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KC-Mitteilungen · 1925-01-10 · Heft 1 (10.1.1925) · p. Seite 2

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1925
Issue
Heft 1 (10.1.1925)
Date
1925-01-10
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Es. gibt nur Unterschiede des Charakters, die zu überbrücken eine Schwierigkeit ist, alle anderen Schranken sind nur vorhanden, wenn man sie will. Dieser Satz muß das Leitmotiv sein im Verkehr mit anderen Menschen. Die wirtschaftlichen Zusammenhänge erkennen, die seelische Struktur des einzelnen, die kulturelle Schichtung von einzelnen und Gemeinschaften beobachten, das sind Notwendigkeiten, mit denen sich der junge Student befassen muß, ohne daß dabei die durch die Zeit gemäßigte Romantik zu kurz zu kommen braucht. Ebenso notwendig ist es aber, mit der staatsbürgerlichen Erziehung des einzelnen so bald wie möglich zu beginnen. Die Grundlagen unseres Staates, die Verfassung mit ihren Rechten und Pflichten müssen dem jungen K. Cer so geläufig sein, wie die politische Einstellung des Gegners der Verfassung und ihre Bewegung. Hier muß so bald wie möglich eine systematische Schulung einsetzen. Keineswegs darf diese Erziehung irgendwelche parteipolitischen Ziele verfolgen, das ist selbstverständlich, soll aber noch einmal hier betont werden. Unsere Zeit braucht eine politische Generation. Unmittelbar nach dem Kriege machte sich dieses Streben in den K.V.K.V. bemerkbar. Es ist ganz falsch, wie es auch von einem Festredner hervorgehoben wurde, zu sagen, daß die Zeit nach dem Kriege wertlos war und daß sich jetzt allmählich die Wiedergeburt des K.C. im alten Geiste bemerkbar mache. Nicht nur durch die Verhältnisse gezwungen, sondern freiwillig, in klarer Erkenntnis der Notwendigkeit der politischen Einstellung, haben wir damals um die Durchsetzung des Verfassungsstaates gekämpft, und haben stolz so . manchen Erfolg errungen. Unsere politische Generation unmittelbar nach dem Kriege war mit die beste. Unsere heutige auf die damalige Einstellung zurückzuentwickeln wäre ein segensreicher Rückschritt. Und zum Schluß! Feste sollen gefeiert werden, und Freude und Frohsinn sind für Männer, die im Kampfe stehen, eine zwingende Notwendigkeit. Aber müssen es Feste sein, die in rauschender Weise hunderte von Menschen vereinigen und Tausende kosten? Es wird so viel von der Schwere der Zeit gesprochen, aber so wenig Rücksicht auf sie genommen. Eine große Zahl alter und junger Kbr. Kbr. müssen um.das tägliche Brot kämpfen. Wollen wir nicht erst an sie denken, bevor wir unserem Vergnügen nachgehen! Ich fasse zusammen: Einordnung, nicht Aussonderung der Korporationen in die Volksgemeinschaft, staatsbürgerliche Erziehung, . Opferfreudigkeit, das sind die Forderungen der Stunde! vr. Fritz «fetter (Spreviae, Silesiae) 8. Zum 1895 — 9. Dezember 1924. Worte der Erinnerung gesprochen an der Bahre eines früh Dahingeschiedenen von Dr. Alfred Goldschmidt, Viadrinae-Breslau- Berlin. Meine Teuren l Der Liebe, der uns so rasch verlassen hat, war einer von den nicht gar zu vielen, dem — ob des Sonnenscheins und auch ob der Schatten seines Wesens — die Herzen zuflogen, denn es ging ein Zauber von ihm aus. In wundersamer Mischung verbanden sich Schönheit des Körpers und des Geistes auf der Grundlage einer im tiefsten Sinne vornehmen Seele, Ritterlichkeit, Tapferkeit — — bewiesen in Krieg und Frieden. Ehedem ein fröhlicher Student, der frischesten einer, in der Vereinigung des K. C., die eine harmonische Vereinigung von Deutschtum und Judentum anstrebt, Alter Herr der Verbindungen Sprevia und Silesia, bei letzterer als Mitbegründer, ein Meister in Men sportlichen Aebungen. — Zn tiefstem Schmerze lege ich die Bänder seiner Verbindungen auf diese Bahre. Der Zauber der Persönlichkeit unseres Freundes wurde vollendet durch einen quellenden Humor, der ihn umgab, ein siegreicher Humor, das befreiende Lachen eines Gereiften in jugendlicher Seele. Dieser Humor quoll aus den tiefsten Tiefen der Seele. Er mußte hindurch durch den Ritz einer Seele,-einer Seele, die mit dem Ritz dieser Welt, mit dem unsäglichen Elend dieser letzten zehn Jahre, nicht fertig werden konnte. And nun hat er uns die Aufgabe gestellt, etwas von dem Duft und dem Hauch dieses Lebens aufzufangen -als das Lebendige, Bleibende, daß es sich lege als Stärkung, als Aufrichtung, als Trost, als Erinnerung in das leidende Herz einer Mutter, einer Schwester, einer Grotzmuter, unser aller, die wir ihn liebten,-als Erinnerung — immer noch jenes Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können. So lebt er in der besten aller Ruhestätten, in unser aller Herzen! -.-1 K.C.-Adreßbudi Einsendungsfrist 11. Februar.

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