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KC-Mitteilungen · 1924-11-01 · Heft 9 (1.11.1924) · page 1

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1924
Issue
Heft 9 (1.11.1924)
Date
1924-11-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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•>-1 yfflitfeilungsblgtt derim Kartell - Coiment der Verbindungen deutscher jüdücven Glaubens vereinigten Korporationen. ■Kr ^.Bezog nur » gemeinsam mit den K.L.-Blättern. Bezugszireis .halt jährlich 2,50 Mark Anzeigen »Annahme durch den verkqM preis O;50'nT. für die einfach gespalten» H Zeile. Abonnementsbestellungen dur?' den Verlag und das A. L.»Büro. - „Die Verbindungen im K. L. stehen auf dem Boden deutfchvaterlqndisch'er Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen des Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mir dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die Politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K. L. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Iudenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. L. keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. 1 und 2 bedingt ist." . 1924. BERbin, den K nooember nr. 9. 3ttfyalt: cperjonli$feifgfitft und K. C. S. 1. — Akademische und' allgemeine Nachrichten S. 2. — Bücher- und Blätterschau S. 3. — Verbandsnachrichten S. 5. — K. C.-Veranstaltungen S. 6. — Wohnungsänderungen und . Personalnachrichten S. 6. — Inserate S. 8. — Arbeitsnachweis S. 8. Persönlichkeitskutt und K. C. Noch-ein Beitrag zum Führerproblem. (Vergl. K. C.-Mitteilungen vom 15. Mai 1924, Seite 1.) Von Dr. Willy Schwarz, QtvittQavt (Lic. Fr.-Gh.) Im Sachsenwalde pilgern wir And trinken mir dem Genius Bier; Wir haben Grund, den alten Lerrn zu loben, , Der längst uns eigenen Denkens überhoben. Morgenstern. Es scheint, als ob von den Schlagworten des politischen Lebens in den letzten Jahren ganz besonders der „Schrei nach dem starken Mann" einen gewissen Widerhall in dem Leben der kleinen K. C.-Verbindung gefunden habe. Die Fragen und Probleme, die für den K. C. im gesamten und für den. einzelnen K. C er in dieser Zeit auftauchten, ließen da und dort den Wunsch nach dem großen Diktator wach werden, der mit einem Machtwort alle Zweifel beseitigen möge. ., Die Lauptursache für dieses Verlangen lag zweifellos in einer gewissen Verbandsmüdigkeit. „Um lederner Ideen raust man manch heißen Kampf", wie es im alten Kommerslied heißt; dieses Raufen, um lederne Ideen hat manch begeisterten, älteren Verbandsbruder abgestoßen. Zuerst war es die Zionistenfrage, dann die Frage des Kartellfechtens, die den Verband bis zum Ueberdruß befchästigte und belastete. Man stellte diese Fragen abstrakt heraus, vergaß gewisse geschichtliche Zusammenhänge, klebte vor allem an Worten und Programmpunkten und ließ es unbeachtet, daß letzten Endes nicht diese für das Leben des Verbandes ausschlaggebend sind, sondern daß die Durchführung entscheidet und daß es letzten Endes nur kleine Streiflichter im großen Gesamtbild waren. Die Folge aber war, daß das Interesse am Verbände erlahmte. Für Zeinen anderen Teil war das Moment der Bequemlichkeit ausschlaggebend. Dieser Teil fetzt sich aus jener Sorte von jungen Menschen zusammen, die die Verbindung wie ein trottoir glissant benützen; man läßt sich treiben) um im günstigen Augenblick auszusteigen; man taucht auf der Lochschule und in der Verbindung auf, um sich einen Dr -Titel als Vornamen und einen strammen Schmiß als Matrikel zu holen. Das sind bittere Wahrheiten, sie müssen aber — um ein richtiges Bild zu bekommen — einmal ausgesprochen werden. Lier ist der Schrei nach dem Verbindungspabst der Deckmantel für die eigene Gleichgülttgkeit, Bequemlichkeit und Unfähigkeit. Ein anderer Teil geht wohl davon aus, daß es besser sei, wenn nur wenige die Geschicke einer kleinen Gemein* schaft bestimmen und daß viele Köche den Brei versalzen. Mag dies bei einer großen Gemeinschaft, wie dem Staat, immerhin strittig sein, so trifft dies doch bei einer kleinem Gemeinschaft, wie der Korporatton, nicht zu; denn diese soll nicht nur ein nach automatischem Prinzip organisierter Frenndschafts- und Vertrauensbund sein, dann wäre ein Gesangverein oder ein Kegelklub die geeignete Form, sondern sie soll ein Mittel zur Persönlichkeitserziehung, eine Vorschule für eine staatsbürgerliche' Gesinnung darstellen. Kann man es heute nach einem Rathenauschicksal verstehen, daß die Guten und Bestem der Nation sich schaudernd von dem Tiefstand des politischen Lebens zurückgezogen haben, so ist einGrund bei dem Leben der Verbindung hierfür nicht ersichtlich: das ist der Unterschied zwischen Korporation und Verein, der letztere hat einen Vorstand, der ihn gerichtlich und außergerichtlich verttitt, die Mitglieder können sich nach völkischem Prinzip mit Dokumentierung der sogenanntem Weltanschauung im Knopfloch begnügen, die Korporation aber muß Kerle verlangen, die mitLerz und Land ganz bei der Sache sind, die körperlich und geistig bereit sind für ihre Rechte, die formellen und die moralischenim die Schranke zu treten; mit dem Mitläufer ist dem K. C. nicht gedient. Die grundsätzliche Ablehnung des Persönlichkeitskults trifft also zusammen mit der Forderung nach Erziehung zu einem gewissen Selbstbewußtsein nach dem K. E.-Pro* gramm. Das Mittel zur Erreichung des Ziels ist alt; es kommt nur auf die vernunftsmäßige Anwendung des Mittels an: auch heute noch kann ein zweckentsprechender Komment Richtlinie sein; er lehrt eben trefflicher als jede mit Feuilletongeist durchsetzte Mandervogelweltanschauung nicht nur dem eigenen Ich zu leben, sondern sich im großen Ganzen einzugliedern, sich kraft erworbener, nickt kraft ererbter Rechte durchzusetzen, er lehrt auch einmal mit Unbequemen sich schlagen uud vertragen und mit Stärkeren die Klinge zu kreuzen-man lernt-, um

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