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KC-Mitteilungen · 1924-11-01 · Heft 9 (1.11.1924) · p. Seite 2

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1924
Issue
Heft 9 (1.11.1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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: einen Goetheschen Ausdruck zu gebrauchen, „die Forti- - fikationslinien seines eigenen Daseins zu ziehen". Man fhasst eine Synthese des Führergedankens und des nterordnungswillens. . Wohl der Verbindung und wohl dem Einzelnen unserer Jüngsten, die sich bis dahin durchgerungen haben; man hat einerseits den Standpunkt überwunden, als ob nur die Persönlichkeit uns retten -kann, als ob die kleine und die große Gesamtheit durch das Wirken der „Bismärcker" des eigenen Denkens überhaben werde; andererseits ist die Aeberschätzung des eigenen Zchs, hervorgerufen durch tiefe, psychologische Untersuchungen, Niederschläge aus dem Zeitalter des Schillerkragens, in die normalen Grenzen zurückgeführt. Dann bildet sich jene Stellungnahme heraus, die spielend der mannigfachen Verbandsfragen gerecht werden kann, die obengenannte Synthese — eine Lösung vielleicht auch fiir die große Politik —. Darin liegt der schwere Irrtum der Studentenschaft der Nachkriegszeit, daß sie die alten Geleise fährt und daß sie sich in Dogmen festgefahren hat, daß sie nur —. symbolisch ausgedrückt — nach dem Sachsenwalde pilgert und auf den kommenden Bismarck wartet, der all das Elend mit einem Schlag beseitigen soll. Die Entwicklung der Dinge läßt sich nicht mehr von diesen Dogmen beeinflussen. Es kommt auch nicht -mehr ausschließlich auf die Ideen an, noch weniger auf Prinzipien und Programmpunkte; der Mann, der hinter den Programmen steht, das tätige Einzelwollen entscheidet. Es gilt das Leben der Verbindung in dem Sinn umzubilden, daß es den mannigfachen Forderungen der Gegenwart gerecht - wird. . Die Gefahr droht, daß in Aebertreibung des Persönlichkeitsgedankens das Verbindungslehen lediglich eine 'Fortsetzung des Militärs mit anderen Mitteln wird: Kadavergehorsam in allen Ehren, ohne Disziplin kann keine Gemeinschaft bestehen; aber wir wollen keine Marionetten mit bunten Mützen, sondern Leute, die selbst denken und selbst'handeln, die draußen im Kampf des Lebens, der für den jüdischen Akademiker ganz besonders schwer ist, ihren Mann stehen, gestützt auf sich selbst, aus ihr eigenes Können und Wissen, nicht auf die Beziehungen und den väterlichen Geldbeutel. Wir wollen auch, daß unsere jungen Verbandsbrüder schon als Studenten nicht nur eine Quart schlagen können und in der Fuxenprüsung wissen, daß Gabriel Rießer ein großer Mann war, sondern daß sie all die Kleinigkeiten und Kleinlichkeiten des alltäglichen Verbindungslebens nur als die Änfangsstufen für ihre körperliche, und geistige Ertüchtigung betrachten. Auch der Einwand staun nicht durchgreisen, daß eben viele durch. ihre Veranlagung lediglich dazu bestimmt seien. Geführte zu sein. Friedrich Naumann, der Vater des wahren nationalen Sozialismus, hat hier schon vor Jahren den Weg gewiesen: „Mag der Einzelne stark sein oder schwach, etwas kann er immer tun. And so gelingt es ihm, sich als Mitarbeiter des.gemeinsamen Fortschritts zu fühlen. Es ist, als hörte er einige Töne der . großen Weltmusik und brächte es fertig, seine Schritte nach dem Rhythmus dieser Töne einzurichten." In der Tat,' etwas kann er immer tun,, und schon der Wille zu diesem kleinen Tun sit ein Beittag zur Renaissance des Korporationslebens, ein Beitrag auch zu dem Aufbau der eigenen Existenz. flkademiiche und ällgem, PacftricfileD PEsaql Die studentischen Verbände und der Hochschulring. , Während des Katholikentages in Hannover fand ein Vertretertag des Kartells der mchtfardenttagenden katholischen Studentenvereine (K.V.) statt. Der Versammlung lag ein Antrag vor, der dm Verband in ein Freundschaftsverhältnis zum Hochschulring deutscher Art - bringen wollte. Dieser war von dem deutschnationaken Reichstagsabgeordneen Dr. Spahn mituinterstüht. Nach einer eingehenden Aussprache ist der Anttag abgelehnt worden. Auch der Schwarzburgbund hat sich auf seiner diesjährigen Tagung mit dem Hochschulring befaßt. Lieber die Referate zu dieser Frage schreibt die „Schwarz- ' bürg" folgendes: Der Hochschulring deutscher Art, eine Schöpfung der Nachkriegszeit an sämtlichen deutschen Hochschulen, stellte ursprünglich eine rein geistige Bewegung dar, deren Ziel es war, durch Zusammenfassung aller studentischen Kreise ttotz der VerschiedeNhett der Vorbildung und Fakultäten eine gemeinsame, .gesunde nativ/- nale Grundlage im Fichteschen Sinne zu schassen, um so eine geistig in sich geschlossene akademische Führerschaft zum Wohl für Staat und Wirtschaft heranzubilden und ihr staaspolitisches Arteil zu festigen. Leider ist der Hochschulring nicht übevall seinen gestehen Hochzielen gerecht geworden, sondern wertvolle Zeit und Arbeit wurde auf Aeußerlichkeiten, einseitige airtisemitische Einstellung und Auswirkung eines gewissen Hurrapatriotismus verwendet.' Hieraus ergibt sich auch die verschiedene Einstellung des S.B. an den einzelnen deutschen Hochschulen.' Im Hochschulring sind 15 Verbindungen, 9 gehören ihm nicht an. Als die Aufgabe des S. V. wurde gefordert, immer wieder auf eine geistige Vertiefung auf Grund seiner eigenen Zielsormel hinzuwirken und als „warnendes Geiwissen" auszutreten. Hierdurch kann das Ansehen jeder einzelnen Verbindung und des GesiamtbuNdes nach außen nur gefördert werden. Jedenfalls ist eine tätige Mitarbeit besser als ein verneinendes >Sich-Fernhälten. Die Zudenordnung an den Aniverfitäten. Der Ruhm der völkischen Reich stagsvertreter nach . dem Versuch der Einführung einer Judenordnung hat die Frankfurter völkische Studentenschaft nicht ruhen lassen. Sie hat dem Studentenausschuß einige Anträge unterbreitet, die zu einem Beschluß geführt haben, der von dem Vorsitzenden der „Vaterländischen Christlichen Fraktion" wie folgt wiedergegeben wird: Der Vorstand der Studentenschaft wird beauftragt, die zur Durchführung folgender .Anträge notwendigen Schritte zu unternehmen: 1. Jedes Semester wird eins amtliche Statistik über die Anzahl der die Frankfurter Llnivsrsität besuchenden Studierenden jüdischer Abstammung (Rasse) ausgestellt. . ’ 2. Ausländische Studierende Mischer Abstammung (Rasse) werden zum Besuche der Frankfurter Llniversität nichbmehr zugelassen. . 3. Die an der Frankfurter Llniversität studierenden Angehörigen der ehemals verbündeten Mittelmächte ^(Bulgarien, Oesterreich, Türkei, Llngarn) werden im Punkt Hochschulgebühren den reichsdeutschen Studierenden gleichgestellt. -

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