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KC-Mitteilungen · 1924-12-01 · Heft 10 (1.12.1924) · p. Seite 3

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1924
Issue
Heft 10 (1.12.1924)
Date
1924-12-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 Frühschoppen im Pschorr, — und schon war es Zeit, sich zum Festessen und Festball bereit zu machen. -• Fast vierhundert festlich geschmückte Teilnehmer sah das Logenhaus in der Kleiststraße zum Festessen. Die jüngste Sprevengattin, die reizende Frau unseres Bbr. Kurt Krotoschiner, belebte durch einen geistvollen, humorvollen, ganz aller- .liebst vorgetragenen .Ferrentoast die Stimmung. Reden unserer ''Alten .Ferren Arnheim und Remak, nicht miilder zum Lachen reizend, folgten. Die Zahl der ''Anwesenden verdoppelte sich im Laufe des "Abends. Immer neue Bekannte und Freunde, von deren Anwesenheit in Berlin man noch nichts wußte, kreuzten den Weg. And überall war nur eine Stimme: So viel hübsche Mädel, so viel schöne Frauen wie liier sind auf K. C.-Veranstaltungen kaum je beisammen gewesen. ''Als um ein Ahr in der Nacht zum "Aufbruch geblasen wurde, folgte man gern dem Signal, denn auch beute ging's ja noch nicht nach .Fause, eine endlose Reihe von. Autos fuhr zur Kneipe, und nach den Klängen der ausgezeichneten Kapelle Easpary wurde im großen^ Kneipsaal weiter geranzt. Wer glaubte, für Terpsichore genug getan zu haben, der fand im'Konventszimmer Gleichgesinnte genug, die sich mit ihm zu fröhlicher Kneipe vereinten. . Man kann es nicht leugnen: etwas übernächtigt sahen sie aus, die sich am Montag mittag am Zoo zum Exbummel versammelter,. And doch, war der Marsch nach Paulsborn nicht schön? War der dortige "Aufenthalt nicht vielleicht das Schönste, Vergnügteste, Ausgelassenste vom ganze,: Stiftungsfest? Es wurde getanzt, es wurde getrunken, es wurde gelacht und es wurde gekost ^natürlich: stets couleurfähig!). Der .Feinnveg im geschlossenen Zuge durch den dunklen Wald und die Fahrt heim, zur Kneipe, —froh war's und des Lachens kein Ende! Auf der Kneipe ging's weiter; unermüdlich spielte die Tanzmusik, und nicht lange brauchten die aufpeitschenden Rhythmen zu werben. Anermüdlich saßen die anderen um den Becher. Spät, — oder war's früh? — sammelte sich nochmals alles am Kneiptisch. .Fat die Sprevia je eine anmutigere Eonfuxia gehabt? Die Damen waren es, die am Fuxentische saßen und wieder einmal bewiesen, daß sie vom Eomment noch immer nichts verstehen! A. .F. Ehrlich als Präside der Fidulität; wirklich, das alte Wort hat recht behalten: Ehrlich währt am längsten! Er war von den Alten .Ferren der einzige, der noch mirtat. And wie tat er mit! Füre, nehmt Euch ein Beispiel daran!-Schlußoffizium. Die Damenfüxe werden abgelöst. Aber trotzdem es klappte, wie es sollte, der Schwung war raus. Wie unvermeidlich nach solchen Festen: die Sentimentalität droht herrschend zu werden. Der leitende Chargierte riß die Kneiptafel hoch: Silentium. Zum Schluß des Stiftungsfestes steigt das Sprevenlied! And wie es noch nie erklungen war, so klang in dieser Stunde das alte Lied, und was der Mund sang, — im .Ferzen klang es wider: Gelb-weiß- und schwarz, den Farben bleibt ergeben, Sie liebet treu, sie haltet wert! Die Farben zeigen an, was wir erstreben, Drum schützet sie mit Eurem Schwert! .Fans Lennhoff-Sprev. Vom Exbummel sandte die Verbindung folgendesTelegramn, an den.FerrnReichspräfidenten: Die Verbindung im K. C. Sprevia-Bcrlin, die seit drei Tagen ihr dreißigstes Stiftungsfest feiert, möchte dies nicht beenden, ohne dem .Ferrn Reichspräsidenten als erwählten, Vertreter des Deutschen Volkes ihre Ergebenheit ,, und Treue zum Vaterlande zu versichern. Zm Aufträge: Der erste Chargierte. W e i n b a u m. Am folgenden Tage kam folgende Antwortdepesche: Der Verbindung Sprevia danke ich herzlich für ihre Begrüßung und ihr Gelöbnis der Treue zum Vaterlande. Zu Ihrem dreißigsten Stiftungsfeste spreche ich Ihnen meine aufrichtigen Glückwünsche aus. Reichspräsident E b e r t. ... gegen Zopf und Philifterei! Von §>anö Lennhoff (Spr., Sil.), Mitglied der Sludcntcnvcrtretung Berlin. Der Ausschuß der Studentenschaft an der Berliner llnivcrfität hat es wirklich schwer! Wegen einer Sache mußte er neulich ganze sechs Stunden beraten. Warum? sandelte es sich etwa um eine Frage, die von wirklicher Bedeutung für die Studentenschaft in ihrer Gesamtheit ist? Vielleicht um einen Weg, die wirtschaftliche Not so vieler Kommilitonen zu beheben? Rein, so etwas war es nicht. Die Frage, deren Lösung die Köpfe erhitzte, lag auf einem ganz anderen Gebiet; sie lautete: Welchen Anzug soll der Sprecher der Studentenschaft anzichen? Nämlich so: Am Totensonntag sollte in der Aula der llniversitäteineTrauerseier für die gefallenen Kommilitonen siallsinden, bei der außer den, Rektor und einem Dozenten auch der Sprecher der Studentenschaft das Wort zu nehmen hatte. Dieser Sprecher ist nim seit ewiger Zeit zum ersten Mal ein Mitglied der völkischen Finkcnschaft, also lein Korporationsstudent. Er konnte also, da ein Lochschullvichs nicht vorhanden ist, nicht wie seine Vorgänger in Wichs erscheinen, sondern nur in schlichtem Zivil. Das hielt aber der Waffenring mit seiner studentischen Ehre nicht für vereinbar. Es gab lange Verhandlungen, in denen schließlich erreicht wurde, daß der Waffenring, der mit Nichterscheinen „gedroht" hatte, diese Drohung zurllcknahm unter der Bedingung, daß

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