KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 8 (1.10.1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 den Verfall des alten Olympia hervorgerufen hat, gibt doch der Verfasser selbst zu, daß es ganz andere in der Persönlichkeit der Kämpfer liegende Gründe waren, die zu diesem Verfall geführt haben. Müßig wäre cs auch, sich mit Widersprüchen auseinanderzusetzen wie denen, baß auf der einen Seite der Hochschulring entsprechend den: seinerzeit vom Studentenausschuß Freiburg gestellten Antrag die pslichtmäßige Einführung der Leibes- Übungen fiir die gesamte Studentenschaft fordert, auf der anderen Seite aber die Wettkämpfe auf den Kreis beschränken will, der ihm persönlich genehm ist. Wenn wir hierfür den Raum unserer Zeitschrift überhaupt widmen, so nur darum, um unsere Kartcllverbindungen darauf hinzuweisen, das; Mensurboden und Rasenplatz mindestens' einander gleichgcordnete! Stellen für den Kamps um unsere Gleichberechtigung darstellen, daß die Teilnahme an allen sportlichen Wettkämpfen in noch höherem Maße als bisher pflichtmäßige Aufgabe unserer Verbandskorporationen ist. Der internationale Studentenkongreß. Seit nahezu zwei Zähren geht der Kampf der studentischen Presse mn die Zugehörigkeit Deutschlands zu der internationalen Studenten-Organisation. Wir kcmtten in der vergangenen Zeit in dein knappen Raum, der uns zur Verfügung stand, über diese Frage nicht berichten, umsomehr, als das ständige Hin und Her ein klares Ziel leider auch in der Politik der deutschen Studentenschaft nicht erkennen ließ. Vor einiger Zeit hatte diese jedoch ihre Forderungen erfreulicherweise klar formuliert und dabei vor allem die Forderung aufgestellt, daß die deutsche Studentenschaft in ihrer augenblicklichen Form, d. h. einschließlich der Grenzdeutscheu und der Oesterreicher, in die Organisation ausgenommen. und >baß ferner die deutsche Sprache neben französisch und englisch als gleichberechtigte Verhandlun-gssprachc anerkannt werden müsse. Nunmehr berichtet das W.T.V. über die letzte Tagung folgendes: Warschau, 23. 9. (W.T.B.) Anläßlich des hier von der Consödüration Internationale des Etudiants (E. I. C.) veranstalteten intenrationalen Studeuteukongresscs Habelt. Verhandlungen zwischen dem Vertreter der Deutschen Studentenschuft Zimmernrann uni> Vertretern der C. I. C. stattgesunden, die zrc einer vollen Ailerkenuung des Staud- Punktes der Deutschen Studentenschaft geführt haben. Zimmermamr, bei feinem Erscheinen auf den von 30 Rationen beschickten Kongreß mit starkem Verfall begrüßt, betonte das Recht der delltschen Studentenschaft, alle deill scheu Studierenden innerlmlb und außerhalb der Reichsgrerrzen zu vertretelli. Seine Beweisführung und seine Feststellung, daß es für die Deutsche Stlldentenschaft unmöglich sei, um cnres Eintritts in die C. -I. E. willen, auf ihre gegenmarkigen Satznugen zu lvrzichten, stieß zwar bei der französischen Gruppe ilud ihren Anhängern auf hesticzen Widerstand, fand jedoch bei England, den Dominions und den Reulralen volles Verställdnis. England und Schottland betonten, daß trotz der Verschiedenheit der Satzungen eine Arbeitsgemeinschaft zwische»r C. I. E. und Deutscher Studentenschaft zustaudekomn.en müsse und schlugen zu diesem Zwecke die Einsetzung einer Kommission vor. Dieser Ausschuß unterbreitete dem Ple- Nllm folgenden Vorschlag: ..Da die C. I. C. auf staatlicher Grundlage, die Deutsche Studentenschaft hingegen auf Grundlage der Volksgemeinschaft ausgcbaut ist, ist ein Eilltritt der Delltschen Studentenschaft