau ist vor allem notwendig wegen der Errichtung der „Studienstistung des Deutschen Volkes", die hochbegabten Schülern -das Hochschulstudium ermöglichen soll. Als Stätte zur Pflege des Gemeinschaftsgeistes und zur Zentralifation der studentischen wirtschaftlichen Einrichtungen ist die Schaffung von Studentenhäusern notwendig. Lieber Zusammenarbeit mit den höheren Schulen sprach Herr H o f f m a n n (Tübingen). Am Abend sprach Dr. Dubowy anhand von Lichtbildern im Auditorium Maximum über die wirtschaftliche Lage der Studenten. Nach der Stabilisierung der Mark und der Einführung der neuen Hochschulgebühren ist die Zahl der Studierenden in Deutschland um etwa 30000 gesunken. Der sozialen Herkunft nach sind 27,4 Prozent von Söhnen von höheren Beamten und freien Akademischen Berufen, 19,5 Prozent von Industriellen, Großkaufleuten und Privatbeamten in leitender Stellung, 27,6 Prozent von mittleren Staatsbeamten, Lehrern, mittleren Privatbeamten, 21,5 Prozent von Llnterbeamten, kleinen Kaufleuten und Handwerkern, und 7 Prozent von Kleinbauern und Arbeitern. Die Söhne von Staatsbeamten und Lehrern bilden beinahe die Halste der Studentenschaft. Inwieweit sich die soziale Schichtung unter den Studenten unter den Einwirkungen von Krieg und Innicht feststellen. Ihre Mittel zum Lebensunterhalt und Studium erhalten 67,5 Prozent der Studierenden von den Eltern. 2,9 Prozent von Verwandten, 2,4 Prozent aus eigenem flation verschoben hat, läßt sich mit Sicherheit noch Vermögen, 4 Prozent durch Nebenerwerb, 1,5 Prozent durch Darlehen, 0,8 Prozent durch Stipendien, 3,3 Prozent durch Eltern und Verwandte, 7,1 Prozent durch Eltern und Nebenerwerb, 2,4 Prozent durch Ettern und Darlehen, 2,8 Prozent durch Eltern und Stipendien, 1,0 Prozent durch Nebenerwerb und Darlehen, 0>,8 Prozent durch Nebenerwerb und Stipendien, 3,2 Prozent machten keine Angaben. Aus diesen Aufstellungen geht hervor, daß 11 Prozent der Studierenden weder von den Eltern noch Verwandten Mittel für das Studium erhalten, und daß etwa 13 Prozent ihre Ausgaben selbst oder zum Teil durch Nebenverdienst bestreiten. Die Ergebnisse der Statistik widerlegen die oft geäußerte Meinung, daß das Werkstudententum sich schon überlebt habe, und die studentische Lebenshaltung sich den Friedens- Verhältnissen stark nähere. Cs waren im vergangenen S.-S. 15,5 Prozent der Aniversitätsstudenten und 15,1 Prozent der Studierenden der Technischen Hoch, schulen erwerbstätig, mit anderen Worten: sie konnten wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage zum Teil nur im Nebenberuf studieren. In den letzten Ferien waren 32,6 Prozent bzw. 53,6 Prozent der Studierenden erwerbstätig, und zwar 6.8 Prozent bzw. 4,8 Prozent in dauernder beruflicher Tätigkeit, 22,4 Prozent bzw. 21,2 Prozent als Werkstudenten im engeren Sinne und 3,4 Prozent bzw. 27,6 Prozent als Prakttkanten. Sie arbeiteten z. T. mehr als 11 Wochen, also die ganzen Ferien hindurch. Wegen der gegenwärtigen schlechten Wirtschaftslage Deutschlands brachte aber diese Werkstudentenarbeit wenig finanzielle Vorteile: 60 Prozent machten Ersparnisse bis 60 M-, 6,8 Prozent von 60—100 M. und nur 6,8 Prozent konnten Ersparnisse von über 100 M. machen. Der schärfste Grad der wirtschaftlichen Notlage wird durch Aufgabe oder Unterbrechung des Studiums gekennzeichnet, 9,9 Prozent der Studenten mußten im letzten Jahr ihr Studium aus wirtschaftlichen Gründen unterbrechen. Für die Hälfte von ihnen sind mehrere Semester verloren gegangen. Wi?viele ihr Studium aufgeben mußten, läßt sich natürlich statistisch nicht feststellen. Cs entspricht durchaus nicht den Tatsachen, wenn behauptet wird, die studentische Lebenshaltung fei schon friedensmäßig. Die Angaben über die Höhe des Wechsels geben ein eindrucksvolles Bild von der schlechten wirtschaftlichen Lage der Studentenschaft. Von den Studierenden, die nicht bei ihren Eltern wohnen und auch keinerlei Unterstützung durch Pakete, Freitische, Stipendien genießen, hatten 9,8 Prozent einen Monats. Wechsel bis 60 M., 27,8 Prozent verfügten nicht über das Cxistenzminimum. Im Mittelpunkt der Verhandlungen am Montag stand die Frage: Zusammenarbeit zwischen Dozenten und lStudenten in der Wirtschastsarbeit. Wir wollen hoffen, daß die gut besuchte Tagung der Ausgangspunkt für eine allen bedürftigen Teilen der Studentenschaft zugute kommenden Arbeit sein wird. Mohrmngsandrrungen. Im Interesse einer ordnungsmäßigen Zustellung der Blattet1 und .^r.L-Mittetlungen* sind alle Adressenänderungen umgebend dem ^.E.-Büro*. Berlin SW LS. Lindenstraße 13 mitzuteilen. Adressenänderungen nicht mit anderen Zuschriften der- Hans Allschul (Suev.), Hannover, Alte Celler Heerstraße 24. Dr. Fritz Basch (Sil.), Coswig in Sachsen, Hellstätte Lindenhof. — Hans Behrendt (Suev.), Hannover, Steinchorstr. 4 HI, b. Heeser.

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