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KC-Mitteilungen · 1925-03-15 · Heft 3 (15.3.1925) · p. Seite 22

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1925
Issue
Heft 3 (15.3.1925)
Date
1925-03-15
Page
Seite 22 (sequence 4)
Language
German
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trägt. Jedenfalls ist es Tatsache, daß der Keren Hajeffod nur die Gelder sammelt (Sperrschrift im Original) und daß die Art der Verwendung in allen ihren Einzelheiten ganz ausschließlich durch die zionistische Organisation und ihre Institute festgesetzt und geregelt wird. Der Keren Hajeffod wendet sich mit seinem Anruf an die gesamte Iudenheit, sich mit Hingebung an der Aufbauarbeit Palästinas zu beteiligen. Durch diese ferne Aufgabe unterstützt und ergänzt er die Arbeit der zionistischen Organisation. Dre Existenz und Arbeit der letzteren ist die Vorbedingung für die Tätigkeit des Keren Hajeffod. Cs geht somit klar hervor, daß gar keine Veranlassung vorhanden ist, über die Notwendigkeit eines v ereinigten (im Original) Kolonisationsinstitutcs zu sprechen mit dem Zwecke, die „Selbständigkeit" des Leeren Hajeffod zu begrenzen und einzuschränken. Der Keren Hajeffod ist in gar keiner Weise ein Kolönisationsinstitut. Cr erkennt uneingeschränkt die alleinige und umfassende Kompetenz der zionistischen Exekutive als Leiterin des Kolonisationswerkes an. Die Arbeit des Keren Hajeffod in seiner Anstrengung, aus allen jüdischen Kreisen immer mehr größere Geldmittel für den Aufbau Palästinas herauszuholen, ist ein wesentlicher und notwendiger Teil der zionistischen Arbeit, aber der Keren Hajeffod weiß und erkennt an, daß er nur ein Teil der zionistischen Arbeit ist und nicht die ganze. Nur ein starker Keren Hajeffod, welcher das palästinensische Budget deckt, würde die notwendige Basis für die zionistische Organisation schaffen, damit/ diese sich in Ruhe den verschiedenen Aufgaben hingeben kann, den kolonisatorischen, politischen und kulturellen, die ihrer harren." Die Grenzen zwischen K.C. und Zionismus sind durch Reden wie die des Wiesbadener Kongresses nicht verrückt. And wenn wir auch den Zionismus, wie jede Bewegung, die unseren Interessenkreis berührt, nicht in dem Sinne „mit einer Handbewegung ablehnen", daß wir seine Grundlagen, Ideen und Politik nicht untersuchen und nach wie vor verfolgen, so ändert das nichts an der grundsätzlichen Ablehnung seiner Gedankenwelt. Das ist unser Recht und unsere Pflicht gegenüber unserer Aeberzeugung und unserer Auffassung von den Zielen des deutschen Judentums. Ludwig Holländer (Lic.). Akademischer Fliegerring, ein neuer völkischer Verband. Am 28. Oktober 1924 wurde in Breslau der „akademische Flicgerring" gegründet. Der Vereinigung sind bisher bcigctreten: Delalia-Vreslau, Daelalia- Leipzig, Wieland-Graz und Lilienthal-Berlin. Der Ring, der unbedingte Genugtuung gibt und auch hinsichtlich des Farbentragens keinen Zwang vorschreibt, steht auf völkischem Boden und hat zum Zweck die Pflege des Flugwesens und Wachhaltung der glorreichen Erinnerungen an das Kampffliegertum im Weltkriege. Verbandstage finden zu Pfingsten statt. Daß der völkische Fliegerring eine Verbindung, die sich nach dem jüdischen Segelflieger Lilienthal nennt, in seinen Reihen hat, ist auch für die heutigen Verhältnisse etwas merkwürdig. Jedenfalls ist es ein dauerndes Zeugnis gegen das völkische Vcrbandsprinzip, denn es beweist, daß gerade ein Jude es war, der in Berlin der Fliegerei die Wege ebnete. Studienfttstung des Deutschen Volkes. Die „Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft" hat in ihrer letzten Vorstandssitzung Mittel bereitgestellt, um 200—300 menschlich und wissenschaftlich besonders wertvollen Abiturienten Deutschlands das Studium zu ermöglichen. Berücksichtigt werden können aus den vielen Tausenden der