in die C. I. C. vorläufig nicht möglich. Diese Tatsache soll jedoch kein Hindernis für eine praktische Zujammenarbeit der beiden Verbände bilden, die C. I. C. ladt die Deutsche Studentellschast hiermit hierzu ein. Um, die Zusammenarbeit möglichst wirksam ,;u gestalten, beauftragt sie das Exekutivkomitee. zu allen seinen Sitzungen einen Vertreter der Delltschen Studentenschaft emzuladen. Ein in diesem Zusammenhang gestellter Antrag der Schweizer Abordnung, die deutsche Sprache neben der französischen, und englischen als Verhaildlungssprache zuzrltaffen, veranlaßte die französische Delegation zu der Erklärung, daß eine Abstimimlng über diesen Antrag Frankreich zum Austritt aus der C. I. E. ^wiirgen würde. Bei der Abstimmllng, zu deren Beglnn die Franzosen den Saal verließeit, stimmten England, Schottland, die Reutralen, die Randstaaten, Ungarn und Bulgarien für den Antrag, Polen dagegen. Die übrigen Länder enthielteir sich der Stimrne. Damit war der Antrag mit 11 gegen eine Stimme angenommen. Soweit bekannt, wird Frankreich seine Drohung nicht wahrmachen. Rach dieser Nebenabstimmurrg wurde der Kommissionsvorschlag al'.f Schassluig einer Arbeitsgemeinschaft von allen Delegationen, mit AllSnahme der Franzoseil, die sich noch iinmer fernhielten, einstimmig angenommen. Der Wettverband jüdischer Studenten. Die gleiche Schwierigkeit der Stellung zu einer Studentenorganisation, die sich auf mehrere Länder verteilt, ergab sich fiir die C. I. E. auch bei dem Wellverband jüdischer Stlidenten. Für uns! t)at diese Frage aber, besondere Bedeutung, denn wer ist dieser „Weltverband" und wie stehen wir zu ihm? Er nennt sich eine „unpolitische Körperschaft, die alle Gruvpen jüdischer Studenten ohne Rüctsicht auf ihre politischen Anschauungen llmfaßt." Daß dem nicht so ist, muß hier ausgesprochen werden, veröffentlicht der Weltverband doch felgende Erklärung in der „Jüdischen Rundschau", die geeignet ist, wenn der obige Grundsatz unwidersprochen bleibt^ größte Verwirrung anznrichten: „Im Einschluß an die Notiz „Der internationale Studentenkongreß in Warschau", erschienen in der Nr. 71 der »Iüd. Rundsch." sind folgende ergänzende Bemerkungen am Platze. Anläßlich der II. Konferenz der Lonß'id^ration Internationcrle des CtudiantS (Internationale Studenteilsöderation) in Warschau vom 12. bis 23. September 192 t, taucht wieder die Frage der Ausnahme der jüdischen Studenten in diese schon' heute bedeutende Organisation der Hochschuljugend der ganzen Welt aus. Me Versuche, welche die jüdischen Studeuten bis jetzt unternommen haben, um in die ConfHdk'ration (L. I.C.) ausgenommen zu werden, haben keinen Erfolg gehabt, weil die L. I. C. ihre Mitgliedschaft auf dem staatlich territorialen Prinzip ausbaut. Cm Land, bzw. eilte Nation kann nur durch eine Landesorganisation vertreten sein. So kommt es, daß in den Ländern, in denen, die jüdischen Stlldülrten in die allgemeinen Studentenverbünde nicht ausgenommen werden, z. B. Polen, Ungarn, Rumänien usw., die jüdischen Studenten keine Möglichkeit haben, in der C. I. E. vertreten zu sein. Der Ausschluß aus den Landesverbänden ist praktisch ein Ausschluß auS der C. I. E. Der im RLai 1924 begründete Weltverband der jüdischen Studentenschaft, der bereits heute 17 Landesverbände in eben so vielen Ländern umfaßt und zirka 18 090 Mitglieder zählt, t)at sich um die Aufnahme bei der Internationalen Studentenkonföderation beworben und nunnrehr die Einladung erhalten, zwei Delegierte zur Warschauer Konferenz zu entsenden, welche die Mög-