KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 1 (10.1.1925)
- Date
- 1925-01-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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K.C.-Mitteilungen Mitteilungsblatt der im Kartell - Convent der Verbindungen deuticker Studenten Bezug nur gemeinsam mit den A. L. - Blättern. Bezug sprei; hall jährlich 2,50 Mark jüdifcben Glaubens vereinigten Korporationen, Anzeigen - Preis 0.50 M. für die einfach gespaltene Zeile. Abonnementsbestellungen und Anzeigen-Anahnie durch den Verlag und das Ti. C.«Süto. «Die Verbindungen im A.L. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Aampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Aultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der A. L. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Iudenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im A. L. keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. 1 und 2 bedingt ist." 1925. BEREU], den 10, Sanuar Ilr. 1. Inhalt: Notwendigkeiten der Stunde S. 1. — Dr. Fritz Eisner S. 2 — Akademische und allgemeine Nachrichten S. 3. — Verbandsnachrichten S. 6. — K. L.-Veranstaltungen S. 6. — Inserate S. 7. Am 1. Februar finden die Wahlen zumVerbandstag des PreußischenLandesverbandes jüdischer Gemeinden statt. Zeder deutsche Zude über 20 Zahre ist wahlberechtigt. — Wahlrecht ist Wahlpflicht. — Ansere Tendenz ist unsere Parole. Notwendigkeiten der Stunde. Von Fritz Loevy (Sprev., Bad.-Vav.) Mitglied des Geschästsführendeu Ausschusses. Eigentlich sollten die nachfolgenden Zeilen die Ueberschrift tragen: „Gedanken zu einem 30jährigen Stiftungsfest." Denn nie haben sich mir die zwingenden Notwendigkeiten unseres Verbandslebens so offen und eindringlich dargetan, wie in den vergangenen Tagen während der Feier des dreißigjährigen Stiftungsfestes meiner Verbindung „Sprevia". Erinnerungen austauschen, sich im Glanze der Erfolge sonnen, in stolzer Freude an gemeinsam durchlebte Sorgenstunden zurückdenken, wer will dies denjenigen verargen, die zu einem solchen Tage sich wieder einmal finden. Aber — mir scheint, es ist doch ein wenig zuviel an die vergangene Zeit gedacht und von ihr gesprochen worden, und man hat darüber die Gegenwart und Zukunft etwas zu sehr zurücktreten lassen. Vecherklang, Schlägerklirren, Mensurerfolge, Erfolge durch Tat und Wort — wir dürfen da nicht stehen bleiben. Wir brauchen über die Disziplin, die in so begeisterten Worten mit Recht gefeiert worden ist, Menschen, und zwar solche unserer heutigen Tage. Ich will hier das so oft aufgestellte, zum Teil mißverstandene Postulat der „Persönlichkeitserziehung" nicht noch einmal aufrollen. Hinweisen will ich aber aus das, was unbedingt praktisch sofort geschehen muß, wenn wir nicht als Korporationsmitglieder erstarren wollen. Innere Freiheit, das Ziel, dem wie alle zustreben, erreichen wir nur, wenn wir alle Fragen, die an uns herantreten, kennen und vor allem bewerten gelernt haben. Wir müssen unseren jungen Verbandsbrüdern immer wieder sagen, es ihnen einhämmern, daß wir dadurch, daß. es uns zum Teil vergönnt war und ist, Mitglieder einer wirtschaftlich gehobenen Schicht zu sein, die Auslese des Volkes darstellen, uns erst erweisen müssen durch unsere Tat. Die Korporation darf keine Mauer werden, die uns öon den anderen Volksgenossen trennt, die Frage der Satisfaktion darf nur eine untergeordnete Stellung einnehmen im Rahmen unseres allgemeinen Rechtsempfindens. Mütze und Band schaffen uns noch kein Privileg. Wir müssen viel mehr als bisher Fühlung bekommen mit anderen Kreisen des arbeitenden Volkes, um in die ursprünglichen Gedankengänge des „einfachen Mannes" einzudringen, um sie zu verstehen und Um mit ihnen zum Nutzen des deutschen Volkes mitzuwirken. Inhaltsverzeichnis! Sofern eine ausreichende Zahl von Bestellungen eingeht, soll ein Inhaltsverzeichnis für die Jahrgänge 1922—1924 der K. C. - Blätter herausgegeben werden. Bestellungen sind an das K. C.- ' Büro zu richten.