Abiturienten, die jährlich die höheren Schulen Deutschlands verlassen, lediglich ausnahmsweise befähigte Abiturienten aller Stände, die für das Studium als ganz besonders geeignet anzusehen sind und bei denen es als ernster Verlust anzusehen wäre, wenn sie aus Geldnot der akademischen Laufbahn verlorengehen würden. Die Einreichung der Gesuche erfolgt lediglich durch die höheren Schulen, die alle näheren Einzelheiten aus Anfrage erfahren von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes" bei der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft e. V.. Dresden, Münchner Str. 15. Studentische Korporationen bei der Berliner Trauerseier für den Reichspräsidenten Ebert. Die selbstverständliche Pflicht, einem verstorbenen Reichsoberhaupt die letzte Ehre zu erweisen, haben anläßlich des Ablebens des Reichspräsidenten Ebert nur wenige Verbände erfüllt. Der K.C. hat bereits amTodeskage Cberts im Rahmen der Fuchsmajor-Schulungswoche eine kurze Feier veranstaltet, bei der der Vorsitzenderes Gesch.-Ausfchusses, Kbr. Ludwig Holländer, die Persönlichkeit Des Reichspräsidenten und seine Bedeutung für das deutsche Vaterland und auch für das deutsche Judentum in warm empfundenen Worten schilderte. Am Donnerstag, den 5. März, veranstaltete die Berliner Freie wissenschaftliche Vereinigung eine Trauerkneipe, bei der die Berliner K.C.-Verbindungen chargierten. An den offiziellen Trauerveranstaltungen hatten sich die großen studentischen Verbände, wie die der Corps, Burschenschaften und Landsmannschaften überhaupt nicht beteiligt. Der Ausschuß der Studentenschaft an der Universität hat nach langen Kämpfen sich entschlossen, einen Kranz zu überbringen. So beteiligten sich an dem Trauerzug nur eine Korporation des K. V., bei der der Sohn des ehemaligen Reichskanzlers und ^jetzigen preußischen Ministerpräsidenten Marx chargierte, der V. K. C., die F. W. V., das V. I. R. K. und das Karteil republikanischer Studenten; daß V. C. und K. C. nicht fehlten, ist selbstverständlich, hatten doch "diese beiden Verbände sich nicht einmal mit der Entsendung ihrer Berliner Verbindungen begnügt, sondern beide Verbände auch auswärtige Korporationen in die Reichs- Hauptstadt berufen. So chargierten vom K.C. die Sprevia, Silesia, Vineta, Thuringia, Saxo-Bavaria und Rheno-Palatia. Die Chargierten, — insgesamt von etwa 25 Korporationen —, waren auf der Rampe des Reichstages ausgestellt. Nachdem der Reichstagspräsident Löbe dort dem Toten die letzten Grüße der deutschen Volksvertreter nachgerufen hatte, und der Sarg an den, mit gesenkten Fahnen und Schlägern salutierenden Chargierten vorbeigefahren worden war, ordneten sich diese unmittelbar hinter den, den Vlumenwagen folgenden Mitgliedern des Reichstages in den Zug ein. Am Potsdamer Bahn- Hof zogen sie zum letzten Male vor dem noch einmal ausgestellten Sarge des Reichspräsidenten vorüber. Aniversilätsstudium ohne Reifezeugnis. Die neuesten preußischen Ministerialverordnungen sehen, wie bekannt, unter gewissen Bedingungen auch das Amversitätsstudium von besonders Begabten ohne Reifezeugnis vor. Dazu hat nun der Schulausschuß des Verbandes der Deutschen Hochschulen eine Entschließung gefaßt. Der Ausschuß sieht eine Gefahr darin, daß die bereits ausgesprochene Zulassung bestimmter Absolventen von Fachschulen zur Crgänzungs- Prüfung auf Werk- und Textilschulen ausgedehnt werden soll, die mcht einmal die Reife für Obersekunda fordern. Ganz abgesehen von der gänzlich fehlenden Allgemeinbildung ist auch die rein fachliche Ausbildung, die diese Schulen gegeben, für das Hochschulstudium unzureichend. Cs ist zu fordern, daß besondere fachliche Begabung nur dann anerkannt werden kann, wenn über die Schulzeugnisse hinaus weitere hervorragende fachliche Leistungen aufgewiesen werden können.

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